Angeklagter nimmt Strafe an

Landgericht

-dilo- In einem Prozess um Beleidigungen gegen Polizisten und eine Hakenkreuz-Tätowierung an einer sichtbaren Stelle hat ein 60 Jahre alter Angeklagter seine Berufung zurückgenommen. Er wird 1750 Euro Strafe zahlen, sein Einkommen als Industriearbeiter von zweieinhalb Monaten.

Der Mann hatte an der Adresse eines Angehörigen am Rand der Remscheider Innenstadt zusammen mit weiteren Personen betrunken auf der Straße randaliert und einen Polizeieinsatz ausgelöst. Im Landgericht Wuppertal verdeutlichte ihm der vorsitzende Richter die Aussichtslosigkeit seines Verfahrens. Darauf erklärte der Angeklagte: „Schon klar, ich nehme zurück. Ich habe ja nie eine Chance.“

Laut Anklage hatte der Mann im Sommer 2019 Geburtstag gefeiert und mit einem Angehörigen telefoniert. Streit bei dem Gespräch führte dazu, dass er mit Freunden am späteren Tatort auflief. Auf laute Pöbeleien riefen Nachbarn die Polizei. Die fand den Angeklagten als Wortführer einer aggressiven Gruppe. Er habe die Beamten mit „Seid Ihr überhaupt schon 18?“ empfangen und „Kommt doch her, Ihr Wichser!“ gefordert. Bei der Personalien-Feststellung fiel das verbotene Hakenkreuz-Tattoo auf. Im Streifenwagen soll der Mann um Entschuldigung gebeten haben. Die Tätowierung sei „eine Jugendsünde“, er sei kein Nazi.

Zur Berufung im Landgericht gab der 60-Jährige zunächst an, nicht er habe beleidigt, sondern eine Frau aus der Gruppe. Darauf verdeutlichte ihm der Richter: „Ich habe die Aussage von zwei Polizisten, die sich auf Sie konzentriert haben. Wenn Sie die Gerichtskosten bezahlen wollen, führen wir das Verfahren durch.“

Das gab den Ausschlag; der Mann nahm seine Berufung zurück. Seine Tätowierung hat er bereits verändern lassen, so dass kein Hakenkreuz mehr sichtbar ist.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Verdacht auf illegales Rennen: Polizei kassiert Führerscheine von jungen Remscheidern
Verdacht auf illegales Rennen: Polizei kassiert Führerscheine von jungen Remscheidern
Verdacht auf illegales Rennen: Polizei kassiert Führerscheine von jungen Remscheidern
Impfbetrüger legen falsche Dokumente vor - Polizei ermittelt wegen Urkundenfälschung
Impfbetrüger legen falsche Dokumente vor - Polizei ermittelt wegen Urkundenfälschung
Impfbetrüger legen falsche Dokumente vor - Polizei ermittelt wegen Urkundenfälschung
Ansturm auf Termine in der Impfstelle im Zentrum Süd
Ansturm auf Termine in der Impfstelle im Zentrum Süd
Ansturm auf Termine in der Impfstelle im Zentrum Süd
Corona: Höchste Inzidenz in NRW im Oberbergischen - Termine für neue Impfstelle ab heute
Corona: Höchste Inzidenz in NRW im Oberbergischen - Termine für neue Impfstelle ab heute
Corona: Höchste Inzidenz in NRW im Oberbergischen - Termine für neue Impfstelle ab heute

Kommentare