150 Auszubildende

In Lennep öffnet eine Akademie für Pfleger

Praktische Übungen sind Alltag in der Lenneper Pflegeakademie: Auszubildende Pia Siebert schlüpft in die Rolle der Patientin, die von ihren Kollegen Monika Lakraa-Mateiro-Gomes, Osman Yilmaz, Laura Alhelm und Björn Robra (von links) versorgt wird. Fotos (2): Michael Schütz
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Praktische Übungen sind Alltag in der Lenneper Pflegeakademie: Auszubildende Pia Siebert schlüpft in die Rolle der Patientin, die von ihren Kollegen Monika Lakraa-Mateiro-Gomes, Osman Yilmaz, Laura Alhelm und Björn Robra (von links) versorgt wird.
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Seit vier Wochen besuchen 150 Auszubildende die Klassenzimmer an der Leverkuser Straße.

Von Frank Michalczak

Wo früher einmal die Führungsriege der Firma Barmag residierte, werden seit 1. Juli Altenpfleger ausgebildet. Sieben Dozenten vermitteln auf der ersten Etage des Barmag-Nebengebäudes an der Leverkuser Straße rund 150 Jung-Kollegen vielfältige Kompetenzen. Damit erhalten sie das Rüstzeug für ihren Einsatz in Seniorenheimen und ambulanten Pflegediensten.

Seit 1987 war die Akademie auf dem Gelände der Stiftung Tannenhof untergebracht, wie die stellvertretende Leiterin Petra Pausewang berichtet. „Wir haben aber nun zeitgemäße Räume benötigt“, erklärt sie mit Blick auf den Umzug in das ehemalige Firmendomizil, das für die Belange der Auszubildenden maßgeschneidert wurde. In der neuen Akademie, die weiterhin den Namen Hasensprungmühle trägt, finden sie ideale Lernbedingungen vor – in digitalen Klassenzimmern mit hochmoderner Technik in den Tafeln und Bildschirmen.

Kooperationspartner sind rund 70 Einrichtungen, die in und rund um Remscheid Altenpfleger ausbilden. Zu ihrem Einsatz in Heimen oder Pflegediensten gesellt sich der Blockunterricht in der Schule.

Petra Pausewang bildet Pflegekräfte aus.

Im Laufe der dreijährigen Ausbildung ist dieser in vielfältige Lernmodule untergliedert. Dazu zählt die Theorie – zum Beispiel, wie die Ethik in das Handeln bei der Altenpflege einbezogen werden muss. Dazu zählt aber auch das praktische Training für den Berufsalltag mit vielen Fragestellungen: Wie unterstütze ich alte Menschen bei der Haut- und Körperpflege oder bei deren Mobilität? Welche besonderen Bedürfnisse haben Demenzkranke? Wie sichere ich die Arzneimittelvergabe? „Die Vielfalt an ganz unterschiedlichen Tätigkeiten und Aufgaben macht einen großen Reiz des Berufs aus“, erklärt Petra Pausewang, die selber jahrelang in diversen Bereichen der Pflege im Einsatz war und sich durch Bachelor- und Masterstudium zur Dozentin qualifizierte.

Pflege-Ausbildungen werden zusammengefasst

Nicht nur durch die neuen Räume leistet das Lehrerteam aktuell Pionierarbeit – auch eine große Reform steht bevor. Am 1. Januar 2020 werden unterschiedliche Lehrbereiche generalisiert. Es gibt dann keine getrennte Ausbildung zum Alten-, Kranken- oder Kinderkrankenpfleger mehr – sondern eine gemeinsame Ausbildung zur Pflegefachfrau bzw. Pflegefachmann. Dies hat Auswirkungen auf den theoretischen Unterricht, aber auch auf den praktischen Teil der Lehrzeit.

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Die Jung-Kollegen lernen noch viel stärker als bisher die unterschiedlichen Einsatzmöglichkeiten kennen. Unabhängig von ihrem Dienst beim jeweiligen Arbeitgeber erleben sie diverse Praktika – zum Beispiel in unterschiedlichen Klinikbereichen, in ambulanten Pflegediensten oder Altenheimen.

RGA-STADTTEILSERIE 2019: WIR KOMMEN INS GESPRÄCH

LENNEP Der RGA hat seine Stadtteilserie 2019 gestartet. Erfahren Sie, liebe Leserinnen und Leser, in den Ferienwochen täglich mehr darüber, was sich vor Ihrer Haustür abspielt. Diese Woche beschäftigen wir uns mit Lennep. Danach folgen Lüttringhausen und der Südbezirk.

RGA VOR ORT Am kommenden Mittwoch, 31. Juli, können Sie mit Bezirksbürgermeister Markus Kötter (CDU) ins Gespräch kommen und Fragen an die Redaktion richten. Der RGA baut seinen Stand beim Vor-Ort-Termin auf dem Alten Markt auf. Von 11 bis 12 Uhr sind wir da.

„Der Vorteil ist, dass sie dadurch für ihren künftigen Berufsweg noch besser herausfinden können, was ihnen liegt und was ihnen Spaß macht“, erklärt Petra Pausewang: „Und auch die einzelnen Einrichtungen können für sich werben. Denn der Nachwuchs fehlt an vielen Stellen.“ Wer sich für den Pflegeberuf entscheide, habe vor allem eines – berufliche Sicherheit. Dabei räumt die Dozentin mit dem Vorurteil auf, dass damit schlechte Entlohnung verbunden sein muss. Nach Tarif erhalten die Auszubildenden 1140 Euro brutto im Monat. Einrichtungen, die 20 Prozent weniger zahlen, würden von der Berufsschule abgewiesen. „Diese Bezahlung ist nicht fair. Sie können sich dann eine andere Schule für ihre Auszubildenden suchen“, hebt Petra Pausewang hervor. In vielen Fällen sei nicht die Vergütung das Problem in den Pflegeberufen. „Es ist die Arbeitsbelastung.“

Getragen wird die Schule, die zeitversetzt bis zu 175 Auszubildenden Unterricht gewähren kann, von der Rheinischen Gesellschaft für Innere Mission und Hilfswerk GmbH der evangelischen Kirche, die 2500 Mitarbeiter zählt.

Standpunkt von Frank Michalczak

Sie wirken in Altenheimen, Jugendhilfeeinrichtungen und in Pflegeakademien – wie in Lennep, wo nun die Jung-Pfleger die ehemaligen Chefbüros der Barmag für sich entdecken können. 

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