Umtausch der „Lappen“

Alte Führerscheine bald ungültig: 2158 Remscheider haben schon umgetauscht

Katharina Michel und Daniela Cramer mit altem Lappen und neuem EU-Führerschein. Sie sorgen für den reibungslosen Umtausch. Foto: Roland Keusch
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Katharina Michel und Daniela Cramer mit altem Lappen und neuem EU-Führerschein. Sie sorgen für den reibungslosen Umtausch.

Papierführerscheine müssen nach und nach durch EU-Führerscheine ersetzt werden. Wie die Stadt Remscheid dies aktuell regelt und für welche Jahrgänge welche Fristen gelten.

Von Timo Lemmer

Remscheid. „Der Lappen ist weg!“ Dieser Ausspruch hat inzwischen eine zusätzliche Bedeutung: In Deutschland verschwinden nach und nach die alten, rosafarbenen oder grauen Papierführerscheine. Sie müssen jahrgangsweise in EU-Führerscheine im Scheckkarten-Format umgetauscht werden.

Bis zum 19. Januar lief die Umtauschfrist für Führerschein-Inhaber der Jahrgänge 1953-1958, deren Lappen vor 1999 ausgestellt wurden. Aber keine Sorge, beteuert Ordnungsamtsleiter Arndt Liesenfeld: „Wir freuen uns über jeden, der zum Umtausch kommt.“ Auch wenn die ursprüngliche Frist abgelaufen sein sollte.
Wer bis wann seinen Führerschein umtauschen muss, lesen Sie in unserer Übersicht.

Auf die Remscheider Fahrerlaubnisbehörde waren vor allem zwei Probleme zugekommen. Zum einen gibt es kein zentrales Register, das festhält, wie viele Einwohner der Stadt noch einen alten Lappen haben. „Also habe ich mir angesehen, wie viele Personen in Remscheid gemeldet sind, die aus den Jahrgängen 1953 bis 1958 stammen“, sagt Liesenfeld.

Phase 1: Rund 5000 Remscheiderinnen und Remscheider müssen zum Umtausch kommen

Das Ergebnis: 8278 Bürger. „Davon schätze ich, dass 5000 bis 6000 Personen zum Umtausch kommen müssen.“ Bis Ende Januar hat es 2158 Umtausche in dieser Kohorte gegeben: Auch nach der Umtauschfrist wird die Behörde dieses Altersspektrum also noch beschäftigen. „Da es keine Daten gibt, können wir die Bürgerinnen und Bürger auch nicht aktiv anschreiben“, erklärt Liesenfeld.

Für den Umtausch wurde ein neues Büro geschaffen

Womit Problem zwei offenkundig wird, zumal nun weitere Jahrgänge an der Reihe sind: Die zusätzliche Arbeit musste integriert werden. Im ehemaligen Café und Briefwahlbüro – das in ein paar Monaten wieder als solches benötigt werden wird – richtete Liesenfeld ein Büro eigens für den Umtausch ein, drei Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind mit dem Umtausch betraut. Ihre Kapazität ist ziemlich ausgereizt. Liesenfeld: „Auch bei uns hatte Corona zugeschlagen.“ Inzwischen ist für ein Jahr eine zusätzliche Mitarbeiterin „gegen die Rückstände, die wir in allen Bereichen der Führerscheinstelle haben“, aus dem Rathaus hinzugekommen.

Aktuell liegt die Wartefrist für einen Umtausch-Termin, der online vereinbart werden muss, bei rund zwei Wochen. Liesenfeld verspricht aber auch Flexibilität, wenn ein Bürger mit einem eiligen Umtausch-Anliegen anruft, da es zum Beispiel ins Ausland gehen soll – die alten Führerscheine werden nicht mehr überall akzeptiert.

Nächster Schritt: Jahrgänge 1959 bis 1964 mit altem Papierführerschein

Bis zum 19. Januar 2023 sind nun Führerschein-Inhaber der Jahrgänge 1959-1964, deren alter Papierführerschein vor 1999 ausgestellt wurde, angehalten, zum Umtausch ins Ämterhaus zu kommen. Das setzt sich bis Januar 2025 – Frist für die Jahrgänge 1971 und später – fort, ehe jährliche Umtauschfristen je nach Ausstellungsjahr beginnen.

Das dauert dann bis zum 19. Januar 2033. Liesenfeld: „Das wird hier zu einem dauerhaften Tätigkeitsfeld werden.“ Aktuell werde erhoben, ob die Zahl der Mitarbeiter aufgestockt werden muss: Acht Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie eine Auszubildende gibt es aktuell im Haus.

Hier geht es direkt zur Terminbuchung der Fahrerlaubnisstelle.

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