Mein Blick auf die Woche in Remscheid

Alleestraße benötigt Investitionsschub

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Jahrelanger Stillstand - Die Alleestraße ist ein Sanierungsgebiet. Und die Besitzer des Allee-Centers zeigen der Stadt mit Millionen-Investitionen, dass der Standort Remscheid nach wie vor attraktiv ist. Es wird Zeit, dass die Fußgängerzone, die einmal Remscheids Aushängeschild war, wieder belebt wird, meint RGA-Redakteur Frank Michalczak.

In dieser Woche erinnerte Einzelhändler Wilhelm Göbel in der RGA-Stadtteilserie an jene Zeiten auf der Alleestraße, als Tag für Tag zahlreiche Kundinnen und Kunden die Einkaufsmeile belebten. Magneten wie Sinn, Kaufhof oder das Textilhaus Vogel sorgten dafür, dass die Allee auch im mittleren und unteren Bereich pulsierte. Heute gibt es dort vornehmlich Billigshops - und Leerstand an Leerstand. Die Fußgängerzone, die einmal Remscheids Aushängeschild war, ist mit dieser Kulisse nur noch ein Schatten ihrer selbst.

Es ist dringend geboten, dass der Stadtrat nun die Voraussetzungen geschaffen hat, den Niedergang zu stoppen, indem er die Allee zum Sanierungsgebiet erklärt hat. Dahinter steckt die Einsicht, dass sie ihre Funktion als Einkaufsparadies in ihrer vollen Länge nicht mehr erfüllen wird. Die Eigentümer sollen stattdessen mit finanziellen Anreizen motiviert werden, ihre Geschäftshäuser umzuwandeln und beispielsweise neuen Wohnraum zu schaffen. Zwingen könne er niemanden dazu, erklärte Baudezernent Peter Heinze. Aber immerhin kann er nun auf einer neuen Ebene mit den Immobilienbesitzern Gespräche führen und sie auf Steuervergünstigungen hinweisen. Bei dieser Überzeugungsarbeit ist ihm Erfolg zu wünschen. Denn nur wenn sein Team die Bereitschaft weckt, dass Private in den Standort investieren, kann sich das Bild an der Allee nachhaltig verbessern.

Dass Investitionen große Chancen eröffnen, hat der Vermögensverwalter DWS erkannt, der als Besitzer des Allee-Centers über 25 Millionen Euro bereitstellt, um es bis Mitte 2023 neu zu gestalten. Das Flair der 80er-Jahre soll von mehr Gemütlichkeit abgelöst werden - mit neuen Bodenfliesen, mit Sitzecken, inklusive Ledersofas, mit einem neuen Beleuchtungskonzept. Diese Pläne trugen ganz bestimmt dazu bei, dass sich Edeka und Aldi-Nord in dem fast leerstehenden Untergeschoss mit Filialen niederlassen.

Und genau das muss auch das Ziel an der Allee sein: Investitionen müssen her, damit es wieder bergauf gehen kann. Remscheid hat dem Abwärtstrend viel zu lange nahezu tatenlos zugesehen - und sich in endlosen Diskussionen verloren, statt Handlungskonzepte entschlossen abzuarbeiten, die es ja gab. Etwa das Revitalisierungsprogramm aus dem Jahre 2014, mit dem jetzt, acht Jahre später, neue Laternen finanziert und aufgebaut werden. Es bleibt zu hoffen, dass nun auch den Immobilienbesitzern ein Licht aufgeht - und sie ihre Häuser in Schuss bringen, um sie für neue Nutzer interessant zu machen.

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