Bildung

Angehende Techniker besuchen Uni-Vorträge

Die Klasse EM 01 mit Lehrer Mario Sprehe (4.v.r.): Ignazio Loi, Domenico Amodeo, Kazim Karadavut, Micha Müller, Benedikt Lieske, Max Meier-Frankenfeld, Lars Winter, Mike Steinhauer.
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Die Klasse EM 01 mit Lehrer Mario Sprehe (4.v.r.): Ignazio Loi, Domenico Amodeo, Kazim Karadavut, Micha Müller, Benedikt Lieske, Max Meier-Frankenfeld, Lars Winter, Mike Steinhauer.
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Fachklasse am Berufskolleg erlebt Wissenschaft aus erster Hand.

Von Andreas Weber

Als Professor Ralf Koppmann im Frühjahr die Folgen des Klimawandels erklärte und Professor Tobias Langner einen Einblick über die Zusammenhänge zwischen Kaufverhalten und Markenprodukten referierte, saß die EM 01, eine Klasse der Fachschule für Technik am Berufskolleg Technik im Publikum. Die angehenden Techniker sind zwischen 25 und 40 Jahren alt. „Wir haben den Altersschnitt in der Klosterkirche den beiden Veranstaltungen deutlich gesenkt“, beobachteten sie.

„Es war schön, nach Corona rauszukommen und Wissenschaft aus erster Hand erleben zu können“, freut sich Mario Sprehe. Der BWL-Lehrer will die RGA-Univorträge weiterhin mit seinen Schützlingen besuchen. Sprehe, seit 2018 am Berufskolleg Technik findet generell: „Als Lehrer müssen wir mehr rausgehen und dürfen nicht im eigenen Saft schmoren.“ Seine Kollegen Stefanie Hosenfeld und Stefan Weimer haben ihn dabei mit ihren Klassen bei den Uni-Vorträgen unterstützt.

„Ich hatte die Ankündigung im RGA gelesen und gedacht: Das ist genau das Richtige.“ Die Resonanz bestätigt ihn. Auch die EM 01, die im vierten Semester bald Halbzeit auf dem Weg zum Bachelor Professional in Technik hat, sah die Exkurse als willkommene Abwechselung.

Gerade das Thema Marketing empfanden die Berufstätigen als Horizonterweiterung. Eine kleine Einschränkung nennt Mike Steinhauer. Der 40-jährige Hückeswagener ist als Zerspanungsmechaniker bei Voss Automotive in Wipperfürth beschäftigt und würde den Lernstoff, der ihn zum Kollegabschluss führt, vorziehen: „Wenn man an dem Abend eines Uni-Vortrages ein Fach hätte, wo man unbedingt am Ball bleiben müsste, würde ich dafür den Unterricht nicht sausen lassen“, lässt Steinhauer keinen Zweifel.

Dass sich am Kolleg dreimal wöchentlich von 17.45 bis 21 Uhr Hochmotivierte nach einem harten Arbeitstag in ihren Unternehmen freiwillig weiterbilden, bezieht Mario Sprehe in seine Überlegungen ein. In diesem Fall aber seien „keine Opportunitätskosten“ entstanden, stellt Sprehe mit einem Schmunzeln klar.

Die Fachschule Technik mit den Richtungen Maschinenbau- und Elektrotechnik fordert von seinen Teilnehmern bis zum Abschluss nach vier Jahren ein knallhartes Programm ab. Dabei bleibt in der Regel die Hälfte auf der Strecke. In der EM 01 waren es 25 zu Beginn, 12 sind es jetzt noch. Wer hier einsteigt, muss eine Ausbildung gemacht und mindestens ein weiteres Berufsjahr absolviert haben. Während der vergangenen beiden Jahre haben viele wegen Corona im Distanzlernen aufgegeben. Studium daheim lässt sich für Familienväter oft nur schwer ermöglichen.

Mit höherer Qualifikation locken bessere Jobperspektiven

Wer hier als Werkzeug- oder Industriemechaniker durchzieht, dem ermöglichen sich mit einer höheren Qualifikation deutlich bessere Perspektiven. Möglicherweise keine Schichten mehr schieben zu müssen, mehr Geld zu verdienen, das Wissen, sich einen Job aussuchen zu können, locken. Mario Sprehe weiß aus Erfahrung: „Sie haben nach diesen vier Jahren eine deutliche höhere Chance, woanders hinzugehen und mehr zu verdienen. Das sollten sie nutzen.“

An drei Abenden

Die Fachschule für Technik am Berufskolleg Technik in der Neuenkamper Straße 55 wird in Teilzeit (4 Jahre, 3 Abende pro Woche mit je 4 Unterrichtsstunden) angeboten. Ziel ist der Erwerb erweiterter beruflicher Handlungskompetenz.

www.btr-rs.de

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