Neues Fortbildungsprogramm ist erschienen

Akademie in Küppelstein wirft Gesellschaftsfragen auf

Direktorin Prof. Dr. Susanne Keuchel (l.), Studienleiterin Patricia Gläfcke und Sprecher Torsten Schäfer mit dem neuen Programm. Foto: Roland Keusch
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Direktorin Prof. Dr. Susanne Keuchel (l.), Studienleiterin Patricia Gläfcke und Sprecher Torsten Schäfer mit dem neuen Programm.

180 Kurse online und in Präsenz: Die Akademie der Kulturellen Bildung des Bundes und des Landes bietet Angebote für Fachkräfte und jedermann.

Von Melissa Wienzek

Remscheid. Gesellschaftlicher Umbruch in Zeiten der Digitalität, Fragen zur Identität und zur Nachhaltigkeit – diese und weitere Themen stehen im Mittelpunkt des neuen Fortbildungsprogramms 2022 der Akademie der Kulturellen Bildung des Bundes und des Landes in Küppelstein. Rund 180 Kurse sind ab sofort buchbar. Angesprochen werden Fachkräfte, die beruflich mit Kindern und Jugendlichen zu tun haben – zum Beispiel Lehrer, Erzieher, Ganztagsbetreuer oder Jugendsozialarbeiter. Für sie bietet das breite Spektrum an Fort- und Weiterbildungsangeboten neue Impulse für die tägliche Arbeit. Aber auch „Akademie Regio“ ist wieder vertreten, also Kurse, die jeder belegen kann. Wir geben einen Überblick.

Konzept: Von den 180 Kursen laufen 15 bis 20 online, schätzt Sprecher Torsten Schäfer. „Daneben gibt es hybride Kurse und wieder einige in Präsenz, worüber wir uns sehr freuen.“ Das Anmeldeverfahren sei vereinfacht, das digitale Nutzerkonto weiterentwickelt worden. Die digitalen Werkzeuge seien DSGVO-konform, betont Schäfer. Man arbeite mit einem eigenen Videostream-System auf eigenen Servern. „Vor allem für die Jugendarbeit ist es wichtig, dass der Datenschutz gewährleistet ist“, ergänzt Direktorin Prof. Dr. Susanne Keuchel.

Höhepunkte: Was die Einrichtung neben der Diversität bewege, sei die Digitalität, aktuell die Verbindung von Künstlicher Intelligenz (KI) und Kultureller Bildung. Morgen starte das erste KI-Ideenlabor mit Experten aus verschiedenen Bereichen. Es geht um ethische, humane und praxisbezogene Fragen. 2022 soll es eine große KI-Tagung geben. Hervorheben möchte Studienleiterin Patricia Gläfcke zudem folgende Veranstaltungen: Das verschobene Spielkulturfestival „Escape Convention“ steigt nun vom 25. bis 27. Mai 2022, Fachtage zur Leseförderung am 6. September 2022 und 25. November 2022. Interessant dürfte auch „Traumberuf Influencer oder Youtuber“ vom 31. Oktober bis 4. November 2022 sein, ein großes Thema bei Jugendlichen. Und das beliebte 43. Internationale Bergische Gitarrenfestival, das dieses Jahr wegen Corona ausfiel, soll nun vom 4. bis 9. Januar 2022 nachgeholt werden.

Akademie Regio: Dieser Bereich richtet sich an jeden Interessierten. Darunter fallen zum Beispiel die „11. Bergischen Orchestertage“, Cosplay, Textildruck, aber auch Kurse wie „Desinformation und Verschwörungsmythen“, ein Kurs zur Medienmanipulation und Miniaturwelten mit Haases Papiertheater inszenieren.

Das Thema: Der redaktionelle Teil des Programms dreht sich um das Thema „Woke“. Es beleuchtet kritisch, aber konstruktiv die gesellschaftliche Bewegung zwischen Selbstbestimmung und Cancel Culture. „Woke steht für eine neue Jugendbewegung, die von unten herauskommt und bis in die Hochschulen reicht, aber auch durchaus kritisch gesehen wird und zu Reibungen führt“, erklärt Prof. Keuchel. In Essays und Interviews wird dabei geklärt, welche Rolle Moral, Social Media und Macht dabei spielen. Die spannende, aber auch heikle Frage sei: Wie weit darf man im kulturellen Kontext gehen, ohne jemanden zu verletzen? Die Akademie habe seit jeher die Jugendpolitik im Blick. „Wir wollen dabei keine Stellung beziehen, aber wir brauchen Antworten in der Gesellschaft in Hinblick auf ein konstruktives Miteinander.“

Hygienekonzept: Ins Haus kommt nur hinein, wer einen Nachweis für „3G“ vorlegt. Es gilt ein Einbahnstraßensystem, Abstände werden auch in den Räumen gewahrt. Teils kommen Spuckschutzwände zum Einsatz. „Wir richten uns in den Kursen nach der Bedürftigkeit der Teilnehmer. Wir sind sehr vorsichtig“, betont Prof. Keuchel. Über „Neustart Kultur“ wurde jeder Raum mit Luftfiltern ausgestattet.

Erhältlich: Das Programm kann als Broschüre angefordert werden unter Tel. (0 21 91) 79 40, oder hier eingesehen werden:

www.kulturellebildung.de

Hintergrund

Die Akademie der Kulturellen Bildung in Remscheid-Küppelstein ist das bundes- und landeszentrale Institut für kulturelle Jugendbildung in Deutschland. Sie wurde 1958 gegründet und wird von Land und Bund gefördert. Die Fachbereiche erstrecken sich von Baukultur über Medien, Musik, Tanz bis hin zu Theater, Literatur und Sozialpsychologie. Neben Direktorin Prof. Dr. Susanne Keuchel und Studienleiterin Patricia Gläfcke gibt es 12 weitere festangestellte Dozenten, dazu kommen einige freie.

Schnelles Internet: Akademie wartet noch

Während der Breitbandausbau an anderer Stelle in Remscheid mit großen Schritten vorangeht, wartet die Akademie der Kulturellen Bildung des Bundes und des Landes in Küppelstein immer noch auf schnelles Internet. Und das bereits seit Jahren. Vor genau einem Jahr, als das neue Programm 2021 vorgestellt wurde, hatte die Telekom ein zügiges Verfahren angekündigt.

Passiert ist bislang nichts. Die Akademie bildet auch in Online-Kursen Fachkräfte aus ganz Deutschland weiter. Im digitalen Zeitalter sei dies mehr als ärgerlich, sagt Prof. Dr. Susanne Keuchel. „Wir verlieren dadurch wichtige Multiplikatoren der Kulturellen Bildung.“ -mw-

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