RGA-Aktion

38.361 Euro: „Helft uns helfen“ knackt Rekord

Der Leiter der Hilda-Heinemann-Schule, Christian Jansen, mit Fördermaterial für seine Schüler (l.). Diese Weihnachtskarte hat die Klasse OC verfasst. Die OA hatte bereits einen Brief geschrieben. Fotos: Roland Keusch/Melissa Wienzek
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Der Leiter der Hilda-Heinemann-Schule, Christian Jansen, mit Fördermaterial für seine Schüler (l.). Diese Weihnachtskarte hat die Klasse OC verfasst. Die OA hatte bereits einen Brief geschrieben.
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„Helft uns helfen“ geht mit einem neuen Höchststand ins Weihnachtfest – Wir danken allen Spendern herzlich.

Von Melissa Wienzek

Remscheid. Eigentlich ist es nur eine Zahl auf einem Blatt Papier: 38 361 Euro. Aber dann auch wieder nicht. Denn hinter dieser Zahl stehen unfassbar viele Menschen, die gemeinsam eine Kette der helfenden Hände für die RGA-Hilfsaktion „Helft uns helfen“ bilden. Und die geht mit einem Rekordergebnis in das diesjährige Weihnachtsfest: 38 361 Euro, das ist neuer Höchststand im Vergleich zu den letzten Jahren. Sonst wurden im Aktionszeitraum bis Ende Januar zuletzt stets um die 30 000 Euro gespendet. Und dafür haben Sie alle gesorgt, liebe Leserinnen und Leser. Wir bedanken uns ganz herzlich für all die Summen, die bislang auf dem „Helft-uns-helfen“-Konto eingegangen sind. Und noch sind wir nicht am Ende: Der Tüpitter sammelt auch im Januar weiter für die Ärztliche Kinderschutzambulanz und die Hilda-Heinemann-Schule.

Der Leiter der Hilda-Heinemann-Schule, Christian Jansen, mit Fördermaterial für seine Schüler (l.). Diese Weihnachtskarte hat die Klasse OC verfasst. Die OA hatte bereits einen Brief geschrieben.

Die beiden Institutionen können das Geld gebrauchen. Die Ärztliche Kinderschutzambulanz wurde dieses Jahr überschwemmt von Anfragen. Das Team, das sich um missbrauchte, misshandelte und vernachlässigte Kinder kümmert, kommt kaum noch nach. Wie ein Tag dort abläuft, lesen Sie heute auf | Seite 20. Wegen der gestiegenen Anfragen möchte die Kinderschutzambulanz 1,5 neue Stellen schaffen. „Wir haben auch Interessenten dafür. Es handelt sich um hoch qualifiziertes Fachpersonal. Aber um die Personalkosten zahlen zu können, müssen wir Geld in die Hand nehmen“, sagt Dr. Thomas Schliermann, Vorsitzender des Vereins und Kinderarzt in der Ambulanz. Wegen Corona klafft aber ein Loch in der Kasse. Die Spenden sind dieses Jahr um etwa 25 Prozent zurückgegangen. Damit sich die Therapeuten und der Arzt um all die von Gewalt betroffenen Kinder kümmern können, muss der Verein etwa 200 000 Euro im Jahr an Spenden einwerben.

Gemeinsam mit einem starken Team kümmern sie sich um missbrauchte, misshandelte und vernachlässigte Kinder: (v. l.) Dr. Thomas Schliermann, Martin Roggenkamp und Birgit Köppe-Gaisendrees von der Ärztlichen Kinderschutzambulanz Bergisch Land.

So hoch ist die Summe, die die Hilda-Heinemann-Schule benötigt, nicht. Aber das Material, das die Förderschule mit dem Schwerpunkt geistige Entwicklung für ihre Schüler einsetzt, ist kostspielig. Talkersysteme oder Taster ermöglichen den Kindern und Jugendlichen Teilhabe am Unterricht und Teilhabe an der Gesellschaft. Wegen Corona brachen die Spenden für eben solch wichtiges Fördermaterial ein. Die Schüler, über die der RGA bereits berichtete, waren so stolz und froh, in der Zeitung zu sein, dass sie der Redaktion einen lieben Brief schrieben und eine Weihnachtskarte bastelten.

Den alltäglichen Einsatz der beiden Institutionen für die Kinder finden auch die RGA-Leser unterstützenswert. Rund um „Helft uns helfen“ haben die Redaktion viele nette Anrufe, E-Mails und Geschichten erreicht. Eine davon ist die der Straußenkeks-Aktion. Ein schönes Beispiel für eine Kette der helfenden Hände in der Stadt: Christian Klostermann, Geschäftsführer der Klostermann Messtechnik, entwickelte gemeinsam mit der Stöcker Metallbearbeitung eine Keksform aus dem 3-D-Drucker, mit der fortan Vogelstrauß-Plätzchen bei Familie Stöcker von der Straußenfarm in Emminghausen gebacken wurden. Annika Beckmann von Tee Gschwendner erklärte sich sofort bereit, die Tüten in ihrem Laden im Allee-Center für „Helft uns helfen“ zu verkaufen. Und die gingen am Samstag so schnell weg, dass Nachschub geordert werden musste. Weil niemand Zeit für die Fahrt zur Wermelskirchener Backstube hatte, sprang Armin Schötz ein, Chef der Funk-Taxi-Vereinigung Remscheid. „Ich fahre kostenlos“, entschied er. Bis gestern gingen die Kekse noch über die Theke – Kundinnen bestellten sogar vor. So kamen allein hier rund 400 Euro zusammen.

„Es freut mich, dass die Unterstützung meiner Heimatstadt zugute kommt.“
Karsten Loosen

„Helft uns helfen“ hat es sogar bis in die Niederlande geschafft. Karsten Loosen, General Sales Manager bei der Firma Ranpak in den Niederlanden, lebt in Lennep, gegenüber der Hilda-Heinemann-Schule. Er schätzt die Arbeit dort, genauso wie die der Kinderschutzambulanz. „Als es in unserer Firma darum ging, Vorschläge für unsere Weihnachtsspende zu machen, schlug ich ,Helft uns helfen‘ vor“, erzählt Loosen. Die Geschäftsleitung habe sofort zugestimmt. „Es freut mich, dass mein Vorschlag angenommen wurde und die Unterstützung meiner Heimatstadt zugute kommt.“ Nun prangen auf den Weihnachtskarten des 500 Mitarbeiter starken, internationalen Unternehmens nicht nur das „Helft-uns-helfen“-Logo nebst Fotos der Berichte, sonder im Januar will die Firma Ranpak vor allem die stolze Summe von 2500 Euro überweisen. Wir bedanken uns herzlich dafür.  

Gut zu wissen

Spendenkonto: Das RGA-Spendenkonto bei der Stadtsparkasse Remscheid lautet: IBAN: DE 29 3405 0000 0000 0003 72.

Spendernamen: Die Namen der Spender veröffentlicht der RGA, sofern im Verwendungszweck der Überweisung nicht „Keine Veröffentlichung“ angegeben wird.

Kontakt: Redakteurin Melissa Wienzek, Tel. (0 21 91) 909-218; melissa.wienzek@ rga-online.de.

Standpunkt

melissa.wienzek@rga-online.de

Ein Kommentar von Melissa Wienzek

Die Bescherung in der RGA-Redaktion fand bereits gestern Nachmittag statt, als Thomas Teichmann aus der Spendenabteilung meldete: Wir haben einen neuen Höchstwert. Bislang sind auf dem „Helft-uns-helfen“-Spendenkonto bei der Stadtsparkasse Remscheid 38 361 Euro eingegangen. Und dafür haben Sie alle gesorgt, liebe Leserinnen und Leser. Wir bedanken uns ganz herzlich dafür. Vor allem in diesen schweren Zeiten, in denen wir räumlich Abstand voneinander halten müssen, tut dieser emotionale Zusammenhalt einfach gut. 

In einer Zeit, in der viele Unternehmen ums Überleben kämpfen, in Zeiten von Lockdown, Kurzarbeit und schlechten Nachrichten, schließt sich eine Stadtgesellschaft zusammen, um denen zu helfen, denen es noch schlechter geht. Und das empfinde ich, die erst seit anderthalb Jahren in Remscheid dabei ist, als außergewöhnlich. Zu sehen auch an unseren Berichten auf der Seite „Familienzeit“ oder „Bergische Kultur“. Die Remscheider packen es gemeinsam an. Und schaffen es gemeinsam. Frohe Weihnachten!

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