Kriminalität

Missbrauch: Remscheider geht verdecktem Ermittler ins Netz

landete auf der Anklagebank des Amtsgerichts Remscheid
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Der Remscheider landete auf der Anklagebank des Amtsgerichts Remscheid.

Versuchter sexueller Missbrauch im Internet: Sechs Monate Haft auf Bewährung für Remscheider.

Von Jana Peuckert

Remscheid. In der Hoffnung, mit Hilfe eines Kindes sexuelle Befriedigung zu finden, begibt sich ein 35 Jahre alter Remscheider am 2. Oktober 2020 auf die Internetplattform Knuddels. Er nimmt Kontakt zu einer Zwölfjährigen auf, ohne zu wissen, dass es sich dabei um einen verdeckten Ermittler der Polizei handelt. Der 35-Jährige landete auf der Anklagebank des Amtsgerichts Remscheid, wo er nun zu sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt wurde.

Bereits früh am Tattag begibt sich der Remscheider auf die Suche nach seinem Opfer. Gegen 8.30 Uhr beginnt er einen Chat mit einem vermeintlich zwölfjährigen Mädchen. In Wahrheit handelt es sich dabei allerdings um einen verdeckten Ermittler, was der Angeklagte nicht ahnt. Er fordert „das Mädchen“ auf, sich auszuziehen und im Intimbereich zu berühren. Er selber würde es zeitgleich bei sich tun. Der Polizist kommt der Aufforderung nicht nach, stellt stattdessen gezielte Fragen, um etwas über den Mann zu erfahren – mit Erfolg.

Auch wenn der Chat dem Angeklagten nicht direkt zugeordnet werden kann, reichen dem Gericht am Ende die Hinweise, die der Mann beim Schreiben mit dem „Mädchen“ Preis gibt. So enthält der Nickname des Users das Geburtsjahr des Angeklagten. Bei den Angaben im Chat stimmen das Alter, die beiden Vornamen, der Wohnort, der Beruf sowie das Sternzeichen mit denen des Angeklagten überein. Zudem hat die Person auf dem Profilbild erhebliche Ähnlichkeit mit dem Remscheider.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig

Und noch etwas lässt das Gericht am Ende von der Täterschaft des Remscheiders überzeugt sein: Der Mann im Chat berichtet, dass er schon einmal Sex mit einer 13-Jährigen gehabt habe. Das passt zum Angeklagten. Dieser war nämlich in der Vergangenheit wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Er hatte Geschlechtsverkehr mit einer 13-Jährigen vollführt. Der Angeklagte zieht es im Prozess vor, zu schweigen.

Bei dem 35-Jährigen handelt es sich um alles andere als ein unbeschriebenes Blatt. Neben dem genannten Prozess bringt der Remscheider zehn weitere Vorstrafen mit. Unter anderem wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz. Auch ohne seine Einlassung wird der Angeklagte verurteilt. „Wir haben hier so ein Indizienbündel, das bei mir alle Zweifel verstummen lässt“, erklärt der Richter. Da das „Mädchen“ den Aufforderungen des Remscheiders, sich selbst zu berühren, nicht nachgekommen war, hat sich der Angeklagte aus Sicht des Gerichts wegen versuchten sexuellen Missbrauchs von Kindern strafbar gemacht. Dafür kassiert er sechs Monate Haft auf Bewährung. Als Auflage muss der 35-Jährige mit einem Bewährungshelfer zusammenarbeiten und 100 Stunden gemeinnütziger Arbeit ableisten. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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