Alleestraße

Allee: Planer setzen auf eine Dreiteilung

Entwurf für die Alleestraße vom Büro Stadtguut: Die Zukunft könnte einer Dreiteilung mit Handel, Wohnen, Freizeit gehören.
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Entwurf für die Alleestraße vom Büro Stadtguut: Die Zukunft könnte einer Dreiteilung mit Handel, Wohnen, Freizeit gehören.
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Erste Untersuchungsergebnisse in der BV Alt-Remscheid vorgestellt – Abschluss für das erste Quartal 2021 geplant

  • Die Alleestraße wird ein neues Gesicht erhalten.
  • Ein Viertel der Lokale auf der Allee steht leer.
  • Das Land NRW habe ein Ad-hoc-Programm für die Sanierung der Innenstädte aufgelegt.

Von Andreas Weber

Alt-Remscheid. Die Alleestraße wird ein neues Gesicht erhalten. Kontroverse Überlegungen um Sanierung und Neugestaltung laufen zwar schon seit vielen Jahren, das Planungsbüro Stadtguut (Bochum) präsentierte jetzt in der Bezirksvertretung (BV) Alt-Remscheid erste Ergebnisse einer langfristig angelegten Untersuchung im Auftrag der Stadt, die eine klare Richtung vorzeichnen: Die Hauptgeschäftsader Remscheids wird sich weitgehend von ihrem Handelskonzept verabschieden.

Geschäftsführer Stephan Gudewer sprach vor den Kommunalpolitikern von einer Neuaufteilung der Allee in drei Teile: Handel, Wohnen und Freizeit. Die obere Allee, wo der Einzelhandel mit dem Anker Allee-Center noch gedeiht, soll den Geschäften vorbehalten bleiben und ein „bergisches, kulinarisches Karree“ aufgewertet werden. Der Mittelteil könnte zum Wohnstandort, auch mit Wohnen in der Gemeinschaft, ausgebaut werden, verbunden mit einem Gesundheitshaus und Zentrum für Soziale Dienste. In Marktnähe unten soll ein Erlebnisraum entstehen, der Bibliothek oder VHS-Standort beinhalten könnte, aber auch Gastronomie und Kultur.

Remscheid: Ein Viertel der Lokale steht leer

Dass dringend etwas passieren muss, ist unstrittig. Denn ein Viertel der Lokale (34 von 133 Geschäftslokalen) auf der Allee steht leer, berichtete Gudewer. Der vorbereitenden Untersuchung von Stadtguut liegt eine dezidierte Datenerhebung zugrunde. So gab es eine Online-Befragung von Bürgern, an der 329 Personen teilnahmen. Erster Baustein war zuvor eine Eigentümer-Befragung gewesen, an der 75 von 93 teilnahmen. „80 Prozent Rücklauf ist eine sehr hohe Quote“, meinte der Stadtplaner zufrieden. Die Befragung ergab, dass 52 Objekte auf der Allee in naher Zukunft „angepasst“ werden sollen.

Heißt: Kleinere energetische wie kosmetische Maßnahmen sind geplant, in Einzelfällen seien Barrierefreiheit, Erweiterungen und Aufstockungen von den Hausbesitzern angedacht. Hilfreich werde sein, so Gudewer, dass sich die Politik entschieden habe, über die Allee eine Sanierungssatzung zu stülpen. „Das ist ein Pfund. Es bringt den Eigentümern steuerliche Anreize und Abschreibungsmöglichkeiten, die ihresgleichen suchen.“

Einigen der zumeist aus den 50er und 60er Jahren stammenden Gebäuden kämen Schlüsselfunktionen zu. Gudewer nannte stellvertretend SinnLeffers. Der Referent verwies darauf, dass die Voraussetzung für eine Veränderung an der Stelle günstig seien. Die Allee sei gut erschlossen, Parkraum ausreichend vorhanden, um die Allee gruppieren sich zahlreiche soziokulturelle Angebote.

Remscheid: Ralf Wieber (ISG): Auch die Stadt muss Impulse setzen

Ralf Wieber (ISG Alleestraße) fügte hinzu, dass das „innerstädtische Wohnen eine besondere Qualität von Remscheid“ sei. Der ISG-Manager mahnte an, dass die Immobilienbesitzer Impulse seitens der Verwaltung benötigten. Fritz Beinersdorf (Linke) hatte gegen die Stadtguut-Analyse nichts einzuwenden, stichelte jedoch: „Neu ist das alles nicht.“ Auch Alexa Bell (CDU) merkte an: „Ich bin seit 21 Jahren in der BV Alt-Remscheid, ebenso lange beschäftigen wird uns mit der Sanierung. Wenn jetzt nicht schnell etwas passiert, brauchen wir in zehn Jahren nicht mehr über die Allee reden.“ Wichtig sei, so Bell, alle Eigentümer ins Boot zu nehmen. „Ohne sie werden wir die Allee nicht retten.“

Gerade in diesem Punkt sieht Dezernent Peter Heinze die Planer mit ihrem Rahmenplan Innenstadt vor einem vielversprechenden Durchbruch. Die BV-Politiker verwies er auf einen neuen Finanztopf. Das Land NRW habe ein Ad-hoc-Programm für die Sanierung der Innenstädte aufgelegt.

Nächste Schritte

Auf diesen ersten Sachstandsbericht durch das Planungsbüro Stadtguut folgen weitere planerische Schritte zum Umbau der Alleestraße: Am 31. August wird es einen Zielworkshop geben, danach erfolgen eine Überarbeitung des Strukturkonzeptes und der Einstieg in die Rahmenplanung. Die Öffentlichkeitsbeteiligung soll möglichst noch in 2020 stattfinden, die Untersuchung durch das Büro Stadtguut im ersten Quartal 2021 abgeschlossen werden.

Das Warenhaus Bingo an der Alleestraße nimmt Formen an. Bald soll das neue Geschäft öffnen.

Der Innenstadt droht ein Engpass bei den Supermärkten. Der Real im Allee-Center hat angekündigt bereits zum 31. Oktober zu schließen.

Auch die Politik nimmt Stellung zum Innenstadt-Umbau. Viele Parteien haben sich geäußert.

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