Bergische Symphoniker

300 Konzertgäste hören unbeschwerte Töne

Gastdirigentin Zoi Tsokanou.Foto:Michael Strahlen
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Gastdirigentin Zoi Tsokanou.

Bergische Symphoniker solidarisieren sich beim Philharmonischen Konzert mit der Ukraine.

Von Daniel Diekhans

Remscheid. Der Ukraine-Krieg geht auch Daniel Huppert und den Bergischen Symphonikern nahe. Bevor die griechische Dirigentin Zoi Tsokanou das 7. Philharmonische Konzert eröffnete, wandte sich der Generalmusikdirektor mit einer Friedensbotschaft an die 300 Gäste. „Unsere Gedanken sind in der Ukraine“, erklärte Huppert. Zugleich sprach er sich im Namen seines Orchesters, in dem mehr als 20 Nationen vertreten seien, gegen „eine pauschale Verurteilung des russischen Volks und russischer Künstler“ aus. Kräftigen Beifall gab es außerdem für die Symphoniker, die als Zeichen der Solidarität das Programm um ein Werk des Ukrainers Valentin Silvestrov ergänzten – eine elegische Melodie, die ein kurzes Innehalten erlaubte.

Unbeschwerte Töne bot das Fagottkonzert von Weber, dem Schöpfer des „Freischütz“. Für Solist Theo Plath war der Auftritt im Teo Otto Theater fast ein Heimspiel. Als Jugendlicher zeigte der heute 28-Jährige bereits beim Marler Debüt – heute bekannt als Jugend brilliert – sein Können. Fesselnd war seine Lesart des Weber-Werks. Schon die sich zum Fortissimo steigernde Orchestereinleitung ließ an einen Vorhang denken, der sich zügig öffnet. Wie ein Virtuose auf der Opernbühne wechselte Plath mühelos zwischen tiefen und hohen Lagen. Arpeggien, Skalen und Triller rundeten das Bild ab. Ungewöhnlich platzierte Noten brachten Humor ins Spiel, und die virtuosen Tonleiter-Kaskaden des Finales wurden vom Publikum gefeiert.

Studium in der Schweiz, Engagements von Spanien bis Deutschland – Zoi Tsokanous Karriere war von Anfang an grenzüberschreitend. Im Gepäck hatte die Chefin des Staatsorchesters Thessaloniki Musik eines Landsmanns. Die „Dodekanesische Suite Nr. 2“ von Giannis Konstantinidis schüttete ein Füllhorn an Klangfarben aus. Ob lyrisch oder rau – der Orchesterklang war stets austariert, das prägnante Geigensolo kam von Konzertmeister Martin Haunhorst.

Hochkonzentriert ging Tsokanou auch an Borodins 2. Symphonie heran. In einem großen Spannungsbogen ließ sie im Kopfsatz tiefe Streicher und Bläser auf rhythmische Leichtigkeit treffen. Die Mittelsätze ließ sie die Musiker transparent gestalten, während sie den Schluss als einen durchgängig pulsierenden Tanz interpretierte.

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