Meine erste Platte

Als Knightrider-Fan hatte er keine Wahl

Als Christoph Lange – hier mit seiner ersten Platte – beruflich in Chicago lebte, begab er sich auf musikalische Spurensuche im Blues. Die Musikrichtung konnte ihn aber nicht packen – anders als das Leben in den Vereinigten Staaten. Foto: Roland Keusch
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Als Christoph Lange – hier mit seiner ersten Platte – beruflich in Chicago lebte, begab er sich auf musikalische Spurensuche im Blues. Die Musikrichtung konnte ihn aber nicht packen – anders als das Leben in den Vereinigten Staaten.

Christoph Lange wuchs musikalisch auf – Nach „Looking for freedom“ schlug er einen ganz anderen Weg ein.

Von Peter Klohs

Remscheid. Es gab innerhalb dieser Serie bereits Gesprächspartner, die die gleiche 1. Platte besaßen wie Christoph Lange – und sich peinlich berührt mehr oder weniger davon distanzierten. Nicht so Lange. Er steht dazu.

„Ich war ein großer Fan der TV-Serie Nightrider“, erzählt der 1978 geborene Lange. „Vielleicht war ich gar der größte Nightrider-Fan im ganzen Bergischen. Ich war zehn Jahre alt und begeistert von diesem sprechenden Auto und dem coolen Kerl. Und dann sah ich in einer dieser Samstagabend-Shows, dass dieser coole Kerl auch noch sang. Da musste die Single einfach her, das war quasi Pflicht.“ Und so ging Christoph Lange in den Kaufhof, der damals eine recht große Musikabteilung hatte, und kaufte „Looking for freedom“ von David Hasselhoff. Nicht wegen der tollen Musik, sondern wegen, nun ja, Nightrider eben. Der seit 2009 dem Remscheider Schützenverein von 1816 Korporation vorstehende Lange wuchs in einer musikalischen Familie auf. Sein Vater leitete einen Remscheider Kinderchor, die Mutter war Sängerin. „Ich kam zeitgleich mit dem Denken-Können in den Einflussbereich der Musik“, sagt er heute schmunzelnd. Sehr fasziniert war er von Carl Orffs „Carmina Burana“, jener szenischen Kantate aus den 30er Jahren, die Lange mit dem Kinderchor begleiten durfte. Eine Aufnahme des Orff-Werkes befindet sich heute noch in seiner Sammlung.

Aber sein Musikgeschmack lief in eine völlig andere Richtung: Punk. Die Band Green Day, mit der nach der ersten Welle (unter anderem Sex Pistols) das Punk-Revival Anfang der 90er Jahre begann, hatte es ihm angetan. Er erzählt von „Dookie“ (1994) und „American Idiot“ (2004), ein Album, das wie eine Punk-Oper angelegt sei. Diverse Male hat er die Band live gesehen. Und das obwohl die Bandmitglieder erstaunlich schlechte Musiker seien: „Inzwischen spielen sie ja nicht mehr ausschließlich Punk und vielleicht sind sie jetzt besser geworden.“

Aber nicht genug mit Punk. Langes Drang, die Hintergründe der Musiker aufzudecken, erweiterte sein musikalisches Spektrum ungemein. So finden sich in seiner Sammlung zahlreiche Spin Offs: Die Ärzte, die Spaßfraktion des deutschen Punks, dazu Fanta 4 und obskurer, amerikanischer Rap einer Truppe, die sich N.W.A. (Niggaz Wit Attitudes) nannte, richtig bösen Gangster-Rap vom Stapel ließ und zum Beispiel den inzwischen bekannten Rappern Ice Cube und Dr. Dre den großen Erfolg ermöglichte. Dann auch eine CD der eigentlich aus den Niederlanden stammenden Band Bots („Aufstehn“), Jazz mit dem Hubert-Nuss-Trio, AC/DC neben Offspring, Klavierkonzerte von Mozart neben den Dubliners, NOFX neben Acid, Trance und Techno. „Das sind schon die massiven Standbeine dessen, was ich als Musik bezeichne und auch gerne höre. Bis auf Green Day, die haben mich schon intensiv durch mein Leben begleitet.“ Lange ist auch heute noch ein CD-Hörer und spielt zu Hause Musik über die Boxen der Anlage ab, nicht über die Kopfhörer. Nur im Auto hört er Spotify.

„Wenn ich darüber nachdenke“, sagt er, „war die Hasselhoff-Single die erste und gleichzeitig die letzte Vinylplatte, die ich gekauft habe. Es war Ende der 80er Jahre und die CD kam aus den Startlöchern.“

Einen musikalischen Wunsch möchte er sich noch erfüllen: Bachs Matthäus-Passion in Leipzig erleben. „Die wird traditionsgemäß in den Tagen vor Ostern aufgeführt“, weiß er. „Eigentlich müsste ich jetzt die Karten für 2023 kaufen.“ Die Reise ins über 450 Kilometer entfernte Leipzig schreckt ihn nicht. Vielleicht wird es ja was.

Hintergrund

Persönlich: Christoph Lange, Vorsitzender des Remscheider Schützenvereins, ist als technischer Leiter bei einem Remscheider Maschinenhersteller tätig. Im Verlauf seiner beruflichen Tätigkeit verbrachte er ein halbes Jahr in Chicago: „Ein ungemein beglückender Lebensabschnitt“.

Tipp: Bei der Nennung eines Geheimtipps tut er sich schwerer. Hubert von Goisern nennt er – und dem Einwand, ,der sei doch schon bekannt, erwidert er: „Trotzdem.“

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