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Altstadtfest: Verdi ist Totengräber des Einzelhandels

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Die Gewerkschaft Verdi hat bis heute nicht begriffen, dass die Wohltaten, die der Staat in der Krise verteilen soll, zunächst einmal von anderen erarbeitet werden müssen. Zum Beispiel von den Einzelhändlern in Lennep. Denen aber, sagt RGA-Lokalchef Axel Richter, gräbt Verdi gerade das Grab.

Die Gewerkschaft Verdi verlangt von der Bundesregierung ein Entlastungspaket in zweistelliger Millionenhöhe. Um die Härten der Energiepreis-Explosion abzufedern, müsse der Staat noch einmal bis zu 30 Millionen Euro ausgeben. Anderenfalls werde sich die Gewerkschaft an den geplanten Protesten im Herbst beteiligen.

Abgesehen davon, dass Verdi sich damit in die Nähe von AfD, Linkspartei, Querdenkern, Spaziergängern und anderen Staatsfeinden begeben würde, die auf den Sorgen und Nöten der Bürger ihr populistisches Süppchen kochen: Es handelt sich bei Verdi um die gleiche Gewerkschaft, die dafür sorgt, dass es zum Altstadtfest in Lennep keinen verkaufsoffenen Sonntag geben wird. Und das zeigt wieder nur eins: dass Verdi es bis heute nicht begriffen hat, dass die Wohltaten, die der Staat unter seinen Bürgerinnen und Bürgern verteilen kann, zunächst einmal von anderen erwirtschaftet werden müssen. Zum Beispiel von den Einzelhändlern in Lennep.

Gewiss: Den Politikern ist ein Fehler unterlaufen. Der Stadtrat hätte beschließen müssen, dass die Geschäfte in Lennep am Sonntag öffnen dürfen. Es beschloss aber nur ein Ausschuss. Wegen dieses Verfahrensfehlers hatte Verdi gute Chancen vor Gericht. Die Stadt sagte den Tag deshalb ab.

Nun mag, wer das möchte, mal wieder über die unfähigen Politiker und Verwaltungsmenschen schimpfen. Das eigentliche Problem bleiben Gewerkschaftsfunktionäre im fernen Düsseldorf, die meinen, sie müssten die Angestellten der kleinen Läden in Lennep vor verkaufsoffenen Sonntagen beschützen. Dabei wollen die in großer Zahl gar nicht beschützt werden. Im Gegenteil hatten sich viele von ihnen auf den Sonntag in Lennep gefreut: Auf gut gelaunte Gäste, die beim Bummel über das Altstadtfest in ihre Geschäfte finden. Auf Kunden, die die Kasse zusätzlich klingeln lassen und ihre Jobs sichern. Denn die Einnahmen, die die Einzelhändler an den Sonderöffnungstagen zum Altstadtfest und vor Weihnachten erzielen, kommen on top. Die Absage des verkaufsoffenen Sonntages ist für den inhabergeführten und steuerzahlenden Einzelhandel deshalb eine Katastrophe.

Ausgerechnet diejenigen, die ihm das Grab schaufeln, rufen nun nach neuen Entlastungspaketen und warnen zugleich vor einer Belastung der Demokratie, sollte der Staat in der Krise nicht weitere Steuermilliarden ausgeben. Das ist sowohl unverantwortlich als auch an Sarkasmus nicht zu überbieten.

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