Natur

Adlerfarn ist in allen Teilen giftig für Haustiere und Menschen

Floriane Gerhold, Freiwillige im Ökologischen Jahr an der Natur-Schule Grund, mit einem Wedel des Adlerfarns, der bis zu zwei Metern groß werden kann. Foto: Jörg Liesendahl/Natur-Schule Grund
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Floriane Gerhold, Freiwillige im Ökologischen Jahr an der Natur-Schule Grund, mit einem Wedel des Adlerfarns, der bis zu zwei Metern groß werden kann.

Biologin Stefanie Barzen von der Natur-Schule Grund zum Adlerfarn.

Der Adlerfarn ist ein Gewächs aus der Familie der Dennstaedtiaceae. Je nach Autor gehört er aber auch in eine eigene Pflanzenfamilie. Kurz gesagt: So genau weiß die Wissenschaft das noch nicht.

Er ist mit einer Höhe von zwei Metern und einer Wedellänge von bis zu maximal vier Metern der größte einheimische Farn. „Wedel“ sind die Blätter der Farne, die im Allgemeinen nur so aussehen, als bestünden sie aus kleinen Teilblättern. Die hellgrünen, kräftigen, leicht überhängenden Wedel sind drei- bis vierfach gefiedert und an jungen Spitzen leicht eingerollt. Alle Wedel der tiefwurzelnden, frostempfindlichen Pflanze entspringen einem mehr oder weniger unterirdisch gelegenen Kriech- oder Erdspross. Die Pflanze vermehrt sich hauptsächlich ungeschlechtlich. Geschlechtliche Vermehrung findet, eher selten, in Form des für Farngewächse typischen Generationenwechsels statt.

Adlerfarn ist in allen Teilen, auch getrocknet, giftig. Giftstoffe sind Thiaminase (Enzym, hemmt die Vitamin B1-Aufnahme), Blausäureglykoside und Pteridin. Schaden nehmen Pferde, Schweine, Kühe, Ziegen, Hasen, Kaninchen, Hamster. Es kommt zu Störungen im zentralen Nervensystem verbunden mit motorischen Störungen, Blasen- und Darmkrebs, Blutungen. Wird eine Kuh, die sich an Adlerfarn vergiftet hat, gemolken, ist ihre Milch für den Menschen noch giftig. Wohnorte des Farns sind Waldränder, Waldkahlschläge oder eher artenarme, lichte Birken-, Kiefern- und Eichenwälder. Von hier aus breitet er sich in angrenzende Wiesen und Weiden aus. Sein massenhaftes Auftreten unterdrückt durch mangelnden Sonnenlichteinfall das Wachstum anderer pflanzlicher Bewohner der Krautschicht, was besonders eine natürliche Verjüngung im Wald verhindert. Die im Herbst absterbenden Wedel unterdrücken bereits die Keimung zahlreicher Samen, weil sie im Laufe der Jahre eine dicke Streuschicht bilden. Es kommt zur Bildung sogenannter „Adlerfarnbrachen“. Wucherndem Adlerfarn ist mit biologischen und mechanischen Methoden kaum beizukommen. Insbesondere in der Gegend um die Natur-Schule Grund hat die Stadt Remscheid einiges unternommen, um Adlerfarnbrachen wieder zu artenreichen Flächen zu entwickeln.

Adlerfarn ist weltweit verbreitet und stammesgeschichtlich uralt. Ein Großteil unserer Steinkohlevorkommen gehen auf die großen Farnwälder des Karbons (vor 360 bis 290 Millionen Jahren) zurück.

Da die Vegetation in den Wintermonaten eine Pause einlegt, pausiert auch die RGA-Serie „Was wächst denn da am Wegesrand“. Naturerlebnistipps gibt es in der kalten Jahreszeit aber weiterhin auf der Homepage der Natur-Schule.

www.natur-schule-grund.de

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