Als der Tiger eine Schildkröte zum Wettlauf herausforderte

Virtuelles Erzählfestival der Akademie endete mit einer offenen Bühne: Moderiert wurde sie von Sascha Pranschke. Screenshot: Doro Siewert
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Virtuelles Erzählfestival der Akademie endete mit einer offenen Bühne: Moderiert wurde sie von Sascha Pranschke. Screenshot: Doro Siewert

Erzählfestival der Akademie der Kulturellen Bildung öffnete seine Bühne für die Geschichten der Teilnehmer

Von Sabine Naber

Reinshagen Wie bei der Eröffnung des „Internationalen Erzählfestivals“ am Mittwoch in der Akademie der Kulturellen Bildung in Reinshagen, fanden sich auch bei der Abschlussveranstaltung am Samstagmittag mehr als 40 Teilnehmer online ein. „Es war ein Experiment, das Festival online zu gestalten. Aber ich bin total glücklich, dass wir es gemacht haben. Und jetzt die Präsentationen aus den Workshops und eigene Geschichten auf der offenen Bühne zu erleben“, fasste es Mitorganisator Sascha Pranschke zusammen.

Aus seiner roten Erzählmütze zog er nacheinander Zettel heraus, auf denen die Namen der Hobby-Künstler standen, die ihre Geschichten anschließend vortrugen. Den Anfang machte Britta, die an den beiden Workshops „Über Grenzen“ und „Mehrsprachig erzählen“ teilgenommen hatte. Sie schilderte einen Sommertag an einem kleinen Hafen, an dem ein Seemann namens Jan-Hinnak unter einem Baum auf einer Bank saß und träumte.

Und den Jungs, die gerade einen Schulausflug machten, von Japan, Tokio und der lütten Geisha erzählte, die dort in einem Fass getanzt hatte. Da spricht ihn eine junge Japanerin an und sagt ihm, dass ihr auch ihre Oma auch von dieser Geisha erzählt hatte. Von kleinen Weltenbummlern, die im Kinderzimmer ihr Zelt aufschlagen, die Küche zu einem Speisewagen umfunktionieren und eine Dschungelwelt im Wohnzimmer eröffnen, erzählte Liane, die ihre Geschichte im Poetry-Workshop entwickelt hatte.

Niederländerin Elsbeth erzählt auf Englisch vom „Streit im Dschungel“

„Heute um 19 Uhr auf der Bank“, beginnt die Geschichte von Ilona. Sie erzählt von Nachbarn, die sich um diese Uhrzeit mit einer Flasche Rotwein im Arm treffen, um auf der hölzernen Bank den Abend ausklingen zu lassen. Dabei ist auch die alleinstehende Madeleine, die eigentlich lebenslustig ist, sich an diesem Abend aber wehmütig an ihren Opa erinnert. Mit ihm habe sie damals immer auf der Vespa fahren dürfen. Vorbei an der Reinigung, dem Kino, der Frittenbude bis zum Kiosk, an dem sie eine Tüte mit Lakritz bekam.

Mit Elsbeth war auch eine Teilnehmerin aus den Niederlanden dabei. Sie sprach auf Englisch und wollte von den Zuhörenden wissen, welche Skulptur sie zu ihrer Geschichte „Streit im Dschungel“ inspiriert hatte. Es ging um einen Tiger, der eine Schildkröte in Duisburg zu einem Wettlauf über einen Berg herausforderte. Als er auf der Spitze des Berges stand und weit unter sich die Schildkröte heraufkommen sah, brüstete er sich mit seiner Schnelligkeit so lange, dass die Schildkröte plötzlich neben ihm stand. Sie beleidigte „Mister Tiger“ so heftig, dass er ihr einen kräftigen Hieb mit seiner Tatze verpasste. Die Schildkröte flog den Berg hinunter, schlug mit dem Panzer auf und kullerte durch den Schwung in Windeseile bis zum Zielpunkt. Ein Zuhörer wusste die Lösung, als er vermutete, dass Elsbeth an die Achterbahn „Tiger and Turtle - Magic Mountain“ im Angerpark in Duisburg gedacht hatte.

In weiteren Geschichten ging es unter anderem um eine alte Eiche, die erst dann wieder aus dem Winterschlaf erwachte, als ihr Aufmerksamkeit und Liebe entgegengebracht wurde. Oder auch um eine Hängebrücke, die sich zu einer Hoffnungsbrücke entwickelte.

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