Anne und Tore schützen sich vor Übergriffen

Sexualisierte Gewalt im Sport: Das interaktive Theater „Anne Tore“ gab es am Samstag im Kreisheim der Fußballer Am Hagen. Foto: Michael Schütz
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Sexualisierte Gewalt im Sport: Das interaktive Theater „Anne Tore“ gab es am Samstag im Kreisheim der Fußballer Am Hagen.

Junge Fußballerinnen schauen Theater

Von Michelle Jünger

Besonders talentierte Sportlerinnen und Sportler holen nicht Titel, oft haben sie auch andere Verpflichtungen. Beispielsweise an Lehrgängen und Extra-Trainingseinheiten teilzunehmen. So auch die Regionalauswahl der 8- bis 13-jährigen Fußballerinnen aus Remscheid und Solingen am vergangenen Samstag im Kreisheim Am Hagen 22. „Wir organisieren an vier Tagen im Jahr Lehrgänge, manchmal sind es andere Sportarten, die vorgestellt werden oder auch das Thema Ernährung“, erklärt Thomas Ankermann, der für den Kreis Remscheid die Talentförderung des Mädchenfußballs organisiert. Diesmal auf dem Plan: die Prävention sexualisierter Gewalt im Sport.

Dafür haben Thomas Ankermann und Emel Dutkun vom Sportbund auf das Stück „Anne, Tore wir sind stark“ gesetzt. Das interaktive Theaterprogramm ist ein Angebot des Landessportbundes und wurde von Anja Bechtel geschrieben. Es beinhaltet neben dem Stück zwei Workshops für die Sportlerinnen und ihre Eltern. Anne und Tore zeigen viele verschiedene Szenen, wie sie in Turnhallen, auf Sportplätzen oder im Schwimmbad möglich sind und erklären Probleme, die Kindern und Jugendlichen beim Sport begegnen können. Mit drei Karten können die Mädchen zeigen, wann es zu einer „Nein“-Situation kommt, die Anne oder Tore sichtlich unangenehm sind.

Sportbund will mit Sensibilisierung Schlimmeres vermeiden

Zum Schluss tanzen die Schauspieler mit dem Publikum zu einem selbst geschriebenen Song. Auch wenn manche Szenen des Stücks teils zum Schmunzeln einluden, das Thema bleibt ernst und die Workshops im Anschluss dienen dem Austausch. „Selber erzählen zu können ist sehr wichtig, um vielleicht Situationen aus dem Sportalltag, bei denen man unsicher war, in Zukunft besser einschätzen zu können“, sagt Anja Bechtel.

Sie erarbeitet das Thema nur mit den Mädchen und ihrem Trainer, während Emel Dutkun sich um die Erwachsenen kümmert. Bei vielen Eltern spürt man, dass sie es schlimm finden, dass es so etwas überhaupt gibt, aber auch sie sprechen offen. „Alles was wir tun können, ist präventiv zu arbeiten und im Fall der Fälle den Betroffenen zu helfen“, sagt Dutkun. Im besten Fall kann man durch die Sensibilisierung Schlimmeres vermeiden.

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