Mein Blick auf die Woche in Remscheid

Aber vielleicht wird ja jetzt alles anders

axel.richter@rga.de
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Die Remscheider Innenstadt bekommt zwei neue City-Manager. Ihre Vorgänger haben außer bunten Bildern und Wortgeklingel meist nur wenig hinterlassen. RGA-Lokalchef gibt die Hoffnung nicht auf: Vielleicht wird diesmal ja alles anders.

Ja, sie habe einen Wunsch an Politik und Verwaltung, entgegnete Melanie Clemens auf die Frage des RGA-Reporters recht unverblümt: „Dass sie uns in Ruhe lassen.“

Der Satz spricht Bände. Die stellvertretende Vorsitzende der Interessengemeinschaft (IG) Hindenburgstraße formulierte ihn einst mit Blick auf die vielen Stadtteil- und Quartiersentwickler, Innenstadt- und Citymanager, Kümmerer, Netzwerker, Lotsen und andere Ratgeber, die in den zurückliegenden Jahren in Remscheid vorstellig geworden sind und außer und bunten Bildern nur wenig hinterlassen haben. Genau so jemanden, das brachte die engagierte Remscheiderin damals zum Ausdruck, brauchen sie in der Hindenburgstraße nicht, denn: „Wenn bei uns etwas zu machen ist, dann wird es nicht kaputtorganisiert, dann wird es gemacht.“

Genau das ist das Erfolgsrezept für das Wohn- und Geschäftsquartier zwischen Alleestraße und Schützenplatz. Bei allen Problemen, in denen auch dort der Einzelhandel steckt, hat es seinen Charme bewahrt, der am besten mit dem Wort Nachbarschaft beschrieben ist.

Dass die funktioniert, zeigen die Händler, Gewerbetreibenden, Gastronomen und Anwohner am 22. November. Für den Abend bitten die 48 Mitglieder der IG Hindenburgstraße nach der Coronazwangspause wieder zum Lichterfest im Herbst.

Feiern wollen auch die beiden neuen Innenstadtmanager, die die Stadt Remscheid in dieser Woche vorstellte. Wie ihre Vorgänger, die von 2017 bis 2021 in Remscheid wirkten und dann mit einem Mal weg waren, planen sie ein Fest zum nächsten Tag der Städtebauförderung.

Was es zu feiern gab, erschloss sich vielen Remscheidern, die den Niedergang der Alleestraße in den zurückliegenden Jahren verfolgen mussten, damals schon nicht.
Passend dazu: Sanierungsgebiet Alleestraße weckt die Neugier

Aber vielleicht wird ja jetzt alles anders und die Mitarbeiter der Fachbüros strafen alle Spötter Lügen. Indem sie der Stadtverwaltung vielleicht nicht nur „den Rücken freihalten“, wie Baudezernent Peter Heinze sich erfreut zeigte. Sondern indem sie für das Geld, das sie den Steuerzahler kosten, den Remscheiderinnen und Remscheidern auch ein paar sichtbare Ergebnisse ihrer Managertätigkeit hinterlassen.

Das übrigens nicht nur in Alt-Remscheid, denn zur Erinnerung: Am Honsberg wirkt noch das Büro „Stadtkinder“ und um die Zukunft von Lennep kümmern sich im Auftrag der Stadt Remscheid gleich drei Teams. Eins moderiert die Lennep-Konferenzen zu den „Neuen Quartieren“, wie die Stadt die ehemaligen DOC-Flächen nach dem Debakel heute nennt. Ein zweites spazierte mit Bürgern für Planungen jüngst über die Kölner Straße. Und ein drittes entwickelt ein neues Stadtteilentwicklungskonzept. Alles drei zusammen wird 200 000 Euro kosten.

Bei den Nachbarn in der Hindenburgstraße waren die Erwartungen an Experten , die sich nach eigener Darstellung „in interdisziplinären Netzwerken bewegen“ und deren „Projekte durch eine prozessorientierte und kommunikative Herangehensweise gekennzeichnet“ sind, noch nie hoch. Dort packen die Eigentümer und Mieter lieber selbst an. Und sind froh, wenn sie dabei in Ruhe gelassen werden. Dann kommt nämlich was dabei heraus.

FLOP Kein Strom für den Mond: Das Emblem wird zur unendlichen Geschichte.

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