Schiffsparade

235 Boote entern die Freibad-Becken

Viele Modellbauer kommen schon seit Jahren ins Freibad. Einige campen sogar dort.
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Viele Modellbauer kommen schon seit Jahren ins Freibad. Einige campen sogar dort.
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Die letzte Schiffsparade vor dem Umbau findet nächstes Wochenende statt.

Von Melissa Wienzek

Remscheid. „Leinen los“ heißt es am Wochenende im Remscheider Hafenbecken: 235 Modellboote stechen am Samstag und Sonntag im Freibad Eschbachtal in See. Es ist die erste Schiffsparade seit 2019, die hier vom Stapel läuft. Normalerweise lassen die Modellbauer alle zwei Jahre ihre liebevoll handgefertigten Bötchen zu Wasser − auch hier sorgte Corona jedoch für eine Zwangspause. Umso mehr freuen sich die Modellboot-Kapitäne, dass sie nun wieder das älteste Binnenfreibad Deutschlands entern dürfen. Wir geben einen Überblick über die 13. Schiffsparade, ausgerichtet vom Förderverein Freibad Eschbachtal.

Welche Boote sind dabei?

Über 235 Boote haben die Modellbauer angemeldet, sagt Ulrich Hartung, Kassierer des Fördervereins. Neben den Klassikern wie die „Fri 36“, dem Krabbenkutter von Frank Peppler aus Radevormwald (der RGA berichtete) mit Möwen-Sound und Dampfkessel, gibt es auch U-Boote. „Die U-Bootfahrer sind immer ganz glücklich, weil sie ihre Boote im Freibad unter Wasser präsentieren können. In Teichen tauchen sie ab - und man sieht sie nicht mehr.“ Dabei seien auch Eisbrecher, die sogar Leuchtraketen abschießen könnten.

Gibt es einen besonderen Kapitän?

Ja. Einer, der seit Jahren losmacht, ist Peter Rieneck aus Düsseldorf. Er reist mit dem 7,5-Tonner in Remscheid an. Denn der leidenschaftliche Modellbauer hat etwas Besonderes an Bord: einen riesigen Nachbau der „Bismarck“. „Der ist sicher fast vier Meter lang“, ist Hartung fasziniert. Die „Bismarck“ im Maßstab 1:50 dürfte wohl wieder alle Blicke auf sich ziehen. Die meisten kommen aus NRW, es gibt aber auch Modellboot-Kapitäne aus dem Frankfurter Raum und aus den Niederlanden. Einige übernachten sogar im Freibad, viele sind mittlerweile Freunde geworden. „Es haben sich auch zwei neu gegründete Vereine gemeldet. Wir hoffen daher, dass das Hobby nicht ausstirbt“, sagt Hartung.

Wann geht es los − und wie viel kostet der Eintritt?

Am Samstag, 3. September, geht es um 14 Uhr los. An diesem Abend heißt es: Ende offen. Denn bei Einbruch der Dunkelheit wird es romantisch: Dann brechen die Kapitäne mit ihren Booten zur Nachtfahrt auf. Die beleuchteten Modelle sorgen dabei im dunklen Wasser für eine magische Atmosphäre. Am Sonntag, 4. September, geht es um 11 Uhr los. Ende ist gegen 18 Uhr. Erwachsene Zuschauer zahlen 2 Euro Eintritt, Kinder 1 Euro. Für die Hobby-Kapitäne ist die Teilnahme gratis.

Gibt es auch eine Stärkung?

Ja. Der Förderverein bietet nicht nur Getränke wie Kaffee, Bier und Softdrinks an, sondern die Mitglieder grillen auch Würstchen und servieren Pommes. Zum Kaffee gibt es zudem „süße Leckerchen“.

Wann wird die nächste Schiffsparade stattfinden?

Das steht in den Sternen. Denn wenn alles glattgeht, wird das Freibad ab nächstem Sommer umgebaut – das hängt allerdings davon ab, ob die Fördermittel für die Renaturierung des Eschbachs bewilligt werden. Denn geplant ist, dass der Eschbach künftig im Sinne des Hochwasserschutzes wieder offen durch das Bad verläuft. Wann nach dem Umbau wieder eine Parade stattfinden könnte, ist derzeit fraglich.

Förderverein

Der Förderverein Freibad Eschbachtal setzt sich für den Erhalt des ältesten Binnenfreibad Deutschlands ein. Er hat aktuell etwa 120 Mitglieder. Weitere sind willkommen. Der Mitgliedsbeitrag beträgt 12 Euro im Jahr. Infos und Kontakt hier.

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