Die Woche von Axel Richter

Alles für die Sinne lässt sich nicht im Paket verschicken

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axel.richter@rga-online.de

Dem Laden in der Innenstadt ist mit dem Internet ein beinahe übermächtiger Konkurrent erwachsen.

Der Transformationsprozess, der mit dem veränderten Einkaufsverhalten einhergeht, war bereits vor Corona im vollen Gange. Der Lockdown wirkt allerdings als Brandbeschleuniger.

Die Erfahrungen, die die Einzelhändler im Lockdown in dieser Woche beim Branchentalk der Bergischen Industrie- und Handelskammer schilderten, decken sich mit den Prognosen der aktuellen Studie „Vitale Innenstädte“ des Kölner Instituts für Handelsforschung. Danach fühlen sich insbesondere die jungen Leute, und damit die maßgeblichen Käuferschichten von morgen, nicht mehr zu einem Stadtbummel animiert. Allein diese Analyse zeigt, dass man die Zukunft nicht mehr mit den Rezepten von gestern gestalten kann, indem man auf ein Mehr des Gleichen setzt.

Alternativen sind gefragt. Alternativen, die in Remscheid bislang vor allem diskutiert, aber nicht umgesetzt wurden. Dabei geht es nicht mehr darum, wie man wieder mehr Einzelhandel in den Kern bringt. Sondern wie man diesen Kern umbaut. Aber nicht für ein zweites Allee-Center am Markt – dieser kühne Plan darf inzwischen ins Land der Wolkenkuckucksheime verwiesen werden. Es geht darum, einen Mix zu schaffen, den man sich nicht im Paket nach Hause liefern lassen kann: wohnen, sehen, schmecken, riechen, erleben, unterhalten, begegnen, genießen – diese Verben gehören jetzt in den Baukasten der Zukunftsplaner.

In Solingen bauen sie dazu eine „Gläserne Werkstatt“. Darin sollen die Solinger sehen, erleben und auch kaufen können, was in ihrer Stadt produziert wird: Klingen natürlich, aber auch Lebensmittel oder Haushaltswaren.

Schon einmal ist an hiesiger Stelle gefragt worden: Was hält eigentlich die weltbekannte Remscheider Werkzeugindustrie davon ab, ihre Qualitätsprodukte und vielleicht auch deren Herstellung mitten in der Remscheider Innenstadt in einer „Gläsernen Werkstatt“ zu präsentieren? Und warum eigentlich fand noch nie eine Werkzeugmesse in Remscheid statt? Und zwar ebenfalls mitten in Remscheid, der Werkzeugstadt, die diesen Namen übrigens längst stolz auf ihren Ortseingangsschildern tragen sollte.

Natürlich ist es nicht ausgemacht, dass so und nicht anders der Impfstoff für die kränkelnde Remscheider Innenstadt entwickelt wird. Ihre Rettung wäre allerdings jeden Versuch wert.

TOP Dallas-Gastronomen: Wirtepaar wollen mit Schreiben, die zur Selbstjustiz aufrufen, nichts zu tun haben.

FLOP Schulfrei an Rosenmontag: Es ist schon genug Unterricht ausgefallen.

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