Gericht

Angeklagter baut nach Alkoholgenuss einen Unfall

Amtsgericht verurteilte 55-jährigen Kölner wegen Straßenverkehrsgefährdung zu 500 Euro Geldbuße.

Von Jana Peuckert

Hat sich ein Angeklagter im Amtsgericht Remscheid wegen Straßenverkehrsgefährdung strafbar gemacht, weil er mit 0,8 Promille auf der Brückenstraße einen Unfall verursachte? Diese Frage stand im Prozess gegen einen 55-jährigen Kölner im Mittelpunkt. Das Verfahren endete mit einer Geldbuße von 500 Euro und einem Monat Fahrverbot. Bislang hatte sich der Angeklagte strafrechtlich noch nicht zu Schulden kommen lassen.

Im Prozess ging es um einen Unfall, der sich am 29. Juni 2020 ereignete. Der Angeklagte war mit einem Ehepaar, alle polnischer Herkunft, in Remscheid unterwegs, um ein Auto zu kaufen. Zunächst sei gar nicht geplant gewesen, so der Angeklagte, dass er fahren sollte. Vielmehr war er nur Begleiter für seine Freunde, die erst kurz vorher aus Polen nach Deutschland gekommen waren. Darin begründete sich ein unerwarteter Fahrerwechsel.

„Es waren meine ersten Schritte hier in Deutschland“, erklärte der Freund im Zeugenstand. Er habe sich unsicher gefühlt und den Angeklagten daher gebeten, das Steuer zu übernehmen. Vor Fahrtantritt hatte der Angeklagte jedoch vier Flaschen Bier getrunken, was etwa 0,8 Promille zur Unfallzeit mit sich brachte. Er habe nicht gewusst, dass der 55-Jährige Alkohol getrunken hatte, erklärte der Zeuge. Der Angeklagte habe wie immer gewirkt.

Also fuhr der 55-Jährige. Das Navi, so der Angeklagte, habe ihn in die Irre und dabei fälschlicherweise zur Brückenstraße geführt. Alle drei Insassen hätten darüber diskutiert, wohin sie nun müssten. Schließlich sei er auf der Brückenstraße rückwärts gefahren, um zu wenden. Plötzlich habe es gekracht, er sei in ein anderes Fahrzeug gefahren. Ein vorheriges Hupen habe er nicht gehört. Dabei habe sie mehrfach ihre Hupe betätigt, erklärte die Unfallgeschädigte. Sie war auf die Brückenstraße eingebogen, als der Angeklagte plötzlich rückwärts auf ihren Wagen zugefahren sei. Das Hupen habe keinerlei Wirkung gezeigt: „Hat alles nichts genutzt, und der Aufprall kam.“ Der Angeklagte sei ausgestiegen und habe sich die Schuld für den Unfall gegeben. Polizei wollte er keine dabei haben. Wahrscheinlich wegen der Alkoholisierung, vermutete die Frau. Angemerkt habe sie dem Mann allerdings nichts.

Ein zur Unfallstelle gerufene Polizist gab im Gericht an, nur deshalb einen Alkoholtest vorgenommen zu haben, weil er einen verdächtigen Geruch wahrgenommen hatte. Ansonsten sei der Angeklagte ganz unauffällig gewesen.

Der Richter erklärte am Ende, er gehe davon aus, dass sich der Unfall auch ohne Alkoholisierung ereignet hätte. Damit habe sich der Angeklagte nicht wegen Gefährdung des Straßenverkehrs strafbar gemacht. Allerdings sei er mit mehr als 0,5 Promille Auto gefahren, was einen Verstoß gegen das Straßenverkehrsgesetz darstelle und daher mit einer Geldbuße belegt würde.

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