Gemeinde

Aleviten kochen und backen für Tiere

Der Erlös aus dem Verkauf der Speisen kommt dem Tierheim für Remscheid und Radevormwald zu Gute. Foto: Doro Siewert
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Der Erlös aus dem Verkauf der Speisen kommt dem Tierheim für Remscheid und Radevormwald zu Gute.

Gemeinde engagiert sich immer wieder für soziale Projekte. Diesmal geht eine Spende ans Tierheim.

Von Sabine Naber

Mindestens zweimal im Jahr engagieren sich die Mitglieder der Alevitischen Gemeinde Remscheid für ein soziales Projekt. Waren es in der Vergangenheit beispielsweise das geplante christliche Hospiz oder die Arbeit für Flüchtlinge, ging es am Sonntag um das Tierheim für Remscheid und Radevormwald.

Drei Familien aus der Gemeinde standen ab zehn Uhr morgens in der Küche im Haus an der Lenneper Straße, um für die Gäste, die am frühen Nachmittag erwartet wurden, zu kochen. Die Zutaten wurden gespendet, der Erlös kommt dem Tierheim zu Gute. „Auch die Tiere haben unsere Hilfe nötig. Wir Menschen haben ihr Umfeld eingeengt, da müssen wir etwas für sie tun“, fasst es Metin Arslanoglu, seit zehn Jahren Vorsitzender der Gemeinde, zusammen. „Willkommen ist bei uns jeder. Neue Gesichter sind immer gerne gesehen“, lädt der Vorsitzende dazu ein, die Veranstaltungen zu besuchen.

Es war eine gesellige Atmosphäre, in der man sich traf. Linsensuppe und Salat, Nudeln und Fleisch, und eine imposante Auswahl an selbst gebackenen Kuchen waren vorbereitet worden. Gegen eine Spende stellte sich jeder der Gäste etwas zusammen, an runden Tischen saß man gemütlich beim Essen. „Das Kochen ist ja eigentlich nur der Vorwand, damit die Menschen zusammenkommen. Und wer das Miteinander schätzt, der kann sonntags zu uns kommen. Dafür muss man nicht Mitglied bei uns werden“, sagt Arslanoglu.

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Die Idee, einmal fürs Tierheim aktiv zu werden, kam bei einer Mitgliederversammlung. Im Vorstand der Aleviten nahm sie Gestalt an. Ebenso wie das nächste Projekt der Gemeinde, die sich zukünftig um ein Dorf in Afrika kümmern, eventuell Patenschaft für Familien dort, übernehmen will. „Wir suchen zurzeit noch Menschen, die sich bei diesem Thema auskennen. Sie wollen wir um Vermittlung bitten, damit die Hilfe auch unbürokratisch da ankommt, wo sie am meisten gebraucht wird.“

Geplant ist eine Müllsammelaktion. Vorausgegangen ist eine Schulung, bei der es um Mülltrennung und den sachgemäßen Umgang mit der Natur gegangen ist. Ein Miteinander mit der Natur sei zwingend erforderlich, wenn die Menschen eine Zukunft haben wollen, davon ist man in der Gemeinde überzeugt.

In der Fastenzeit will die Gemeinde Lebensmittel an die Tafel spenden

Zum Fasten, was bei den Aleviten an drei Tagen in der zweiten Februarhälfte zelebriert wird – der Vorsitzende nennt sie die „heiligen Tage“, weil sie dem Schutzpatron, der Menschen in Not zur Hilfe eilt, gewidmet sind – will die Gemeinde Nahrungsmittel sammeln und sie der Remscheider Tafel bringen. „Das wollen wir jetzt kontinuierlich in jedem Jahr tun. Dabei mal die Wohnungslosen, mal die Tafel unterstützen“, erklärt der Vorsitzende. Er lobt die Frauen: „Sie sind doppelt so aktiv wie wir Männer. Sie sorgen dafür, dass die Ideen verwirklicht werden.“ Wenn es nach ihm ginge, würden sich deutlich mehr Menschen ehrenamtlich engagieren für all das, was in unserer Gesellschaft gebraucht würde.

ALEVITISCHE GEMEINDE

RELIGION Die Alevitische Gemeinde Remscheid mit Sitz an der Lenneper Straße, versteht sich als eigenständige Religionsgemeinschaft. Das Alevitentum ist eine humanistische, naturverbundene, tolerante und weltoffene Glaubenslehre, in der die Auseinandersetzung mit sich selbst eine wichtige Rolle spielt.

Weil die Alevitische Gemeinde Mitglied des gemeinnützigen „Bundes der Alevitischen Jugendlichen in Deutschland“ ist, werden mit den Dachorganisationen Projekte entwickelt und umgesetzt. Dazu gehören Diskussionen unter Jugendlichen. „Wir wollen die Jugendlichen sensibilisieren, sie für Projekte begeistern, die für alle Menschen nützlich sind“, heißt das Ziel.

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