Prozess

Remscheider verurteilt: Angeklagter gesteht seinen Drogenkonsum

Knapp sieben Monate nach dem Vorfall kassiert der Mann im Amtsgericht Remscheid zwei Monate Haft.
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Knapp sieben Monate nach dem Vorfall kassiert der Mann im Amtsgericht Remscheid zwei Monate Haft.

Remscheider zu zwei Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt.

Von Jana Peuckert

Remscheid. Am 8. November vergangenen Jahres bemerken Polizeibeamter in einem Kiosk in Remscheid einen Coronaverstoß. Unter dem Vordach des Kiosks halten sich zu viele Menschen, zu dicht gedrängt auf. Darunter auch ein 37-Jähriger. Knapp sieben Monate nach dem Vorfall kassiert der Mann im Amtsgericht Remscheid zwei Monate Haft.

Aber wofür? Im Rahmen des Polizeieinsatzes am Kiosk bemerken die Beamten, dass den Angeklagten Cannabisgeruch umgibt. Sie führen eine Personenkontrolle durch. Dabei finden sie in der Jacke des Remscheiders 0,1 Gramm Marihuana, einen Joint mit 1,2 Gramm Cannabis-Tabak-Gemisch sowie eine halbe, violette Tablette Amphetamin.

Der Angeklagte gibt sofort zu, dass ihm die Drogen gehören. Eine Erlaubnis zum Besitz der Betäubungsmittel hat der Mann nicht. Und so stellt der Fund einen Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz da. Im Gericht erklärt der 37-Jährige, dass die Drogen nicht zum Verkauf, sondern lediglich für den Eigenkonsum bestimmt gewesen seien. Seit zwei/drei Jahren nähme er Betäubungsmittel zu sich.

„Wenn es besonders schwer und stressig ist.“

Angeklagter zu seinem Amphetamin-Konsum

Angefangen habe alles, durch Probleme mit seiner damaligen Selbstständigkeit. Ein Kunde habe ihn betrogen. Damit sei er ohne Drogen nicht klargekommen. Und so konsumiere er derzeit jeden Abend etwa zwei Joints. Amphetamin ziehe er sich hingegen lediglich ein- bis zweimal im Jahr rein: „Wenn es besonders schwer und stressig ist.“

Zwar handelt es sich bei dem Fund um eine sehr geringe Menge, aber auch das sei verboten, erklärte der Richter. Zudem brachte der Angeklagte neun Vorstrafen mit. Darunter Trunkenheitsfahrt, Fahren ohne Fahrerlaubnis, Sachbeschädigung und auch schon Straftaten in Verbindung mit Drogen.

Zweimal war er zu sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Trotzdem war der Remscheider wieder straffällig geworden. Das brachte den Richter dazu, die zwei Monate Haft nicht mehr zur Bewährung auszusetzen. Er sehe beim 37-Jährigen, der offenbar zu seinem Drogenkonsum stehe und auch nicht vorhabe, diesen einzuschränken, eine hohe Gefahr der Wiederholung. „Vor diesem Hintergrund bleibt nichts anderes, als die Strafe zu vollstrecken“, schloss der Richter seine Urteilsbegründung.

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