Zwischenergebnisse

Auf Analyse folgt 2019 die Strategie

Erklärten am Dienstag Zwischen-ergebnisse der bisherigen Quartier-Arbeit (v.l.): Prof. Dr. Thorsten Wiechmann, Dr. Nina Schuster und Anne Volkmann. Foto: Roland Keusch
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Erklärten am Dienstag Zwischenergebnisse der bisherigen Quartier-Arbeit (v.l.): Prof. Dr. Thorsten Wiechmann, Dr. Nina Schuster und Anne Volkmann.
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Lebenschancen im Quartier: Wissenschaftler der TU Dortmund ziehen neue Zwischenbilanz.

Von Thomas Wintgen

Um die wissenschaftliche Klärung der Frage, wie ein Quartier Lebenschancen seiner Bewohner beeinflusst, darum geht es einem Team der Technischen Universität (TU) Dortmund. Es ist mit mehreren Forschern seit inzwischen 21 Monaten in Remscheid, um am Rosenhügel sowie am Hasenberg die Alltagsgestaltung der Bewohner auf ihrer Perspektive zu betrachten. Thema „Lebenschancen im Quartier“.

Denn die Chancen, die ein Quartier bietet – oder nicht –, sind außer Bildung und Einkommen ein Schlüssel zur Teilhabe am öffentlichen, am sozialen Leben sowie zur selbstbestimmten Gestaltung des eigenen Lebens. Prof. Dr. Thorsten Wiechmann von der Fakultät Raumplanung, Dr. Nina Schuster und Anne Volkmann erläuterten am Dienstag in einer Pressekonferenz den Stand der Dinge. Denn sie haben inzwischen nicht nur die Strukturen der Stadtteile analysiert, sondern in 40 intensiven Gesprächen mit Bewohnern interessante Details über deren Lebensgestaltung erfahren.

Ein Vorab-Fazit ist: „Die Chancen, die der Stadtteil für das (Alltags-)Leben bietet, unterscheiden sich je nach Lebensphase und sozialen Merkmalen zum Teil stark. Daraus lässt sich schlussfolgern, dass Quartierentwicklung differenziert auf unterschiedliche Bedürfnisse reagieren sollte.“ Sie sprachen mit „Schlüsselakteuren“ wie Stadtteilbüro und -initiativen, die ihnen weitere Gesprächspartner oft erst erschlossen haben. Was für die einen nach Standard-Ergebnissen aussieht, ist in der soziologischen Forschung noch offen: Gibt es den benachteiligenden Effekt eines Quartiers?

2019 Zukunftswerkstätten in den einzelnen Quartieren

Schuster findet interessant, dass es eine große Zufriedenheit mit dem Quartier gebe. Es soll aber untersucht werden, welcher Aufwand betrieben werden muss, um vorhandene Vorteile nutzen und wahrnehmen zu können. „Das heißt nicht“, fügt sie hinzu, „dass es allen gut geht.“ Dagegen können Faktoren sprechen wie Armut, Sprach- und Bildungsdefizite oder schlechte Beweglichkeit. Volkmann nennt den Hasenberg als Beispiel: Viele genießen hier Ruhe und Nähe zur Natur. Aber nur, wer mobil ist, kann alles Andere – bis hin zum Einkauf – woanders erledigen. Schlechte Karten hingegen hat der Sozialhilfeempfänger, für den jede Busfahrt anstrengend und teuer ist.

Wiechmann findet Remscheid unverändert spannend wegen des hohen Migrantenanteils, hoher Schulden und des großen Strukturwandels – und doch laufe das öffentliche Leben hier so erstaunlich gut. Insofern wollen die Studien – auch „Mosaik“ zählt dazu – in dem vom Bund geförderten Projekt auch bundesweit übertragbaren Nutzen daraus ziehen – und die Antwort an Remscheid beispielhaft festmachen.

2019 dient dazu, die Analyse hinter sich zu lassen und intensiv Strategien zu entwickeln. Es wird auch Zukunftswerkstätten in den Quartieren geben; im Herbst 2019 wollen die TU-Akteure Ansätze für die Gesamtstadt Remscheid vorstellen und in aller Öffentlichkeit diskutieren. Optimistisch stimmt sie dabei, dass es in Remscheid so viele engagierte Akteure gibt.

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