Innenstadt

Alleestraße in Remscheid: Die neuen Laternen sind eingeschaltet

Die neuen Laternen auf der Alleestraße leuchten.
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Die neuen Laternen auf der Alleestraße leuchten.
  • Frank Michalczak
    VonFrank Michalczak
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Erste Leuchten strahlen in der Mitte der Alleestraße in Remscheid. Die angekündigten Lichtspiele fallen jedoch erst einmal aus.

Remscheid. Auf der Alleestraße sind in diesen Tagen neue Lichter aufgegangen: Zwischen dem Brunnen am Allee-Center und dem Abzweig zur Mandtstraße leuchten nun die säulenartigen Lampen, die ihre betagten Vorgänger ersetzen. Einige von den bisherigen Doppel-Laternen bleiben aber vorerst in Betrieb. „Der letzte Bauabschnitt bis zum Markt soll im kommenden Jahr erfolgen“, erklärt Baudezernent Peter Heinze. Hintergrund seien Fördermittel, die zwar beim Land NRW beantragt, aber noch nicht genehmigt wurden.

So sehen die neuen Laternen aus. Die angekündigten Lichtspiele sind noch nicht möglich.

Neben den Bänken und den Müllbehältern, die zuletzt aufgestellt wurden, zählen auch die Laternen zu dem Maßnahmenpaket, das der Stadtrat vor acht Jahren verabschiedet hatte. Ziel war es, die Alleestraße zu verschönern – auch durch neues Mobiliar. Die Leuchten sollen für Überraschungseffekte sorgen, indem sie mit mehreren Farbgebungen Lichtspiele bieten. In der Theorie jedenfalls. In der Praxis klappt das noch nicht. Dafür wären die Seitenstrahler an den neuen Laternen zuständig. „Leider sind derzeit die nötigen Steuerungselemente nicht erhältlich“, erklärt der Chef der Technischen Betriebe Remscheid (TBR) Michael Zirngiebl. „Aber in der momentanen Energiekrise würde Effektbeleuchtung auch nicht in die Zeit passen.“

Die alten Laternen an der Allee bleiben erst einmal zwischen Abzweig Mandtstraße und Markt stehen.

So verbreiten die neuen Leuchten in der Vorweihnachtszeit ein eher nüchternes Ambiente. Sie sind ab nächster Woche auch im oberen Abschnitt der Alleestraße zu entdecken. Zwischen Center-Eingang und Zange werden weitere Modelle eingeschaltet, so dass dann bis zur Mandtstraße moderne Zeiten einkehren. Darunter, bis zum Markt, leuchten einstweilen hingegen noch die bisherigen Laternen.

Dabei habe es sich um eine durchaus komplexe Maßnahme gehandelt, wie Michael Zirngiebl erklärt. Vier Monate herrschte Lärm auf der Einkaufsmeile. „Gerade vor den Geschäften war das nicht ganz einfach“, bilanziert er die Arbeiten, bei den die zuständigen Unternehmen unterhalb des Straßenbelags auf Asphalt gestoßen seien. „Und darunter entdeckten sie Verkabelungen, die ebenso nicht zur Freude beigetragen haben“, fügt der TBR-Geschäftsführer hinzu. Dennoch werde der Kostenrahmen eingehalten. Für die Laternen im oberen und mittleren Abschnitt der Allee stehen rund 953 000 Euro zur Verfügung, wobei das Land NRW den Löwenanteil von 80 Prozent trägt. Für die Leuchten, die 2023 folgen sollen, wurden 592 000 Euro kalkuliert. Insgesamt sollen dann 55 neue Laternen an den bisherigen Standorten für Licht sorgen.

„In der momentanen Energiekrise würde Effektbeleuchtung nicht in die Zeit passen.“

TBR-Chef Michael Zirngiebl

Das alles fällt in eine Zeit, in der die Fußgängerzone Sanierungsgebiet wird. Das heißt: Hauseigentümer sollen mit diesem Instrument ermutigt werden, in ihr Eigentum zu investieren, indem sie steuerliche Vergünstigungen erhalten. Andererseits hat die Verwaltung die Chance, sie dazu durch rechtliche Instrumente aufzufordern. Dabei wird sie sich der Dienste eines Sanierungsträgers bedienen, der auch mit Treuhandaufgaben betraut wird. „Dafür kommen große Unternehmen infrage, die darauf spezialisiert sind“, berichtet Baudezernent Peter Heinze. Die Ausschreibung stehe kurz bevor.

Stadtumbau

Über 30 Einzelmaßnahmen enthielt ursprünglich das Revitalisierungskonzept für die Remscheider Innenstadt. 2014 hatte der Stadtrat insbesondere der Alleestraße und ihrem Umfeld eine Frischzellenkur verordnet. Dazu zählten auch die neuen Laternen. Umgesetzt wurde etwas, was im ursprünglichen Plan nicht vorkam: der Bau von Terrassen an der Alten Bismarckstraße für Außengastronomie. Vorarbeiten laufen für die Umgestaltung des Busbahnhofs: Vom Friedrich-Ebert-Platz ist das Betriebsgebäude der Stadtwerke verschwunden.

Standpunkt von Frank Michalczak: Es dauert zu lang

frank.michalczak@rga.de

Es ist schon ein Treppenwitz der jüngeren Stadtgeschichte: Acht Jahre, nachdem der Rat das Wiederbelebungsprogramm für die Alleestraße beschlossen hatte, wurden nun die ersten neuen Laternen aufgestellt – und plötzlich bremst die Energiekrise ihren Betrieb aus. Dabei sollten die Leuchten Effekte bieten und immer in neuen Farben für Ambiente sorgen. Dass dies nicht klappt, ist Pech.

Es war noch Anfang des Jahres nicht absehbar, welches Ausmaß die Zeitenwende durch den Angriffskrieg auf die Ukraine annehmen würde, der Versorgungssicherheit bei der Energie ebenso gefährdet wie Lieferketten unterbricht. Das unvollständige Beleuchtungskonzept wirft aber ein erneutes Schlaglicht darauf, dass Projekte in Remscheid zu lange dauern.

Acht Jahre sind eine lange Zeit für das Planen und Aufstellen von 55 neuen Laternen. Man darf darauf gespannt sein, ob das Ganze 2023 seinen Abschluss findet. Vielleicht mit ein paar Momenten der versprochenen Lichtspiele.

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