Landgericht

Angeklagter aus Remscheid gesteht Kindesmissbrauch

Das Landgericht in Wuppertal.
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Das Landgericht in Wuppertal.

Ein Unternehmer aus Remscheid muss sich zurzeit vor Gericht verantworten. Er soll über viele Jahre mehrere Kinder sexuell missbraucht haben.

Von Dirk Lotze

Remscheid. In einem Prozess um Kindesmissbrauch in Remscheid hat ein angeklagter Unternehmer (60) alle Vorwürfe gestanden. Im Landgericht Wuppertal bestätigte der Mann sexuelle Übergriffe über 18 Jahre im familiären Umfeld. Er erreichte damit, dass die inzwischen teils volljährigen Opfer nicht mehr im Gericht über den Ablauf der Taten aussagen müssen. Den Richterinnen und Richtern sagte der Angeklagte zu Prozessbeginn: „Ich habe Vertrauen ausgenutzt und habe maßlos enttäuscht. Ich schäme mich.“

Die Staatsanwaltschaft hat 16 einzelne Tatvorwürfe aus dem Zeitraum von 2003 bis 2021 benannt: Übergriffe beim Spielen, Manipulation im Intimbereich im Wohnzimmer bei Verwandten unter einer Wolldecke auf dem Sofa und bei Urlaubsreisen.

Zum Opfer wurde ab 2003 für acht Jahre ein Neffe der früheren Lebensgefährtin des Angeklagten. Er war zu Beginn des Tatzeitraums vier Jahre alt. Laut Geständnis versuchte der Angeklagte, bei ihm den Geschlechtsverkehr zu vollziehen, als der Junge neun oder zehn Jahre alt war. Unter den weiteren Opfern befindet sich ein Mädchen, das inzwischen Jugendliche ist. Die Geschehnisse führten 2021 zu einer Anzeige und Ermittlungen, schließlich zu Festnahme und Untersuchungshaft des Angeklagten. Nachträglich wurden noch weitere Vorwürfe gegen den Mann bekannt. Sie sind Gegenstand des Verfahrens.

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Der mittlerweile volljährige Neffe sagte über seine heutige Situation aus und bemängelte: „In der Anklage steht viel darüber, was geschehen ist, aber nur wenig, was das bedeutet.“ Dem Angeklagten als Erwachsenen habe er vertraut. Anfangs habe er nicht verstanden, was passierte: „Ich wusste nur, dass es sehr unangenehm war.“ Die anderen Angehörigen hätten ihn weiter in Kontakt mit dem Angeklagten gebracht. Er fühle sich „schuldig“ an dem, was mit ihm passiert sei – und er fühle sich beschmutzt. Wegen der Folgen der Übergriffe befindet er sich seit fünf Jahren in Therapie; zeitweise in einer Klinik.

Die Anwältin des Neffen hat 20 000 Euro Schmerzensgeld für ihren Mandanten beantragt, ein weiteres Opfer beantragt 7500 Euro.

Der Prozess wird fortgesetzt.

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