Urteil

Angeklagter gesteht Einbruch in die Grundschule Hackenberg

Anwalt legte für seinen Mandanten Einspruch ein.
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Anwalt legte für seinen Mandanten Einspruch ein.

Ein 31-jähriger Remscheider zieht seinen Einspruch im Gericht zurück.

Von Jana Peuckert

In der Nacht vom 26. auf den 27. März vergangenen Jahres bricht ein Mann an der Albert-Einstein-Straße in Remscheid in die Gemeinschaft-Grundschule Hackenberg ein. Er wirft einen Stein in die Scheibe des Förderraums im Erdgeschoss. Im Gebäude begibt er sich auf die Suche nach Diebesgut. Am Ende sind es unter anderem Lautsprecher, die der Einbrecher mitnimmt. Gesamtwert der Beute: etwa 1000 Euro.

Der Dieb hat aber nicht nur etwas mitgenommen, sondern auch zurückgelassen. DNA-Spuren nämlich. Sie führen die Ermittler zu einem 31 Jahre alten Mann aus Remscheid. Ihm geht ein Strafbefehl mit neunmonatiger Haft auf Bewährung zu. Beinhaltet ein Strafbefehl eine Haftstrafe, wird immer ein Pflichtverteidiger dazugezogen. Dieser ist allerdings ausschließlich für eine eventuelle Einlegung eines Einspruchs zuständig. Im vorliegenden Fall hat der Täter keinen Kontakt zu seinen Pflichtverteidiger aufgenommen. Und so legte der Anwalt für seinen Mandanten Einspruch ein, und es kam zum Prozess im Amtsgericht Remscheid.

„Es war keine schöne Sache, die ich da durchgezogen habe“, legte der Angeklagte sofort ein Geständnis ab. Auf die Frage, warum er den Einbruch begangen hatte, fand der Remscheider keine Antwort: „Wenn ich nur wüsste, was mich da geritten hat. Die finanzielle Lage war es wahrscheinlich.“

Im weiteren Verlauf der Verhandlung kam schnell heraus, dass der Angeklagte von sich aus gar keinen Einspruch gegen den Strafbefehl eingelegt hätte. Er habe seinen Pflichtverteidiger nie gesprochen, lediglich den Brief mit der Mitteilung über den Einspruch erhalten. Darauf habe er nicht reagiert, sondern sei eben zur Verhandlung gegangen.

Mit Zustimmung des Vertreters der Staatsanwaltschaft konnte der 31-Jährige, der in der Vergangenheit bereits unter anderem wegen Hausfriedensbruchs verurteilt worden war, den Einspruch zurücknehmen. Als Auflage muss er 500 Euro Geldbuße an den Verein für Bewährungshilfe in Remscheid zahlen. Die Staatsanwaltschaft gestattet ihm, das in Raten von 100 Euro im Monat zu tun.

Die Richterin wies den Mann schließlich eindringlich darauf hin, im Falle einer erneuten finanziellen Notlage, nicht einfach nicht zu reagieren, sondern sich sofort bei ihr zu melden.

Das Remscheider Amtsgericht wurde im Oktober geräumt. Es hatte eine Bombendrohung gegeben. 

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