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Alt-Remscheid ist der Hotspot der Szene und Genüsse

Niklas Bergmann, Inhaber der Brick House Saxo Bar, findet: Die Alte Bismarckstraße hat südländisches Flair, nicht zuletzt durch die neuen Terrassen.
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Niklas Bergmann, Inhaber der Brick House Saxo Bar, findet: Die Alte Bismarckstraße hat südländisches Flair, nicht zuletzt durch die neuen Terrassen.
  • Melissa Wienzek
    VonMelissa Wienzek
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Kultur, Gastronomie und Freizeitangebote ballen sich im einwohnerstärksten Stadtteil – Problemstelle ist die darbende Alleestraße.

Remscheid. Spanien liegt nicht mehr am Atlantik, sondern in Alt-Remscheid. Zumindest für Niklas Bergmann. Der Inhaber der laut eigener Aussage ältesten Kneipe Remscheids, der Brick House Saxo Bar, findet: „Die Alte Bismarckstraße hat südländisches Flair.“ Die Straße sei gerade mal 8,5 Meter breit, bald werden hier wieder die Lichterketten von Haus zu Haus hängen, und auf den neuen Außenterrassen genießen die Gäste kühle Drinks. Dazu das Kopfsteinpflaster und die vielen kleinen Läden - das hat was von la dulce vida. „In der ganzen Alten Bismarckstraße trifft sich die Szene. Hier sind auch viele Leute hingezogen, die wegen den Verbindungen nach Köln oder Düsseldorf nah am Hauptbahnhof sein wollen“, meint Bergmann.

Und auch der Vorsitzende des Vereins MyViertel, Marvin Schneider, sagt: „Meiner Meinung nach ist das hier die Szeneecke von ganz Remscheid.“ Das Besondere: Es sei gelungen, in einem Quartier ganz viele junge Menschen zusammenzubringen, die Lust hätten, neben Freizeit- und dem ohnehin schon stark vorhandenen Gastronomieangeboten „noch fancy coole Sachen zu machen“. Für den Advent plant der Verein wieder einen Weihnachtsmarkt mit den neu angeschafften Hütten auf dem Vaßbenderplatz. Und auch das Viertelklang-Festival soll in diesem Herbst rund um die Alte Bismarckstraße steigen, sagt Schneider.

„Sie wird immer so schlechtgemacht.“

Kai Mosner über die Allee

Und das ist nur eine Ecke des einwohnerstärksten Stadtteils von Remscheid. Vom Honsberg mit seiner kreativen, jungen Künstlerszene über die Hindenburgstraße, die eigentlich schon ein eigenes Kulturzentrum für sich ist, über Stadtpark, Teo Otto Theater und Kleinkunstbühne „Schatzkiste“ bis hin zum Shopping-Zentrum der Stadt, dem Allee-Center: Das urbane Zentrum bietet Genuss auf so vielen Ebenen. Das findet auch Kulturdezernent Sven Wiertz: „Alt-Remscheid bietet eine interessante Mischung aus Kultur-, Gastronomie- und Freizeitangeboten.“

Die kulinarische Dichte ist mindestens genauso hoch wie die der Einwohner: Wer es gehobener mag, steuert die Villa Paulus, das Schützenhaus oder Heldmanns an, wer laut eigener Aussage „das beste Schnitzel der Stadt“ essen will, das Esszimmer 5630. Süße Sünden hält das Café Sahnetörtchen bereit, wer nach einem Philharmonischen Konzert die Symphoniker auf ein Bier treffen will, sollte ins Miró gehen. Fans von asiatischem Büffet kommen im Ratskeller auf ihre Kosten, wer es urig mag, geht in die Grüne Gans, wer Pasta und Rotwein liebt, ins Barista. Oder doch lieber etwas Veganes von Urginell & Unverpackt, Tapas vom El Rey und anschließend ein Cocktail in der Erlebbar? All das und noch so viel mehr ist möglich in Alt-Remscheid. Einer hat die Corona-Pandemie jedoch nicht überlebt: das Café König.

Alte Bismarckstraße: Terrassen wurden eröffnet

Alt-Remscheid hat aber auch ein Problem: die darbende Alleestraße. Kai Mosner, Kämpfer für den Standort und Inhaber von Highspeed Media, findet: „Das Problem ist die Abschüssigkeit der Alleestraße. Und die Einkaufsstraße ist auch nicht gerade einladend. Denn das Auge isst mit.“ Teils beschmierte Wände, schmutzige Fassaden, verwahrloste Mülltonnen und Leerstände, vor allem in der Mitte, wie Kai Mosner sagt. Der größte ist dabei der alte Sinn-Leffers.

Aber was könnte man tun? Laut dem Händler, der auch DJ ist und viele Kontakte pflegt, würden schon kleine Maßnahmen helfen. „Begrünen, Fassaden erneuern, Leerstände nett bekleben. Und einfach mal Schwamm und Wasser zur Hand nehmen.“ Hier sei aber auch die Stadt gefragt. Ein Zukunftskonzept wird gerade erstellt. Kai Mosner spricht sich klar für die Allee aus. „Sie wird leider immer so schlechtgemacht.“ Die Szene kauft hier übrigens gern Streetstyle ein - im neuen 5th-Avenue-Laden.

Die Serie: Ab Montag Lüttringhausen

Nach Alt-Remscheid widmet sich der RGA in seiner diesjährigen Stadtteilserie ab Montag dem Stadtteil Lüttringhausen. Bis zum kommenden Samstag beleuchten wir „das Dorp“, wie es auch liebevoll genannt wird, aus verschiedenen Blickwinkeln wie Bauen, Wohnen, Schule, Kultur. Wenn Sie den RGA dabei mit Tipps und Hinweisen, mit kleinen oder auch größeren Geschichten bereichern wollen, dann melden Sie sich bitte bei uns. Wir freuen uns und sind für Sie erreichbar per
E-Mail unter dem Stichwort: „Stadtteilserie 2022“:

redaktion@rga.de.

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