Die Woche in Remscheid

25 Millionen fürs Center: Investoren glauben an Remscheid

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  • Axel Richter
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Würden Sie Geld auf ein totes Pferd setzen? Nein? Die Investoren, die hinter dem Allee-Center stehen, sicherlich auch nicht. Sie investieren Millionen, weil sie fest daran glauben, dass sich dies langfristig auszahlen wird. Anders gesagt: Sie glauben an die Zukunft des Allee-Centers, an die Zukunft des Einkaufsstandortes Remscheid. Davon können viele Remscheider sich eine Scheibe abschneiden, findet RGA-Lokalchef Axel Richter.

Remscheid. 25 Millionen Euro investiert der Immobilienfonds der DWS in seine Remscheider Immobilie. Was viele nicht wissen: Die Fondsgesellschaft der Deutschen Bank ist Eigentümerin des Allee-Centers, das von der ECE aus der Hamburger Otto-Gruppe betrieben wird. Wer so viel Geld in sein Objekt steckt, der verspricht sich davon vor allem eines: gute Geschäfte. Das gilt nicht weniger für Aldi und Edeka, die den Leerstand im Untergeschoss mit neuem Leben füllen. Alle vier setzen auf die obere Allee am Standort Remscheid.

Dort wurde die Nachricht der Woche deshalb mit Freude quittiert. Das Center ist der Publikumsmagnet und Frequenzbringer, ohne den die Innenstadt längst nicht mehr vorstellbar wäre.

Dabei war es vor seinem Bau vehement bekämpft worden. Kaufhof und Kaufhalle, Sinn und Vogel hießen damals die Taktgeber einer pulsierenden Alleestraße. Sie fürchteten die neue Konkurrenz, die ihnen am oberen Ende der Einkaufsmeile erwachsen sollte. Tatsächlich gibt es die meisten der damaligen Geschäfte heute nicht mehr. Neben den Vorgenannten sind auch Schirm Meier, Juwelier Engels, Feinkost Sackermann und viele andere verschwunden. Daran hat das Allee-Center seinen Anteil. Fakt ist allerdings auch: Wäre es nicht in Remscheid gebaut worden, dann stünde es heute in einer anderen Stadt und die Remscheider würden dorthin fahren, um einzukaufen. Das könnte freilich niemand wollen.

Remscheid wird viel zu oft von den eigenen Bürgern kaputtgeredet

Heute stehen die großen Center selbst unter Druck. Denn mit den Amazons und Zalandos dieser Welt sind auch ihnen beinahe übermächtige Konkurrenten erwachsen. Ihnen können sie nur begegnen, indem sie sich permanent erneuern und zugleich ihre Stärken betonen.

So wird das Allee-Center in den nächsten zwei Jahren den hier und da aufblitzenden Charme der 80er Jahre abstreifen und dennoch das bleiben, was es insbesondere vor der Coronakrise für die Remscheider war - nämlich Shoppingcenter, aber auch Treffpunkt und Veranstaltungsort. Shopping ist mehr als ein Mausklick. Shopping ist auch Freunde treffen, ist Begegnung, ist Unterhaltung.

Die Skizzen, die das Management in dieser Woche präsentierte, zeigen, dass das Allee-Center genau daran anknüpfen möchten. So etwas geschieht jedoch nicht aus selbstlosen Motiven, sondern weil sich damit gutes Geld verdienen lässt. In Remscheid, unserer Stadt, die viel zu oft von ihren eigenen Bürgern voreilig und, wie das Beispiel zeigt, auch zu Unrecht kaputtgeredet wird.

TOP Treue Mitarbeiter: Uwe Henrichs ist seit 50 Jahren beim gleichen Arbeitgeber.

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