Aktionstag

Aktionstag „Junge Fahrer“ wirkt mit echten Erlebnissen

Die angehenden Brandmeister der Remscheider Feuerwehr beeindruckten mit ihrer Rettungsübung.Foto: Roland Keusch
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Die angehenden Brandmeister der Remscheider Feuerwehr beeindruckten mit ihrer Rettungsübung.
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Bei der Polizei am Quimperplatz ging es um Prävention. Auch emotional.

Von Tristan Krämer

Urplötzlich wird es still am Mittwoch in einem der Schulungsräume der Polizeiwache am Quimperplatz. Eine Gruppe Schüler des Berufsbildungszentrums der Remscheider Metall- und Elektroindustrie (BZI) hat sich hier versammelt, um eine Station des Aktionstags „Junge Fahrer“ für die Unfallprävention wahrzunehmen. Alles junge Männer. Entsprechend gelöst ist zunächst die Stimmung. Hier quatschen noch ein paar, da witzelt noch einer.

Damit ist es vorbei als der Referent ein Röntgenbild präsentiert. Zu sehen sind mehrere Brüche in Ober- und Unterschenkel. Dann lässt der Mann die Bombe platzen: „Hiermit stelle ich euch meine Tochter vor.“ Denn bei dem Referenten handelt es sich nicht um einen Polizisten, Verkehrsexperten oder „Lehrer“, der den jungen Männern die Regeln im Straßenverkehr erklärt. Es ist der Vater einer damals 18-Jährigen, die als Beifahrerin ihres ebenso jungen Freundes auf dem Weg in den Holland-Urlaub mit dem Auto verunglückte.

Er berichtet von der Straße an dem Unfallort, von dem Anruf aus dem holländischen Krankenhaus, durch den ihm und seiner Frau klarwurde: Unsere Tochter könnte sterben. Und er berichtet von der Szenerie auf der Intensivstation mit Spritzenpumpen und Beatmungsgeräten, an die seine Tochter angeschlossen war.

Verbindung aus Emotionen und praktischen Erfahrungen

„Ihr habt Verantwortung im Straßenverkehr“, richtet der Vater des Unfallopfers klare Worte an die Zuhörer. Dass die Tochter nach vielen Operationen heute vollständig genesen ist, tut dem Eindruck, den die Schilderungen in den Gesichtern der BZI-Schüler hinterlassen, keinen Abbruch. Das wirkt. Und ist somit ein gutes Beispiel für das Gesamtpaket des Aktionstags, zu dem die Verkehrswacht Remscheid, die Abteilung Verkehrsunfall-Prävention des Polizeipräsidiums Wuppertal und die Remscheider Feuerwehr in Kooperation mit dem BZI zum vierten Mal einluden. Rund 350 Schüler nehmen am Mittwoch und Donnerstag daran teil, alleine 150 Azubis des BZI. „Uns geht es darum, unseren Schülern nicht nur technische Inhalte zu vermitteln, sondern uns ihren anderen Lebensthemen zu widmen und sie damit in ihrem Reifeprozess zu begleiten“, erklärt Stefanie Springop vom BZI die Motivation.

Zum Konzept des Aktionstags gehört die umfassende Prävention. Denn die emotionalen Eindrücke wie die des Angehörigen oder drastische Unfallfotos werden verknüpft mit praktischen Erfahrungen. So wie im Überschlags- oder dem Ablenkungssimulator, der zeigt, das eine Sekunde aufs Handy schauen bei 50 km/h schon 15 Meter Blindflug bedeutet. Und auch die Übung der Feuerwehr, die einen simulierten Unfallfahrer aus dem Auto schnitt, hinterlässt Eindruck. Ganz praktisch auch die Fahrt durch einen Parcours samt „Torkelbrille“: Die simuliert einen Alkoholwert von etwa 1 Promille im Blut – kaum jemand, der da nicht einen der Pylonen oder gar den Zaun touchiert. „Das ist unheimlich schwierig. Ich kann nur davon abraten, betrunken Auto zu fahren“, zieht etwa der 19-jährige Tobias Eisemann vom BZI seine klare Lehre aus dem Aktionstag.

Aktionstag „Junge Fahrer“ in Remscheid

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Aktionstag © Roland Keusch
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