Stadt stellt die finanziellen Mittel zur Verfügung

2G-Bändchen verbinden ganz Remscheid

2G-Bändchen für ganz Remscheid: Constanze Mandt hat sie geordert, Nelson Vlijt hat die Aktion mitangestoßen. Fotos: Michael Schütz / Constanze Mandt
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Auch in Remscheid gibt es sie nun: Die offiziellen 2G-Bändchen sind mit der Skyline der Stadt bedruckt.

Am Montag gehen 100.000 neonfarbene Streifen in Handel und Gastro. Wie das ganze abläuft und wo sie gelten, erklären wir hier.

Von Andreas Weber

Remscheid. Wuppertal und Solingen haben es vorgemacht, Remscheid zieht nach. Ab Montag, 20. Dezember, wird es stadtweit eine Bändchen-Lösung für die Überprüfung der 2G-Regel in Handel, Gastro, Institutionen und kulturellen Einrichtungen geben. Nelson Vlijt (Manager Allee-Center) und Bärbel Beck (Modehaus Johann) waren die treibenden Kräfte hinter der Idee, mit der sie im Rathaus schnell Wirtschaftsförderung, Stadtmarketing und Ordnungsamt überzeugten. Die Stadt übernahm die zentrale Bestellung, am Freitagmorgen trafen 100.000 neonfarbene Bändchen ein, die von Constanze Mandt (Stadtmarketing) direkt zu fünf Ausgabestellen zwischen Lennep und Vieringhausen gebracht wurden.

Constanze Mandt hat die Bändchen geordert.

Reißfeste Streifen, die als Prüfnachweis für Genesene oder Doppeltgeimpfte gelten, werden seit dem 22. November auf dem Weihnachtstreff am Rathaus um die Handgelenke gelegt. Die unmittelbaren Nachbarn schlossen sich an. Allee-Center und der Markt auf dem Theodor-Heuss-Platz kooperieren. Am 11. Dezember legten jene Geschäfte im Center los, die zu Kontrollen verpflichtet sind. „800 Bändchen wurden am ersten Samstag am zentralen Checkpoint in der Mitte des Centers ausgegeben“, fasst Nelson Vlijt zusammen. Alle 40 Shops im Einkaufszentrum, die 2G überprüfen müssen, sind dabei, geben auch selber aus. Neben Impfnachweis muss der Kunde seinen Personalausweis vorlegen.

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Nelson Vlijt hat die Bändchen-Aktion mitangestoßen.

Prüfung und Kontrolle obliegt den Ladenbetreibern. Roland Hülsmann (Ordnungsamt) findet die große Lösung für ganz Remscheid bürgerfreundlich, gerade im Endspurt des Weihnachtsgeschäftes. „So können längere Wartezeiten bei Kontrollen vermieden werden.“ Gleichwohl gilt: „Die Bändchen sind kein Ersatz für einen Immunisierungsausweis und sie schützen nicht gegen Missbrauch.“ Die Streifen gibt es in fünf leuchtenden Farben. Aufgrund der bundesweit enorm hohen Nachfrage konnte der Händler in Sachsen-Anhalt nicht in einer einheitlichen Farbe liefern. Die Farben spielen für den 2G-Nachweis keine Rolle. Wichtig ist der Aufdruck (die Skyline der Stadt), die diese offiziellen Bändchen kennzeichnet.

Es ist eine pragmatische Lösung, die alle entlastet.

Nelson Vlijt, Center-Manager

Die Bändchen sind nicht übertragbar, haben prinzipiell eine unbegrenzte Gültigkeit. Wer es abgemacht hat, kann aber jederzeit ein neues holen. Hülsmann betont, dass sowohl Händler wie Ordnungsbehörde stichprobenartige Kontrollen vornehmen werden.

In Geschäften des täglichen Bedarfs wie DM, Lebensmittel, Apotheken, McPaper, aber auch beim Optiker entfällt die Legitimation, im restlichen Handel muss sie vorliegen, sonst darf der Kunde nicht einkaufen. Nelson Vlijt ist zufrieden. „Es ist eine pragmatische Lösung, die alle entlastet.“ So sieht es auch Bärbel Beck: „Die Erleichterung ist das Entscheidende.“ Die Geschäftsführerin des Lenneper Modehauses denkt dabei nicht nur an das eigene Haus, sondern über die Stadtteile hinaus: „Wir müssen die ganze Stadt im Blick haben.“ Beck, stellvertretende Vorsitzende des Einzelhandelsausschusses und Vize-Präsidentin der hiesigen IHK, ist nicht nur über ihre Kammertätigkeit bestens vernetzt, sie propagiert für ganz Remscheid eine einheitliche Struktur und Verlässlichkeit bei den Kontrollen.

Ab Januar gelten die Bändchen in weiteren Einrichtungen

Zugang bietet die Legitimation auch zu den Bibliotheken, Teo Otto Theater und dem Historischen Zentrum. Ab Januar kommen das Röntgenmuseum und das Seniorenbüro dazu.

Die Stadt stellt die finanziellen Mittel zur Verfügung, ordert und sorgt für die Distribution. Offensichtlich gerade rechtzeitig. Denn mit den Bändchen ist es wie im Frühjahr 2020 mit dem Toilettenpapier. Der Cent-Artikel ist zur Mangelware geworden. „Wir haben auf den letzten Rutsch unsere Lieferung bekommen. Das ist Wahnsinn“, staunt Dezernent Peter Heinze.

Klar ist aber auch: 100.000 Bändchen werden stadtweit nicht lange reichen. Constanze Mandt hat deshalb bei dem besagten Händler vorsichtshalber eine Nachbestellung angekündigt.

Fünf Verteiler

Die Bändchen können von Handel und Gastro bei Lennep Offensiv (Berliner Straße 5), Juwelier Hertel (Gertenbachstraße 41), Böker Architekten (Hindenburgstraße 60), Arndt Mennenöh (Solinger Straße 2-4) und beim Allee-Center-Management abgeholt werden.

Standpunkt: Bunte Einigkeit

Ein Kommentar von Andreas Weber

andreas.weber@rga.de

Remscheid ist bunt. Mit diesem Slogan schmückt sich die Multikulti-Stadt gerne. In der Pandemie hat sie gerade einen erneuten Grund, diese Vielfalt zu betonen. Wenn auch aus der Knappheit geboren. Eigentlich hätte sich die Stadtverwaltung für ihre 2G-Bändchen eine einheitliche Farbe gewünscht. Die war aber aufgrund des bundesweiten Ansturms auf die synthetischen Tyvek-Produkte nicht mehr in hoher Stückzahl auf dem Markt zu bekommen. Denn ganz Deutschland entdeckt zurzeit den von Festivals, Konzerten und Diskotheken bekannten Handgelenksschmuck. In Zeiten, wo Eintritt auf Geimpfte und Genesene begrenzt ist, bringt er bei der Legitimation eine spürbare Zeitersparnis, gerade für Remscheider, die an einem Tag nicht nur in einem Geschäft shoppen, sondern mehrere aufsuchen. Und für diejenigen, die Impfnachweise kontrollieren müssen, sind die neonfarbenen Billigteile ebenso entlastend. Dass sie unter Beteiligung vieler Akteure des Einzelhandels und der Stadtverwaltung in der ganzen Stadt ruckzuck zum Kunden gelangen, zeigt, dass Remscheid nicht nur bunt ist, sondern in der Krise Einigkeit demonstriert.

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