Lüttringhausen

Ärger um Fällaktion am Tannenhof: „Als hätte Opa den Baum verbrannt“

Das war einmal eine Streuobstwiese. Der Anblick betrübt Patienten und Besucher. Doch bald soll es hier wieder blühen.
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Das war einmal eine Streuobstwiese. Der Anblick betrübt Patienten und Besucher. Doch bald soll es hier wieder blühen.
  • Axel Richter
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Das Streuobstwiesenfest bei der Stiftung Tannenhof wird in diesem Jahr nicht stattfinden.

Von Axel Richter

Remscheid. Seit zwei Jahren laden Remscheid, Solingen und Wuppertal mit Biologischer Station Mittlere Wupper zum Streuobstwiesenfest bei der Stiftung Tannenhof ein. Auch am Sonntag sollte gefeiert werden – mit Apfel pflücken, mosten und Baumschnitt. Daraus wird nun nichts. Denn, wie berichtet: Dietmar Volk, Chef des psychiatrischen Krankenhauses, ließ die Bäume fällen und auf der Wiese Bauschutt abladen.

„Das ist ungefähr so, als hätte an Heiligabend der Opa den Weihnachtsbaum verbrannt“, erklärte Frank Stiller von der Unteren Landschaftsbehörde im Naturschutzbeirat der Stadt Remscheid. Dort fand die Obstbaumfällung jetzt ein politisches Nachspiel.

Allen voran kritisierte Gabriele Lipka vom Rheinisch-Bergischen Naturschutzbund die Stiftung Tannenhof. „Für den Lebensraum Obstwiese wäre es besser gewesen, einzelne Altbäume zu entfernen und junge Bäume zu ergänzen.“ Sicher, so Lipka, wäre die Rodung vor dem Fest verhindert worden, wären die Biologische Station und die Naturschutzbehörde zuvor zu Rate gezogen worden.

25 neue Bäume sollen wachsen

Das wurden sie aber nicht. Wie berichtet, hatte Dietmar Volk, Kaufmännischer Direktor des Tannenhofs, nach eigener Schilderung den Rat eines bei der Stiftung arbeitenden Gartenbaubetriebes beherzigt und an die zum Teil brüchigen Bäume die Säge anlegen lassen. Danach verfüllten Arbeiter Bauschutt auf der gerodeten Wiese, um das Gelände zu modulieren, wie er sagt.

Mittlerweile liegt eine neue Erdschicht darüber. Denn auf der gleichen Flächen will Volk 25 neue Bäume wachsen lassen. Wenn das denn funktioniert. Im Beirat wurden Zweifel laut. Letztlich aber bleiben die Naturschützer auf den guten Willen des Tannenhofs angewiesen. Die Obstwiese war durch nichts geschützt. „Wir haben keine rechtliche Handhabe“, erklärte Frank Stiller. Das Obstwiesenfest wurde zwischenzeitlich aus dem Programm der Fairen Woche 2022 gestrichen.

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