Volle Container

Altkleider landen auf Rasen und in Büschen

Wie hier an der Ludwigstraße scheren sich viele Bürger nicht darum, dass nichts mehr in die Container passt. Abgetragene Kleider werden einfach hingeworfen.Foto: RolandKeusch
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Wie hier an der Ludwigstraße scheren sich viele Bürger nicht darum, dass nichts mehr in die Container passt. Abgetragene Kleider werden einfach hingeworfen.
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Weil die Grenze nach Polen in der Corona-Krise dicht ist, werden die Container nicht geleert.

Von Axel Richter

Remscheid. Polen bietet einen riesigen Absatzmarkt für Altkleider, kaum eine Kleinstadt kommt ohne Second-Hand-Laden aus. Auch Hosen, Hemden, Pullover und Schuhe aus Remscheid gelangen deshalb vor allem nach Polen. Nur gegenwärtig nicht. Weil das Nachbarland in der Corona-Krise seine Grenze geschlossen hält, können abgelegte Kleider nicht dorthin gebracht werden. Die Folge bekommen die Remscheider gerade zu sehen: Weil die Sammelcontainer voll sind, landen die Klamotten daneben.

„Bitte bewahren sie die Textilien und Schuhe vorerst weiter im Haushalt auf“, hieß der Appell, den die TBR nach der Grenzschließung an die Bürger richteten. Um ihn zu unterstreichen, umwickelte der Unternehmer, der die Kleider nach Polen bringt, die Container mit Plastikfolie und machte den Einwurf damit unmöglich. Dazu weisen Aufkleber darauf hin, dass die Container voll und vorläufig nicht benutzt werden können.

Doch Appelle an die Vernunft verhallen zuweilen ungehört. Und so sieht es an einigen Standorten für Altkleidercontainer heute so aus wie an Glas- und Papiercontainern regelmäßig nach Weihnachten: Was nicht mehr hineinpassen will, wird daneben abgelegt und findet sich bald darauf auch in angrenzenden Böschungen wieder. „Am schlimmsten sieht es dort aus, wo es an der sozialen Kontrolle fehlt“, sagt Claudia Schmidt, Chefin der Remscheider Abfallentsorgung.

Reinigung eines Standortes kostet den Gebührenzahler 740 Euro

Um zu verhindern, dass insbesondere Papier und Pappe nicht vom Winde verweht werden, haben die TBR zehn ihrer insgesamt 162 Containerstandorte mit grünen Zäunen umgeben. Die verdecken die hässlichen Stahlkästen, doch sah Michael Zirngiebl, Leiter der Technischen Betriebe Remscheid, die Umzäunung von Beginn an kritisch. Der umzäunte Bereich könne sich „zum gesetzesfreien Raum entwickeln, wo wirklich alles hingekippt wird“, warnte er bereits vor drei Jahren.

Er behielt recht. An der Presover Straße gilt die Idee heute als in Gänze gescheitert. Dort war es möglich, mit dem Auto in die Einhausung zu fahren, um auf kurzem Weg vom Kofferraum zum Container seine Abfälle loszuwerden. Doch der Drive-in-Standort machte es eben auch möglich, seine Abfälle von anderen ungesehen nicht in den Containern zu versenken, sondern ganz einfach danebenzustellen. Folge: Die TBR haben die Ein- und Ausfahrt mittlerweile versperrt.

„Es ist schade“, sagt Claudia Schmidt, „der redliche Bürger wird auf diese Weise bestraft, weil sich andere nicht an die Regeln halten.“ Die Kosten, die die Müllsünder an Ort und Stelle hinterlassen, tragen ebenfalls alle. Die Reinigung schlägt im Haushalt der Technischen Betriebe pro Containerstandort mit 740 Euro zu Buche – das Geld der Gebührenzahler.

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