Prozess

42-Jähriger beschimpft Zeugen vor dem Gerichtssaal

Mit Spannung wird am Amtsgericht in Remscheid das Ergebnis eines Drogentests erwartet.
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Ein 42 Jahre alter Remscheider muss 900 Euro Strafe für Beleidigung auf einem Flur des Remscheider Amtsgerichts zahlen. 

Richter bestätigen früheres Urteil: Remscheider muss Geldstrafe zahlen.

Von Dirk Lotze

Remscheid. Ein 42 Jahre alter Remscheider muss 900 Euro Strafe für Beleidigung auf einem Flur des Remscheider Amtsgerichts zahlen. Die Richter im Landgericht Wuppertal bestätigten das weiter nicht rechtskräftige Urteil gegen den Mann: Er habe einen anderen Zeugen (43) beschimpft, den er seit Jahren aus Gerichtsterminen kennt. Der Angeklagte arbeitet laut eigener Aussage aushilfsweise als Ladendetektiv.

Der Aussage des Geschädigten zufolge ging der Angeklagte im März 2020 während des Wartens vor einem Sitzungssaal vor ihm auf und ab, und beleidigte ihn dann: „Er ist bei mir stehengeblieben, hat mir in die Augen gesehen und dann diese Sachen gesagt: ‚Du Hurensohn, ich ficke Deine Frau und Deine Mutter‘. Ich konnte es nicht fassen.“ Die Beschimpfungen hätten sich gefühlt über zehn Minuten gezogen.

Die Männer kennen sich seit einem Autounfall 2015 mit 2000 Euro Schaden. Geschädigter war der heute 43-Jährige. In einem ersten Prozess dazu sollen Verwandte des Angeklagten Mannes ausgesagt haben, obwohl sie bei dem Unfall womöglich nicht dabei waren. Bei einem anschließenden Verfahren über falsche Aussage und Versicherungsbetrug kam es zu der Begegnung im Gericht. Der Beleidigte berichtete nun: „Ich hatte das trotz der Vorgeschichte nicht erwartet“, und fügte hinzu: „Ich bin seit sieben Jahren Zeuge. Irgendwann muss Schluss sein. Ich habe nachts Schlafstörungen deswegen.“ Der Schaden am Auto sei längst bezahlt.

Den Angaben des Angeklagten zufolge hätte er beim Warten im Gericht nichts gesagt, die Vorwürfe seien frei erfunden – womöglich, um ihn zu „provozieren“. Er hatte gegen das Beleidigungsurteil persönlich im Gericht Berufung eingelegt und seinen Anwalt gewechselt. Er arbeite aushilfsweise als Ladendetektiv, es gehe um seine Glaubwürdigkeit: „Ich will, dass meine Akte sauber ist.“

Die ist so rein nicht, hielt ihm das Gericht vor: Der Angeklagte ist vorbestraft, nachdem er 2017 an ein abgemeldetes Auto fremde Kennzeichen geschraubt hat, um die Zulassung vorzutäuschen. Fazit des Vorsitzenden Richters: „Sie versuchen, uns was vorzumachen.“ Die Aussage des Beleidigten sei nachvollziehbar und glaubhaft.

Der Angeklagte kann das Urteil noch einmal angreifen.

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