Ihre Erinnerungen sind gefragt

Bismarckstraße: Abriss legt alte Werbung frei

Nach Abriss des Hauses Nr. 23 taucht historische Werbung an der Seitenwand auf.
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Nach Abriss des Hauses Nr. 23 taucht historische Werbung an der Seitenwand auf.
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Neubau der Gewag an der Bismarckstraße weckt Erinnerungen an Einzelhändler.

Von Andreas Weber

Remscheid. Nach vielen Jahrzehnten ist die riesige Werbung an der Seitenwand wieder freigelegt: An der Bismarckstraße 21 wird für Mercedes Schuhe von Kappen und Lederwaren Mühlen geworben. Der Abriss des Gebäudes Nr. 23 lässt alte Remscheider noch einmal im Vorbeifahren oder -gehen in Erinnerung schwelgen. Für ein paar Wochen leben die guten alten Einzelhandelszeiten auf.

Das Haus Nr. 23, im Gewag-Besitz, wird die neue Zentrale der Wohnungsbaugesellschaft werden, die an der Stelle gerade neu baut. Die Trennwand zum links angrenzenden Gebäude wurde von dem Abrissunternehmen vorsichtig per Hand abgetragen, um nicht die Substanz beim Nachbarn anzugreifen. Nachdem vorsichtshalber der Kampfmittelräumdienst über das plane Gelände geschickt wurde, um auszuschließen, dass dort Bomben aus dem 2. Weltkrieg liegen, wird die Baugrube ausgehoben und das Fundament gelegt. Im Spätsommer 2023 will die Gewag einziehen.

Dann wird es am Neubau, der sich nahtlos in die entstandene Baulücke einfügt, eine auch abends gut ausgeleuchtete Löf geben, die den Durchgang von der Bismarkstraße in die dahinter liegende Brunnengasse ermöglicht, in der es großen Gewag-Besitz gibt.

Derweil regt die Wandwerbung die Gedanken an. Mercedes, das ist nicht nur der Autohersteller, sondern eine Firma aus Osnabrück, die seit 1909 Schuhe herstellt.

Traditionsmarke wurde durch die HR-Gruppe wiederbelebt

Zwischenzeitlich schien die Traditionsmarke vom Aus bedroht, 2005 erfolgte die Wiederbelebung durch die HR-Gruppe (Hamm und Reno), seither sind Mercedes-Schuhe hauptsächlich im Sortiment von Reno-Häusern zu finden. Im Stadtarchiv recherchierte Viola Meike für den RGA, dass sich neben Kappen auch Mühlen im Haus Nr. 21 befand.

Viola Meike fand nach Studium des Remscheider Adressbuchs heraus: „Die Witwe Mühlen wohnte nach Kriegsende in der Bismarckstraße 21. Zunächst übte sie keinen Beruf aus, aber ab 1956 lautet der Eintrag „Mühlen, Maria - Offenbacher Lederwaren, Schirme“. Im selben Haus befand sich der Schuhhandel Kappen. Viola Meike vermutet, dass Werner Mühlen Marias Sohn war und als Schuhkaufmann bei Kappen die Ausbildung machte.

„In der Zeit des Wiederaufbaus, als auch in der Alleestraße neue Geschäftshäuser entstanden, bezog sie Ende der 1950er-Jahre ein Ladenlokal in der Alleestraße 51, doch wenige Jahre später waren die Räumlichkeiten wohl zu klein und Mühlen verlegte die Geschäftsräume in die Alleestraße 54, wo das Geschäft bis zuletzt seinen Standort hatte“, stellt die Stadtarchivarin außerdem fest.

Aufruf

RGA-Leser, die etwas aus den alten Einzelhandelshandelszeiten in der Bismarckstraße 21 beitragen können, sind aufgerufen, ihre Geschichten zu Kappen und Mühlen unter E-Mail „redaktion@rga.de“ zu berichten.

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