Rundgang

40 Spurensucher wandeln auf dem Tuchmacherweg

Jörg Holtschneider (l.) und Alfons Ackermann (2. v. l.) nahmen die Gäste mit zu geschichtsträchtigen Orten in Lennep.
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Jörg Holtschneider (l.) und Alfons Ackermann (2. v. l.) nahmen die Gäste mit zu geschichtsträchtigen Orten in Lennep.

Bergischer Geschichtsverein eröffnet sein Jubiläumsprojekt - Neue Schilder sind aus Emaille.

Von Sabine Naber

Remscheid. Bei einem Spaziergang die Geschichte der Stadt erleben, das ist jetzt in Lennep Wirklichkeit geworden. Am Samstagvormittag trafen sich rund 40 Interessierte vor dem Röntgen-Museum, um gemeinsam mit Jörg Holtschneider, dem Vorsitzenden des Bergischen Geschichtsvereins Remscheid, den neu gestalteten Tuchmacherweg zu begehen.

Anlässlich seines 100-jährigen Bestehens ließ der BGV die 17 alten, ausgeblichenen Info-Tafeln erneuern und 30 neue aus Emaille an interessanten Häusern und Punkten anbringen. Der NRW-Heimatfonds förderte das 30 940 Euro starke Projekt mit über 13 000 Euro, die Stiftung der Stadtsparkasse Remscheid gab 10 000 Euro dazu, die Stadt knapp 3000 Euro, den Rest der BGV. „Die Schilder werden sicher die nächsten 100 Jahre halten“, erklärte Holtschneider. Zwei Jahre arbeitete der BGV daran und griff dabei auf Informationen von Lennep-Kennern, beispielsweise dem Heimatkundler Egon Viehbahn, zurück. „Denn 1929, als Lennep eingemeindet wurde, hat sich das Lenneper Stadtarchiv fast in Luft aufgelöst“, sagt der BGV-Chef.

Erste Station des Rundgangs war ein Haus an der Hardtstraße, zu dessen Bau im Jahre 1849 eine Cholera-Epidemie den Anstoß gegeben hatte. Heute noch steht über der Eingangstür der Spruch „Der Herr schlägt. Der Herr heilt“. Es sollte das erste Krankenhaus Lenneps werden. „Die aus heutiger Sicht katastrophalen hygienischen Verhältnisse hatten zu einer raschen Ausbreitung der Seuche geführt, die vermutlich aus Köln durch den Postkutschenverkehr eingeschleppt worden war“, erklärte Holtschneider. Weiter ging es zur Kleinkinderschule, die dem Zweck diente, „die leibliche und geistige Pflege der Kinder vom dritten bis zum fünften Lebensjahr zu besorgen, und die Kinder zu Reinlichkeit, Ordnung und Gehorsam zu erziehen.“ Und an der Wallstraße wurde an ein altes „Trockenhaus“ erinnert.

Nächster Rundgang: Samstag, 6. August, 11 Uhr, Deutsches Röntgen-Museum

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