Abgefahrene Werkzeuge ermöglichen neue Art des Malens

Kunstinteressierte lassen sich auf Experiment ein: Elena (28) malt mit einem Pinsel am Helm. Foto: Roland Keusch
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Kunstinteressierte lassen sich auf Experiment ein: Elena (28) malt mit einem Pinsel am Helm.

„Nachtfrequenz 21“ in der Musik- und Kunstschule nimmt den Respekt vor der Mal-Wand

Von Sabine Naber

Alt-Remscheid In der Musik- und Kunstschule war der Eingangsbereich am Samstag bestens vorbereitet worden für das Projekt „Nachtfrequenz 21“, das in 100 Städten und Gemeinden eine Bühne für die Jugend bot. Leinwände in unterschiedlichen Größen waren aufgebaut worden, Acrylfarben und ungewöhnliche Malwerkzeuge lagen bereit. „Wir laden zu performativem Malen ein. Zu Kunst durch Bewegung, also mit unserem Körper“, erklärte Julian Westermann, der Projektleiter. Er studiert an der Kunstakademie in Düsseldorf Bildende Kunst und hatte die Idee zu dieser Malerei mit „abgefahrenen Tools“.

„Diese Werkzeuge ermöglichen neue Arten von Malerei. Durch sie verliert man den Respekt vor der Mal-Wand, verliert sich nicht in Kleinigkeiten, sondern ist gezwungen, anders zu arbeiten“, sagt Westermann mit Blick auf die Werkzeuge, die er sich dazu ausgedacht hatte. Da gibt es beispielsweise einen Helm, an dem ein Pinsel befestigt ist, einen Handschuh, an dem an jedem Finger ein Pinsel sitzt, oder auch Schuhe, mit denen man malen kann. Ziel sei es, das Malen neu zu denken, sich von Althergebrachtem zu befreien. „Ich habe diese Werkzeuge entwickelt und unterschiedliche Staffeleien aufgestellt. In die Mitte habe ich eine Mal-Wand, die ein Gemeinschaftsbild möglich macht“, erklärt der Organisator.

Zwei DJs sorgen für Musik. Gestartet war das Projekt am Samstagmittag, aber Interessierte ließen auf sich warten. Erst am späteren Nachmittag wurde es an der Scharffstraße lebendig, Kunstinteressierte ließen sich auf das Experiment ein. „Ich finde es super, so über Umwege zu malen. Mit Körperteilen, die da sonst nicht eingesetzt werden. Mit dem Fuß zu malen war schwierig, aber davon abgesehen hat‘s großen Spaß gemacht“ sagte Elena. „Abstrakt, das geht am besten auf diese Art“, hatte Shirin (18), die einen Kurs an der Kunstschule belegt hat, herausgefunden.

Sie hatte mit dem Pinsel am Helm gearbeitet und die blaue und gelbe Farbe „einfach so herunterlaufen lassen“. „Die Haare am Kopf habe ich aber mit den Fingern gezeichnet. Das ging einfacher.“ Julian Westermann griff am Abend selbst zu den Werkzeugen, hatte sich das Malen mit dem mit Pinseln ausgestatteten Handschuh allerdings einfacher vorgestellt. „Man braucht Zeit, um es hinzukriegen. Der Vorteil ist aber, dass man gleichzeitig mit unterschiedlichen Farben malen kann.“

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