Online-Diskussion

Alleestraße: Teilnehmer sehen Pläne auf gutem Weg

Besonders der Vorschlag, das Metropol-Kino für eine Passage zum Busbahnhof abzureißen, kam gut an.
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Besonders der Vorschlag, das Metropol-Kino für eine Passage zum Busbahnhof abzureißen, kam gut an.

Bürgerbeteiligung: Online-Diskussion zur Umgestaltung der Alleestraße.

Von Sven Schlickowey

Remscheid: Die Planungen für die Umgestaltung der Alleestraße sind offenkundig auf dem richtigen Weg. Diesen Eindruck konnte man zumindest bei einer Online-Diskussion im Rahmen der Bürgerbeteiligung am Samstag gewinnen. Dort gab es viel Zustimmung und positives Feedback für die Stadtverwaltung und die beteiligten Planungsbüros für ihre bisherigen Ideen, Remscheids wichtigster Einkaufsstraße wieder mehr Leben einzuhauchen. „Das war ein konstruktives Miteinander“, fasste Baudezernent Peter Heinze die Stimmung nach der Veranstaltung zusammen. Einziger Wermutstropfen: Die Zahl der Diskussionsteilnehmer war nicht so groß wie erhofft.

Dadurch könnte die Engelspassage ersetzt werden.

Kaum mehr als zwei Dutzend Teilnehmer zählte die Gesprächsrunde – Vertreter der Stadt, der Planungsbüros und der Presse bereits mitgezählt. Deswegen hatten die Veranstalter auch kurzfristig aus acht Foren, in denen vier Themen besprochen werden sollten, zwei gemacht, die sich je zwei Themen widmeten. Es sei quasi ein Fachforum gewesen, sagte Peter Heinze, auch weil viele Teilnehmer das Thema schon länger begleiten. „Das war eine Gruppe, die inhaltlich debattieren wollte.“

„Die Umgestaltung der Alleestraße ist eine Mammutaufgabe.“
Baudezernent Peter Heinze

Und so bekamen Verwaltung und die beteiligten Firmen Stadtraumkonzept und Stadtguut gezielte Hinweise und Anregungen für die anstehende Um- und Neugestaltung der Allee, die teilweise schon ins Detail gingen. Die drei Plätze, die entstehen sollen, um die lange Straße besser zu gliedern und die Aufenthaltsqualität zu steigern, sollen zum Beispiel Bänke für ältere und Spielmöglichkeiten für jüngere Bürger bekommen, lautete ein Vorschlag. „Und natürlich braucht man einen Grund, diese Plätze zu besuchen“, sagte Sven Stamm, FDP-Mitglied in der Bezirksvertretung Alt-Remscheid – und dachte dabei zum Beispiel an Gastronomie oder eine Bühne für Veranstaltungen.

Baudezernent Peter Heinze.

Öffnet man die Allee für Fahrräder und E-Bikes, benötige man auch entsprechende Infrastruktur wie Fahrradständer und Lademöglichkeiten, merkte Anlieger Bernd Kuznik an. Und sollten wirklich mal autonom fahrende Kleinbusse auf der Alleestraße verkehren, könnten die auch die nahe gelegenen Parkhäuser ansteuern, schlug ein anderer Teilnehmer vor. Zudem wünschte sich die Runde öffentliche Toiletten und Wickelräume. Und dass über den Markt auch das Gastro-Viertel an der Alten Bismarckstraße an die untere Allee angebunden wird.

Besonders gut kam die Idee der Stadtplaner an, das leerstehende Kino (Henrick Freudenau, Geschäftsführer von Stadtraumkonzept: „Ein Gebäude, das sich nur sehr schwer umnutzen lässt.“) und die ehemalige Tankstelle oberhalb abreißen zu lassen, um eine neue Passage als Zugang vom Busbahnhof zur Alleestraße zu schaffen – als Ersatz für die „städtebaulich in die Jahre gekommene“ Engelspassage.

Und auch die Pavillons auf der Alleestraße würden viele Diskussionsteilnehmer, vorne weg ISG-Geschäftsführer Ralf Wieber,gerne abreißen lassen. Die seien „nicht unverrückbar“, versicherte Thorsten Schauz von Stadtguut, gab aber auch zu bedenken, dass ein Rückbau relativ teuer käme: „Dafür müsste man sicherlich eine Million Euro in die Hand nehmen.“

Es war, trotz kleiner technischer Probleme, wie man sie von Online-Konferenzen kennt, ein gelungenes Format mit guten Beiträgen und guten Ergebnissen, das maximal unter dem geringen Zuspruch litt. „Die Umgestaltung der Alleestraße ist eine Mammutaufgabe“, sagte Baudezernent Heinze. Umso wichtiger sei es, die Bürger dabei mitzunehmen. Von dieser Bürgerbeteiligung bliebt der Eindruck, dass das den Verantwortlichen bisher gelungen ist. 

Hintergrund

Ein Grundpfeiler der bisherigen Planungen für die Allee ist eine Dreiteilung der Straße, das obere Drittel soll schwerpunktmäßig dem Handel gewidmet sein, das mittlere dem Thema Wohnen und das untere der Freizeit. Zudem sind bessere Zugänge über die Nebenstraße angedacht, mehr Grün und weitere Angebote. Alle Pläne und die Ergebnisse der aktuellen Runde sind auf einer eigenen Internetseite dokumentiert.

alleestrasse-remscheid.de

Standpunkt

sven.schlickowey@rga-online.de

Ein Kommentar von Sven Schlickowey

Natürlich ist eine Online-Diskussion nicht jedermanns Sache. Und natürlich gibt es Menschen, die gar keinen Zugang zum Internet haben. Oder die am Samstag einfach keine Zeit hatten. Dass aber bei den beiden Gesprächsrunden zur Zukunft der Alleestraße nicht einmal 30 Teilnehmer dabei waren, Mitarbeiter der Stadt und der Planungsbüros sowie Journalisten schon mitgezählt, erklärt das allein nicht. So bleibt den Verantwortlichen gar nichts anderes übrig, als das Fehlen von Gesprächsteilnehmern und das Ausbleiben von Widerspruch als Zustimmung für die bisherigen Pläne zu werten. Zumal die Teilnehmer, die dabei waren, ihre grundsätzliche Zustimmung signalisiert haben, zur Dreiteilung der Straße, zu mehr Grün und zu anderen Ideen, die ja auch überaus schlüssig wirken. Und man muss sich ja auch nicht unbedingt einbringen bei solchen Veranstaltungen. 

Demokratie heißt ja, dass man eine Meinung haben kann – nicht dass man muss. Wer aber jetzt nichts sagt, darf hinterher auch nicht über das Ergebnis meckern. 

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