TV-Fahndung

„Aktenzeichen XY“ filmt auf der Allee

Vivien Sczesny (Mitte) spielt Leonie, Laura Stüttgen (l.) ihre Freundin. Leonie verschwand vor zwei Jahren spurlos.
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Vivien Sczesny (Mitte) spielt Leonie, Laura Stüttgen (l.) ihre Freundin. Leonie verschwand vor zwei Jahren spurlos.
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Das Schicksal einer vermissten Remscheiderin soll durch Fernsehsendung geklärt werden. Dreharbeiten führten in die Innenstadt.

Von Frank Michalczak

Am 22. Juli 2016 verschwand die 15-jährige Remscheiderin Leonie spurlos. Jetzt, fast zwei Jahre später, zeichnet ein Team der Fernsehsendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“ ihr Schicksal nach. Die Dreharbeiten führten am Donnerstag auf die Alleestraße – dort, wo Leonie in das Auto eines Unbekannten stieg. Es war das letzte Mal, dass sie gesehen wurde.

Polizei und Angehörige setzen ihre Hoffnungen darauf, dass durch die Fernsehsendung Zeugen auf den Fall aufmerksam werden, die Hinweise geben können. Ausgestrahlt wird die Sendung am 10. Oktober um 20.15 Uhr im ZDF.

Zuständig für die Dreharbeiten ist Regisseur Jochen Müller. „Der Film wird zwischen 12 und 15 Minuten lang sein“, berichtet er über die Dokumentation, in der Szenen aus Leonies Leben nachgestellt werden. Im Mittelpunkt steht die Schlüsselszene – jener Augenblick, als die damals 15-Jährige in Höhe der Stadtsparkasse Abschied von ihrer Freundin nahm. Leonie winkte einem Mann zu, der am Rande der oberen Allee an einem schwarzen Kleinwagen lehnte. Nach einer Umarmung stieg sie in das Auto – sie nahm hinten Platz, er auf dem Vordersitz. Neben ihm saß ein ebenfalls unbekannter Fahrer.

Handlung basiert auf Beschreibungen der Freundin

Diese Handlung basiert auf den Beschreibungen der Freundin, die von einem separaten Fernsehteam interviewt wurde. „Wir sind für die Szenen zuständig, die nachgestellt werden. Ein Redakteur hat mit den Angehörigen gesprochen. Beides wird dann in dem Beitrag zusammengeschnitten“, erläutert der Regisseur, der über Castingagenturen die Schauspieler engagierte. Sie sollen möglichst viel Ähnlichkeit mit den realen Personen haben.

Der Filmdreh zu "Aktenzeichen XY"

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Der Filmdreh zu "Aktenzeichen XY" © Roland Keusch
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Der Filmdreh zu "Aktenzeichen XY" © Roland Keusch
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Der Filmdreh zu "Aktenzeichen XY" © Roland Keusch
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Der Filmdreh zu "Aktenzeichen XY" © Roland Keusch
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Der Filmdreh zu "Aktenzeichen XY" © Roland Keusch
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Der Filmdreh zu "Aktenzeichen XY" © Roland Keusch
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Der Filmdreh zu "Aktenzeichen XY" © Roland Keusch
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Der Filmdreh zu "Aktenzeichen XY" © Roland Keusch
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Der Filmdreh zu "Aktenzeichen XY" © Roland Keusch
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Der Filmdreh zu "Aktenzeichen XY" © Roland Keusch

Vivien Sczesny (17) übernahm die Rolle von Leonie und setzte sich zuvor mit ihrem Schicksal auseinander. „Ich habe alles über sie gelesen, was ich gefunden habe. Außerdem war es mir wichtig zu erfahren, wie es ist, in Pflegefamilien zu leben.“ Denn genau dies bestimmte das Leben der heute 17-Jährigen, die lange Zeit vom Remscheider Jugendamt betreut wurde. Die Behörde an der Alleestraße wurde ebenso zur Filmkulisse. Gezeigt wird dort die kleine Leonie – im Alter von zwei Jahren.

Dreharbeiten werden am Samstag abgeschlossen

Die Dreharbeiten, die am Samstag abgeschlossen werden, führten bereits in den Stadtpark und auf die Sportanlage in Hackenberg. Die Zuschauer sollen Einblicke in den Alltag der jungen Frau erhalten. Und dazu zählt auch ihre Lieblingsmusik. „Ich habe mir das angehört. Das ist ganz wilder Hardrock“, berichtet Darstellerin Vivien Sczesny, die in Gütersloh lebt und noch zur Schule geht.

TV-FAHNDUNG

PUBLIKUMSERFOLG Rund sechs Millionen Menschen verfolgen die Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“, die zu den ältesten Reihen im deutschen Fernsehen zählt. 1967 wurde sie erstmals ausgestrahlt. Das Konzept stammt von Eduard Zimmermann.

Gemeinsam mit ihrer Schauspielkollegin Laura Stüttgen (20), die Leonies Freundin spielt, musste sie sich gestern in Geduld üben. Immer wieder wurden die Szenen auf der Alleestraße wiederholt, bis Regisseur Jochen Müller und Aufnahmeleiter Benjamin Frank zufrieden waren. Mal spielten die Lichtverhältnisse durch den Wechsel von Sonne und Wolken nicht mit, mal lief ein Passant durch das Bild, mal grölte eine Gruppe Jugendlicher. Die Wartezeit führte dazu, dass Darstellerin Vivian Sczesny ins Frieren geriet. Denn Leonie war am Tag ihres Verschwindens sommerlich bekleidet. Sie trug eine kurze Hose, eine schwarz-weiß karierte Bluse und eine dunkle Mütze. Und da alles möglichst authentisch sein soll, musste die 17-jährige Schauspielerin genau diese Bekleidung anziehen.

Mindestens drei weitere Vermisstenfälle werden bei der Spezialausgabe von „Aktenzeichen XY“ am 10. Oktober vorgestellt. Regisseur Jochen Müller drehte bereits in Hamburg. Zwei weitere Aufträge folgen – in Karlsruhe und im bayerischen Burgsinn.

Hier finden Sie den Suchaufruf der Polizei.

Lesen Sie auch: „Aktenzeichen XY“ sucht die junge Remscheiderin Leonie

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