Baustellen

Abrissbagger schaffen Platz für Neues

Der Bagger nagt an dem alten Haus in der Kölner Straße.
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Der Bagger nagt an dem alten Haus in der Kölner Straße.
  • Axel Richter
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Gerda Brüning ist traurig über den Abbruch ihres alten Reisebüros – An der Lüttringhauser Straße entsteht ein Neubau.

Von Axel Richter

Remscheid. Der Bagger greift Sparren und Pfetten und reißt das Haus an der Kölner Straße in Stücke. Altehrwürdig ist es wohl, aber nicht denkmalgeschützt. Das Abbruchunternehmen, das seit vergangenen Montag am Werk ist, lässt deshalb keinen Stein auf dem anderen.

Gerda Brüning blutet deshalb das Herz. 42 Jahre wohnte und arbeitete sie in dem Haus mit der Nummer 31-33. Dazu steckte die Inhaberin eines Reisebüros viel Geld in das von ihr angemietete Gebäude. Bis 2018. Da kündigte sie ihren Mietvertrag mit der Erbengemeinschaft in Meerbusch, der das Gebäude gehörte. Heute beobachtet sie von Ferne den Abriss des Hauses. „Das macht schon ein bisschen traurig“, sagt sie.

Doch zum Abriss gab es mutmaßlich keine Alternative, denn im Juli 2019 war es endgültig vorbei mit der Romantik im alt gewordenen Gemäuer. Die Bewohner, die Gerda Müller nachgefolgt waren, schlugen Alarm, ein Statiker diagnostizierte Einsturzgefahr, worauf das Technische Hilfswerk den Dachstuhl notdürftig abstützte. Nun also der Abriss.

Das Fachwerkgebäude an der Lüttringhauser Straße ist bereits zusammengefallen. Die Buche im Hintergrund bleibt.

Und dann? Die Erben in Meerbusch waren bislang nicht für den RGA erreichbar. Und Stadt Remscheid und die Lenneper Kommunalpolitiker wissen nichts.

„Wir haben darüber keine Informationen“, sagt Jörg Schubert, Leiter des Fachbereichs Bauen, Vermessen und Kataster. Achselzucken auch bei Bezirksbürgermeister Rolf Haumann (Grüne) und seinem Vorgänger Markus Kötter (CDU), denen es beiden leidtut um das alte Gebäude, das derzeit in sich zusammenfällt. „Damit geht leider wieder ein Stück Lenneper Geschichte“, sagt Kötter.

Verärgert über die Abrissarbeiten beziehungsweise die damit einhergehenden Verkehrsbehinderungen zeigt sich unterdessen Guido Rötzel, Chef des gegenüber der Abrissbaustelle liegenden Edeka-Marktes im ehemaligen Hertie-Gebäude. „Wir sind nicht darüber informiert worden, was eine absolute Frechheit ist“, erklärt er gegenüber dem RGA. „Viele Kunden sind diesbezüglich sehr verärgert.“

„Die Buche wird nicht in Mitleidenschaft gezogen.“
Jörg Schubert, Stadt Remscheid

Rötzel und auch der Aldi-Markt im alten Hertie haben unterdessen einen neuen Vermieter bekommen. Das Unternehmensgruppe Ten Brinke, die den denkmalgeschützten Bau 2017 übernahm und sanierte, hat das Haus an einen Immobilienfonds in München verkauft. Ten Brinke hatte lange nach Platz für Stellplätze gesucht, um die obere Etage des Hertie-Gebäudes zum Beispiel an ein Fitnessstudio vermieten zu können. Markus Kötter hegt eine Befürchtung: Nicht, dass auf dem Abrissgelände lediglich Parkplätze entstehen sollen. Doch alles bleibt Spekulation. Eine Anfrage des RGA ließ das Münchener Unternehmen unbeantwortet.

Erfreuliche Pläne gibt es unterdessen für das Grundstück Lüttringhauser Straße 16 unweit der Einmündung Gartenstraße. Darauf befand sich bis vor Kurzem ein Fachwerkhaus. Auch das wurde abgerissen. Der Lenneper, dem das Grundstück gehört, will darauf ein Mehrfamilienhaus mit Tiefgarage bauen lassen. 17 Wohnungen sollen entstehen, die Baugenehmigung ist erteilt.

Sorge gab es zwischenzeitlich um eine 120 Jahre alte Blutbuche, die sich auf einem Nachbargrundstück befindet. Die Politiker sorgten sich um ihren Erhalt. Doch die Verwaltung beruhigt. „Der Baum wurde durch die Abrissarbeiten und wird auch infolge der Bauarbeiten nicht in Mitleidenschaft gezogen“, versichert Stadtplaner Jörg Schubert. So bleibt zumindest dort ein Stück Lenneper Geschichte gewahrt.

Politik in Lennep

Um zwei große Brachflächen geht es am 12. Februar in der Bezirksvertretung Lennep. Nachdem die Pläne für das DOC weiter bei Gericht liegen, fragt die CDU nach der Zukunft des Kirmesplatzes und des Stadions. Die Stadt soll die Flächen besser pflegen.

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