Historisches Foto

Das neue Rätsel: Hier war einmal eine Vereinsgaststätte

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Dieses Gebäude beherbergte früher die Vereinsgaststätte eines Fußballvereins.

Das historische Foto zeigte das prächtige Gebäude in der Hastener Straße 76 – Damals fuhr dort noch die Linie 3 der Straßenbahn entlang.

Von Andreas Weber

Im Leben von Wolfgang Palenga spielte die Post eine wesentliche Rolle und in dem gezeigten Gebäude in Hasten ist er ein- und ausgegangen. Zunächst als Azubi bei der Stadtsparkasse Remscheid, die gegenüber der Post-Zweigstelle an der Hastener Straße lag.

Als die Post in Hasten noch den Zusatz „kaiserlich“ trug.

„Zu meinen Aufgaben gehörte es, täglich die Post abzuholen. Auf diesem Wege erledigte ich für die älteren Kollegen Einkäufe in der Apotheke, beim Zigaretten- und Zeitschriftenhändler sowie im Lebensmittelladen.“ 20 Jahre später war Palenga selbstständig und brachte täglich Pakete mit den zu versendenden Produkten zur Poststelle. „Der Umfang wurde im Laufe der Zeit immer größer. Der nette Postbedienstete bot mir daraufhin an, den Seiteneingang zu benutzen, dadurch wurde der Betrieb für die Privatkunden nicht aufgehalten.“

Klaus Müller schreibt, dass sich das Postamt bis Ende der 1990er Jahre in der Hastener Straße 76 befand. Mehrfach änderte die Post ihren Namen: Reichspost (1864), Deutsche Reichspost (1933 - 45), Deutsche Post (1947), Deutsche Bundespost (1950), Deutsche Post AG (1995) und Deutsche Post DHL Group (2015). Heute befindet sich an der gesuchten Stelle das Kosmetikinstitut Elegancy, die Postfiliale ist seit 1997 in der Hastener Straße 72 bei Lotto/Toto Michael Holtgraefe.

Klaus R. Schmidt, dem als Stadtführer der Hasten bestens vertraut ist, teilt dem RGA mit:

In der Hastener Straße 76 ist heute ein Kosmetikinstitut im Erdgeschoss.

„Das Rätselfoto zeigt das Gebäude Hastener Straße 76/Ecke Scharnhorststraße aus der Zeit, als noch die Straßenbahn fuhr. Es trug früher die Haus-Nr. 30 und gehörte dem Schreinermeister Brück.“ Erbaut wurde es auf dem Gelände der ersten Hastener Schule, von der Schmidt noch ein Foto aus dem Jahr 1899 besitzt.

Nach Schmidts Kenntnisstand mietete die Deutsche Reichspost das Gebäude am 1. April 1906, nachdem sich die Hastener für diesen Standort als Postanstalt entschieden hatten. „Die Einweihung für das neue Postdienstgebäude, in dem später auch Postmeister Franz Baukmann wohnte, fand im schräg gegenüberliegenden Restaurant ‘Zur neuen Reichspost’ statt, die von Gastwirt Leopold Richter betrieben wurde“, erläutert Klaus R. Schmidt und ergänzt, dass die Hastener Filiale die älteste Nebenstelle der Remscheider Hauptpost und auch nach dem 2. Weltkrieg eine selbstständige Amtsstelle der Deutschen Bundespost gewesen sei.

Heinz Jürgen Schmitz richtet den Blick auf dem Foto auf den goldfarbenen Schriftzug „Kaiserliches Postamt“. „Passend zur damaligen Zeit ist der Briefkasten im kaiserlichen Stil gehalten. Gut zu erkennen ist auch der schmiedeeiserne Armausleger mit angebrachter Rosette an der Hauswand“, schreibt Schmitz. Ab 1893 führte hier die Straßenbahn, Linie Nr. 3 (Markt - Hasten) bis zur Endhaltestelle Kaiser-Wilhelm-Straße vorbei.

Foto entstand zu Zeiten, als die Straßenbahn entlang fuhr

Darauf nimmt Roland Benscheid Bezug: „Deutlich erkennbar auf dem Foto ist ein Fahrleitungsmast aus damaliger Zeit. Die Bauart, ein reich verzierter, schmiedeeiserner Stahlmast, entspricht der ersten Ausführung ab 1892, die bis in die 1920er Jahre verwendet wurde. Über die Fahrleitungsmasten, an denen starke Kupferkabel befestigt waren, wurden die Fahrzeuge mit Strom versorgt. Der elektrische Strom wurde in der Kraftstation an der Honsberger Straße mit Dampfmaschinen erzeugt.“

B. Hagemann hat die Hastener Post in Erinnerung, weil „ich immer die monatliche Rente für meine Oma abholen musste“. Kurt Dasbach zieht folgende private Querverbindung: „Etwa gegenüber des Postamtes befindet sich das Restaurant ‘Il Camino’. Hier werde ich in der kommenden Woche mit meiner lieben Frau unsere Platin-Hochzeit feiern.“ Helmut Schucht verweist darauf, dass die Hastener Straße um 1312 erstmals erwähnt wurde: „Sie beginnt an der Schönen Aussicht und führt ins Morsbachtal.“

Weitere richtige Einsendungen schickten Brigitte Herbertz, Manfred Armbrust, Ernst Erdmann, Heinz-Peter Riedemann, Maik Bangert und Dieter Prill.

Das neue Rätsel

Dieses Gebäude beherbergte früher die Vereinsgaststätte eines Fußballvereins. Wenn Sie die Lösung wissen, schicken Sie sie uns bis Donnerstag, 3. September, per E-Mail oder Post, gerne verbunden mit persönlichen Anekdoten, an Remscheider General-Anzeiger, Alleestraße 77-81, 42 853 Remscheid.

redaktion@rga-online.de

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