Suchtberatung

Alkoholkranke haben in der Pandemie vermehrt fachmännische Hilfe gesucht

Alkoholkranke haben in der Pandemie vermehrt fachmännische Hilfe gesucht.
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Alkoholkranke haben in der Pandemie vermehrt fachmännische Hilfe gesucht.
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Diakonie-Mitarbeiterinnen zogen im Sozialausschuss Bilanz der Suchtberatung während der Corona-Zeit.

Von Andreas Weber

Remscheid. In den pandemischen Zeiten fand ein großer Umbruch in der Suchtberatung der Diakonie statt. Fünf Mitarbeiter gingen, drei davon in den Ruhestand. Das Team, vorher im Schnitt jenseits der 50, wurde verjüngt. Nicht nur die Personalwechsel sorgten dafür, dass diese Zeit „belastend für Team wie Klienten war“, wie die Mitarbeiterinnen Heike Würker und Laura Wilking im Sozialausschuss ausführten.

Die Angebote konnten coronabedingt persönlich vor Ort nur eingeschränkt durchgeführt werden. „Einige Klienten sind auch durchs Netz gefallen“, erklärte Heike Würker. Dennoch wurden 435 betreut - weniger als 2020 (456) und 2019 (614). Die meisten kamen wegen Alkoholproblemen (42,8 %), gegenüber den Vorjahren mit steigender Tendenz. Bei den Suchtmitteln folgten Cannabis (29,7 %), Methadon (13,2 %), Ecstasy (7 %), Heroin (3,7 %), Kokain (1,8 %).

Zielgruppe sind Suchtgefährdete oder -abhängige, wer Rehabilitation anstrebt, seine Abstinenz festigen möchte, Heroin substituiert. Viele sind darunter, die sich jahrelang mit ihrer Abhängigkeit herumschlagen. Die größte Gruppe stellen die ALG II-Bezieher (31 %), Schüler/Studenten (6,3 %) machen einen kleinen Anteil aus. „Die wenigsten kommen aus Eigenantrieb, sondern über den Druck aus ihrem Umfeld“, erläuterte Heike Würker. Die offene Sprechstunde montags (15 bis 18 Uhr) in der Fachstelle, Kirchhofstraße 2, wird in Kürze wieder für alle geöffnet sein. Ob dies nicht zu wenig sei angesichts der hohen Fallzahlen, wollte Dietmar Volk (CDU) wissen. Würker betonte, dass sich dieses Zeitfenster etabliert habe, der Tannenhof seine Patienten bereits ab 14 Uhr schicke, die Mitarbeiter montags oft bis 19 Uhr anwesend seien.

400 000 Euro erhält die Diakonie jährlich von der Stadt für ihre wichtige Arbeit, die in der Beratung von Einzelnen, Paaren oder Familien besteht, eine anfangs achtmal stattfindende Orientierungsgruppe anbietet, die LINE-Gruppe (legal, illegal, nicht egal) für auffällige Jugendliche, HaLT (Hart am Limit), ein Projekt für Jugendliche mit dem Sana sowie ein von der Rentenversicherung anerkanntes Nachsorgeangebot mit 20 Einheiten plus Hilfe für Kinder aus suchtbelasteten Familien.

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