Prozess

21-Jähriger soll seinem Opfer Messer in den Kopf gestoßen haben

Seit Montag stehen drei Angeklagte im Alter von 15, 17 und 21 Jahren vor dem Landgericht Wuppertal.
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Seit Montag stehen drei Angeklagte im Alter von 15, 17 und 21 Jahren vor dem Landgericht Wuppertal.

Zwei Remscheider und ein Wuppertaler müssen sich verantworten.

Von Dirk Lotze

Nach einer Attacke mit einem 15 Zentimeter langen Messer in der Remscheider City erlitt ein 24 Jahre alter Geschädigter im September 2021 einen Stich in die Schläfe und in der Folge schwere Hirnschäden und Lähmungen. Seit Montag stehen drei Angeklagte im Alter von 15, 17 und 21 Jahren vor dem Landgericht Wuppertal. Die Anklage geht bei dem Ältesten von Mordversuch aus.

Den ersten Verhandlungstag musste das Gericht unterbrechen, noch bevor der Staatsanwalt die Anklageschrift verlesen konnte. Grund ist die Erkrankung einer Rechtsanwältin, teilte der Vorsitzende Richter mit: „Der betreffende Angeklagte erhält Frist bis Mittwochnachmittag, um einen weiteren Anwalt zu benennen.“

Laut Ermittlungsergebnissen soll der 21-Jährige bei dem Angriff das Messer geführt haben. Die drei Angeklagten seien am Tattag gegen 20.40 Uhr mit dem Bus 655 vom Quimperplatz Richtung Stadtmitte gefahren. Im Wagen hätten sich zwei weitere Passagiere gefunden, die späteren Angegriffenen im Alter von 16 und 24 Jahren. Im Bus sei Streit zwischen beiden Seiten entstanden. Nach dem Ausstieg an der Konrad-Adenauer-Straße sei die Situation eskaliert. Es soll eine Schlägerei entstanden sein, die sich schließlich auf den 24-Jährigen konzentriert habe. Dabei habe der den Stich in den Kopf erlitten. Sein Begleiter soll mit einem Messer am Bauch verletzt worden sein. Die Angeklagten seien anschließend Richtung Elberfelder Straße geflüchtet. Der zu Hilfe gerufene Rettungsdienst brachte die Verletzten ins Krankenhaus. Laut Stand vor Prozessbeginn sollte der 24-Jährige weiter Schwierigkeiten beim Sprechen haben. Er müsse mit bleibenden Beeinträchtigungen rechnen.

Die Ermittlungen waren am Tattag mit einem Großeinsatz angelaufen. Die Polizei stellte die Mordkommission „Konrad“ zusammen. Deren Fahnder nahmen den Ältesten am Folgetag in Wuppertal fest, die beiden Jüngeren ermittelten sie in Remscheid. Ermittlungen brachten weitere Einzelheiten zu Tage: Der 21-Jährige soll während der vier Minuten dauernden Busfahrt durch die Innenstadt ein Messer in einer Hand gehalten haben.

Laut Gericht hat sich die Anwältin eines der minderjährigen Angeklagten mit Erkältungszeichen krank gemeldet. Einer ihrer Kollegen erläuterte: „Es ist wohl kein Corona. Sie ist nicht erbaut über die Folgen, die das jetzt haben wird.“ Im Verfahren müssen alle Angeklagten jederzeit Zugang zu anwaltlicher Verteidigung haben, die in den Fall eingearbeitet ist. Der Vorsitzende Richter erläuterte den Beteiligten: Er wird ab dem nächsten Verhandlungstag kommende Woche dem betroffenen Angeklagten einen zusätzlichen Anwalt oder Anwältin zur Seite stellen. Ich werde das Verfahren sichern.“

Die Mutter des Jugendlichen äußerte im Saal zunächst Sorge, dass ihr Sohn seine Anwältin behalten kann. Sie beruhigte der Richter: „Ich will die Anwältin nicht ersetzen.“

Das Landgericht will das Verfahren am 15. März fortsetzen.

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