Bergisches Wissensforum

Alexander Groth: „Sie haben die Wahl, ob Sie sich aufregen“

Alexander Groth erklärte beim Bergischen Wissensforum Einflüsse auf das Wohlbefinden. Foto: Rouven Böttner
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Alexander Groth erklärte beim Bergischen Wissensforum Einflüsse auf das Wohlbefinden.
  • Andreas Tews
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Alexander Groth sprach über bewusstes Wahrnehmen, Stressvermeidung und zu hohe Erwartungen.

Der Ärger ist die negativste Energie, mit der wir uns konfrontiert sehen. Ist der Ärger groß, sinkt der Grad der Zufriedenheit. Dabei, so referierte der renommierte Redner Alexander Groth, haben wir es selbst in der Hand, ob wir uns ärgern. Dies unterscheide die Menschen von den Tieren. Ärger sei oft überflüssig, dennoch sei es ein langer Lernprozess, ihn nicht zuzulassen. Hierzu gab Groth beim dritten Abend des Bergischen Wissensforums 2021/22 wertvolle Tipps.

Alexander Groth ist ein gefragter Redner unter anderem für die Schulung von Führungskräften. Er bietet Vorträge an und Trainings für Gruppen mit 10 bis 30 Teilnehmern. Gastgeber beim Bergischen Wissensforum sind unter anderem das Solinger Tageblatt und der Remscheider General-Anzeiger.

„Nicht die Dinge beunruhigen uns, sondern unsere Urteile darüber.“

Bei seinem Vortrag sprach Groth (bei 2G-Plus-Regel) im Bürgersaal der Solinger Stadtkirche über „Bewusste Wahrnehmung – die Eigenverantwortung Ihrer Emotionszustände“. Eine seiner Grundaussagen war: Wir können nichts daran ändern, dass ständig etwas passiert. Beeinflussen können wir aber, wie wir es wahrnehmen. Dabei hält er es für wichtig, eine langfristige („globale“) Zufriedenheit anzustreben. Ärger, Sorgen und Stress stünden dem entgegen.

Sich zu ärgern, führe in der Regel zu keinem positiven Ergebnis. Groth nannte hierzu ein Zitat, das unter anderem Buddha zugeschrieben wird: „Sich zu ärgern ist wie Gift zu trinken und zu hoffen, dass der andere stirbt.“ Ärger könne man zum Beispiel vermeiden, indem man dies bei Dingen nicht zulässt, die der Einzelne ohnehin nicht beeinflussen könne. Statt sich beim Autofahren über den Fahrer des Wagens davor aufzuregen, der es nicht schaffe, zügig in eine Hauptverkehrsstraße einzubiegen, solle man lieber etwas Schönes machen: sich mit den Mitfahrern unterhalten, zum Beispiel.

Groth ergänzte: „Nicht die Dinge beunruhigen uns, sondern unsere Meinungen und Urteile darüber. Sie müssen sich eines klarmachen: Wir haben die Wahl – ärgere ich mich, oder nicht?“ Dies klinge einleuchtend und plausibel, sei aber nicht leicht umzusetzen. Groth bekannte: „Ich habe selbst zehn Jahre gebraucht, um dies umzusetzen.“

Unzufriedenheit entstehe aber auch durch zu hohe Erwartungen an einen selbst. Jeder wolle sowohl im Beruf als auch im Privaten das Maximale erreichen. Dies sei aber unrealistisch. Von den 24 Stunden am Tag blieben nach dem Abzug der Zeit für Schlafen, Arbeit, Essen, Körperpflege, dem Weg zur Arbeit und der Tätigkeit im Haushalt gerade einmal vier Stunden. Und die verbrächten die meisten Deutschen vor dem Fernseher, dem Smartphone oder dem Computer – weil sei einfach nur noch abschalten wollten. Da bleibe keine Zeit mehr für Freunde, Familie oder Hobbys. Sein Tipp: „Machen Sie jeden Tag für eine halbe Stunde konsequent eine Sache.“ Dies könne unter anderem Sport sein oder das Erlernen einer Sprache.

Um den einzelnen Tag zu bilanzieren, sei es auch nicht ratsam, in Gedanken eine To-do-Liste abzuhaken, bei der es nicht möglich sei, diese komplett abzuarbeiten. Die Frage müsse lauten: „War ich heute produktiv?“ Diese sei oft mit „ja“ zu beantworten.

Nicht zuletzt helfe es auch, die schönen Momente zu genießen. Groth: „Es gibt viele davon. Wir dürfen sie nur nicht übersehen.“

Hintergrund

Forum: Das Bergische Wissensforum wird von Solinger Tageblatt, Remscheider General-Anzeiger sowie der Agentur Sprecherhaus veranstaltet – unterstützt von der Volksbank im Bergischen Land und Walbusch.

Nächster Termin: Am Dienstag, 25. Januar, spricht ab 19.30 Uhr Susanne Nickel zum Thema Zielstrebigkeit.

Tickets: Wer die Vorträge vor Ort in der Evangelischen Stadtkirche Solingen erleben möchte, zahlt für einen Vortrag 49 Euro (39 Euro für RGA-Karten-Inhaber). Wer die Veranstaltung im Livestream sehen möchte, zahlt 39 Euro pro Vortrag (29 Euro mit RGA-Karte). Karten: Tel. (0 25 61) 97 92 888 oder unter: t1p.de/g915

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