Gericht

14-Jährigen vergewaltigt: Mann muss in die Psychiatrie

Prozess im Landgericht Wuppertal.
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Prozess im Landgericht Wuppertal.

Wiederholungstäter wurde von Behörden laufend überwacht.

Von Dirk Lotze

Nach der Vergewaltigung eines 14 Jahre alten Jugendlichen in Remscheid hat das Landgericht Wuppertal am Donnerstag einen Wiederholungstäter verurteilt. Gegen den Mann wurden vier Jahre und sechs Monate Freiheitsstrafe verhängt.

Er kommt nicht für diese Zeit ins Gefängnis, weil die Richterinnen und Richter ihn in ein gesichertes, psychiatrisches Krankenhaus einweisen. Das gilt unbefristet, bis er keine Gefahr mehr für die Allgemeinheit darstellt. Laut Aussagen im Prozess hat der Mann seine Taten trotz laufender Überwachung durch die Behörden in einem Programm für rückfallgefährdete Sexualstraftäter begangen.

Der 43-Jährige hat im Verfahren gestanden, den Jugendlichen im März 2022 in einer Gartenlaube vergewaltigt zu haben. Strafschärfend wirkte dabei die Drohung des Mannes mit einem Messer aus, das auf einem Tisch gelegen haben soll. Im April habe er in seiner Wohnung den selben Jugendlichen erneut sexuell missbraucht.

Das Geständnis hatte die Verteidigung dem Gericht angekündigt, so dass der Geschädigte nicht mehr fürchten musste, aussagen zu müssen. Der Anwalt des Jungen erklärte im Plädoyer über den Angeklagten: „Das rechne ich ihm hoch an.“

43-Jähriger durfte sich Kinder und Jugendlichen nicht nähern

Hintergrund des Verfahrens waren schwere Vorstrafen des 43 Jahre alten Angeklagten: Er wurde 2004 und 2013 wegen Taten nach gleichem Muster in anderen Städten verurteilt. Er hatte Kontakt zu Jungen ab zwölf Jahren aufgebaut und sie in seine Wohnung eingeladen – zum Videogucken und zum Betrachten eines Haustiers. Dabei kam es zu sexuellen Übergriffen.

Seit einer Entlassung 2018 war es dem Mann verboten, sich Kindern und Jugendlichen zu nähern. 2020 erhielt er eine Bewährungsstrafe wegen Verstoßes gegen diese Weisungen.

Eine Bewährungshelferin berichtete, dass der Mann von Polizei und Landeskriminalamt kontrolliert wurde, ihr aber dennoch von neuen Kontakten zu Minderjährigen erzählt habe: „Ich habe gesehen, dass bei ihm Sachen rum standen und er hat gesagt, er hatte Besuch.“

Die Namen, die er nannte, gehörten Jugendlichen – die Zeugin kannte sie. Sie habe dem Angeklagten gesagt, dass er diese Besuche nicht haben durfte. Er habe eingewandt, er würde den Betroffenen bei Problemen helfen und Fahrräder reparieren.

Das Gericht folgt dem Gutachten eines Psychiaters, wonach der Angeklagte durch psychische Störungen seine Handlungen nur eingeschränkt steuern kann. Auf diese Störungen richtet sich die Therapie in der geschlossenen Klinik.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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