Projekt

Alte Adressbücher kommen ins Internet

Dr. Urs Diederichs mit einem der historischen Adressbücher im Stadtarchiv, das früher sein Arbeitsplatz war.
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Dr. Urs Diederichs mit einem der historischen Adressbücher im Stadtarchiv, das früher sein Arbeitsplatz war.
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Bis alle Seiten der Bücher ab 1884 online stehen, dauert es noch. Interessant wird es allemal.

Von Frank Michalczak

Remscheid. Wer Spuren seiner Remscheider Ahnen finden will, kann demnächst via Internet in alten Adressbüchern blättern. „Wir werden den Bergischen Geschichtsverein bei dem Projekt unterstützen und dazu die notwendige Arbeit finanzieren“, berichtet Dr. Urs Diederichs, Vorsitzender der Eugen Moog Stiftung, die in diesem Jahr für diverse wohltätige Zwecke insgesamt 13 000 Euro zur Verfügung stellt.

Davon gehe „der größte Batzen“ an den Geschichtsverein. Er wird sich langfristig mit einer Herkulesaufgabe befassen: Seite für Seite muss aus den Büchern gescannt werden, um sie in die digitale Welt zu überführen. „Sie reichen zurück bis 1884, als erstmals die Adressen sämtlicher Remscheiderinnen und Remscheider erfasst wurden. Rund 30 Bücher gibt es allein bis in die 50er Jahre des letzten Jahrhunderts“, berichtet Stadtarchivarin Viola Meike. Leider gebe es eine Lücke zwischen 1935 und 1951. „Obwohl gerade diese Zeit für viele interessant ist“, fügt sie hinzu.

Die Adressbücher sind ein Schatz, der auf der Homepage des Bergischen Geschichtsvereins allen zugänglich sein soll. Dr. Urs Diederichs weiß um die Dimension des Projekts. „Aber es geht erst einmal um einen Anfang.“ Außerdem gelte es, zu erkunden, wie viel Zeit für die Tätigkeit benötigt werde, für die zum Beispiel eine studentische Hilfskraft infrage komme.

Die Wurzeln der Stiftung liegen in der Remscheider Industriegeschichte. Eugen Moog sen., der eine Werkzeugfabrik führte, und sein Sohn Eugen jun. einte der Gedanke, dass das „Wohl des Menschen im Mittelpunkt aller Betrachtungen“ stehen müsse, wie es in einem Zeitungsartikel aus dem Jahr 1981 hieß.

Gemeinnützige Zwecke werden unterstützt

Konsequenz ihrer Weltanschauung war die Gründung der Eugen-Moog-Stiftung, die das Ziel hat, das öffentliche Gemeinwohl, Kunst und Kultur, Volksbildung und Heimatkunde zu fördern. Allein in den letzten zwei Jahrzehnten seien mehr als 240 000 Euro zur Verfügung gestellt worden, erklärt Dr. Diederichs. Die Lüttringhauser Volksbühne habe ebenso von der Unterstützung profitiert wie der Tannenhof, der kulturelle Angebote für die Patienten finanzieren konnte. Aber auch das Werkzeug- und Röntgen-Museum sowie der Astronomische Verein mit seiner Sternwarte habe die Stiftung immer wieder mit Zuschüssen bedacht, listet der Vorsitzende auf, der das Amt nach dem Tod seiner Vorgängers Gernot Tödt 2020 übernahm.

An seiner Seite weiß Dr. Urs Diederichs im Vorstand Pfarrer Uwe Leicht von der Stiftung Tannenhof und Sparkassen-Chef Michael Wellershaus, die gemeinsam über die Verwendung der Mittel entscheiden, wobei sich der Zinsertrag in den vergangenen Jahren in Grenzen hielt. Es sei daher zu überlegen, das Stiftungskapital zu verwenden, um es in größere Projekte zu investieren. Dies wäre dann irgendwann das Ende des Finanzierungsmodells, das sich seit Ende der 70er Jahre an gemeinnützige Zwecke richtet. Die Namen der Gründer Eugen Moog sen. und jun. sollen aber als Begriff für die Nachwelt erhalten bleiben, indem sie zu Paten dieser Projekte werden, wie Dr. Diederichs vorschlägt.

Zur Person

Bis 2014 leitete Dr. Urs Diederichs fast drei Jahrzehnte das Historische Zentrum mit dem Werkzeugmuseum in Hasten. Seinen Lebensmittelpunkt hat er nun in Wuppertal gefunden, wo er auch ehrenamtlich engagiert ist. Bei der Tafel in der Nachbarstadt kümmert er sich um die Pressearbeit. Anträge auf Zuschüsse von der Eugen Moog Stiftung können ihm zugesandt werden, Sadowastraße 33, 42115 Wuppertal.

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