Die Woche von Axel Richter

Angriff auf Ordnungshüter ist ein Angriff auf uns alle

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axel.richter@rga-online.de

Wir haben unsere Kinder auf Spielplätzen toben lassen; in den Kindergarten durften die selben Kinder aber nicht. Zu gefährlich.

Heute dürfen die Eltern die Tagesstätten nicht betreten. Zu gefährlich. Zur Kommunalwahl am 13. September aber werden die selben Kindergärten als Wahllokale genutzt und von einigen hundert Menschen betreten.

Es ist eine merkwürdige Logik, der wir in der Corona-Krise folgen und manche Regeln halten einer kritischen Betrachtung nicht stand. Das gilt erst recht hinsichtlich der Kollateralschäden, deren Tragweite noch gar nicht absehbar sind. Viele Menschen sind des Themas Corona zudem überdrüssig. Oder sie sind schlicht nicht in der Lage, es in seiner Komplexität zu erfassen und suchen deshalb nach einfachen Lösungen. Die gibt es bei Facebook oder Youtube. In den sozialen Schwätzwerken heizen Hetzer und Verschwörungstheoretiker die Stimmung an, die sich zunehmend gegen den Staat und seine Organe richtet.

Die Mitarbeiter des Kommunalen Ordnungsdienstes bekommen das zu spüren. 2019 erstatteten sie fünf Anzeigen wegen Beleidigung. In der ersten Jahreshälfte 2020 waren es bereits sechs Anzeigen - davon zwei in Tateinheit mit Bedrohung und eine mit versuchter schwerer Körperverletzung: Der Beschuldigte hatte die städtischen Mitarbeiter mit seinem Auto attackiert, während ein anderer braver Bürger dem Mann vom Ordnungsamt anriet, doch seine braune Uniform wieder anzuziehen.

Für den Nazivergleich erteilte das Remscheider Amtsgericht eine Geldstrafe von 1000 Euro. Richtig so. Doch auf die abschreckende Wirkung von Justitia mögen sich die Ordnungshüter allein nicht mehr verlassen. Seit zwei Wochen tragen sie stich- und schusssichere Westen, was ein zusätzliches Schlaglicht auf das Aggressionspotenzial wirft, auf das die Männer und Frauen mittlerweile auch in Remscheid treffen.

Die Politiker haben sich in dieser Woche einstimmig hinter die Mitarbeiter des Kommunalen Ordnungsdienstes gestellt. Das ist gut so, denn bei aller Kritik, die wir an dieser oder jener Coronaregel hegen mögen: Regeln sind zunächst einmal dazu da, um eingehalten zu werden. Man mag über sie diskutieren oder sich streiten. Eins aber geht nicht: dass Menschen das Recht in die eigene Hand nehmen, um damit gegen jene vorzugehen, die für unser aller Sicherheit sorgen. Tun sie es dennoch, ist das nicht nur ein Angriff auf die Ordnungshüter, sondern auch ein Angriff auf uns alle.

TOP Treue Kulturgänger: Theaterkarten sind heiß begehrt.

FLOP Dummer Protest: Restaurantkunden hinterlassen Fantasienamen.

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