Impfung gegen Corona-Virus

Impfaktion: 108 Menschen bekommen Corona-Impfung am Brücken-Center

In aller Ruhe konnten sich Interessenten ab 16 Jahren am Brückencenter impfen lassen. Foto: Doro Siewert
+
In aller Ruhe konnten sich Interessenten ab 16 Jahren am Brückencenter impfen lassen.

Die meisten Impfwilligen entschieden sich für das Vakzin Johnson & Johnson. Im Gespräch sind Impfpartys und weitere Aktionen in Remscheid.

Von Peter Klohs

Remscheid. Impfen ohne Voranmeldung und Termin? Was für manche Mitmenschen lange ein Wunschtraum war, ist in Remscheid seit mehr als einer Woche leicht möglich. Wer mobil ist, kann eine Impfung gegen das Corona-Virus im Impfzentrum in der Sporthalle West bekommen.

Darüber hinaus sind die Mitarbeiter mobil im Einsatz und bieten an verschiedenen Orten den Service ohne Termin an. Dazu haben Interessenten die Wahl des Impfstoffes. In der Vorwoche fand eine solche Aktion mit großem Erfolg auf dem Parkplatz neben dem Möbelhaus Knappstein statt, am vergangenen Samstag stand das mobile Impfzentrum zwischen 10 und 17 Uhr auf dem Vorplatz des Brücken-Centers.

„Aber warten Sie mal, wenn die Menschen aus dem Urlaub kommen und die Inzidenzzahlen deutlich steigen.“

Henning Denkler, pharmazeutischer Leiter des Impfzentrums

Bereits zu Beginn stand für Simon Breuer, dem Leiter des Impfdienstes, und seine Kolleginnen und Kollegen fest, dass sich der Erfolg der Impfaktion von Knappstein zahlenmäßig betrachtet nicht wiederholen würde. Die Zahl der auf die Impfung wartenden Menschen war jederzeit überschaubar, die Formalitäten wie das Ausfüllen der Einwilligungserklärung geschahen reibungslos und ohne Wartezeit.

Nach der erfolgten Impfung warteten die Menschen in gesondert aufgestellten Zelten – ohne Hektik, Zeit- oder Raumnot. Simon Breuer erklärte sich das mäßige Aufkommen an Impfwilligen mit der fehlenden Werbung für diese Aktion. „Aber zu viele Menschen wünschen wir uns gar nicht. Wenn Schlangen entstehen, ist das auch nicht gut.“

Der Inhaber der Regenbogen-Apotheke und pharmazeutische Leiter des Impfzentrums, Henning Denkler, hatte Impfstoff aus dem Impfzentrum geholt und gesellte sich zu Simon Breuer. „Die Impfbereitschaft geht ja merklich zurück“, sagte er: „Aber warten Sie mal, wenn die Menschen aus dem Urlaub kommen und die Inzidenzzahlen wieder deutlich steigen.“

Es stellte sich recht früh heraus, dass die Impfwilligen den Covid-19-Impfstoff von Johnson & Johnson bevorzugten, was kein Wunder ist. Denn bei diesem vektorbasierten Impfstoff reicht eine Impfung aus. Auf Vorbehalte gegen den Impfstoff Astrazeneca angesprochen, wird Henning Denkler beinahe wütend. „Das ist ein absolut sicherer Impfstoff“, erklärte er. „Und was da medial gegen Astra gelaufen ist, ist – höflich gesagt – absolut unverständlich. Jede Tablette, die Sie einnehmen, hat mehr Risiken als dieser Impfstoff.“

Auch der eine oder andere Corona-Leugner äußerte sich vor dem mobilen Impfzentrum. Ebenso Menschen, die der Auffassung sind, dass das Impfen absolut unwichtig sei. „Menschen sind schon immer an Krankheiten gestorben“, bemerkte ein Passant. Denkler und Breuer schüttelten voller Unverständnis ihre Köpfe. „Mit solchen Menschen kann man auch nicht diskutieren“, ist Breuer gewiss. „Die haben ihre Meinung. Und aus.“

Impftermin kam für Mutter von drei Kindern wie gerufen

Für andere kam die Aktion wie gerufen. Sie arbeite in Wechselschicht und sei Mutter dreier Kinder, berichtete eine 32-jährige Teilnehmerin. Deshalb sei für sie ein fester Termin immer mit Unwägbarkeiten verbunden. Sie sei froh, dass hier und heute alles passe und habe keine Angst vor Nebenwirkungen. Und wenn, dann seien diese sicher leichter zu ertragen als eine Infektion mit dem Virus.

Ein 20-Jähriger nutzte ebenso die Gelegenheit, sich am Brückencenter impfen lassen und holte nach, was seine Angehörigen bereits vorgenommen hatten. „Ich bin kein Leugner oder so“, sagt er. „Ich bin nur vorsichtig und wollte erst einmal abwarten. Aber der einzige Ungeimpfte in der Familie zu sein, ist auf Dauer auch nicht schön.“

Remscheid: So soll es weitergehen mit den mobilen Impfungen

Am Ende des Tages verzeichnete das Team um Simon Breuer 108 Impfungen, die meisten mit Johnson & Johnson. „Das sind deutlicher weniger als in der Vorwoche“, bilanziert Simon Breuer. „Aber 108 sind eben 108 Geimpfte mehr.“

Geplant sei nun, mobil die Flüchtlingsunterkünfte in Remscheid anzusteuern. Außerdem werde darüber diskutiert, ob und wie eine Impfparty für Jugendliche organisiert werden könne. „Aber wirklich spruchreif ist das noch nicht.“

Alle Entwicklungen zur Corona-Lage in Remscheid finden Sie in unserem Live-Blog.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Gute Nachricht für das Allee-Center: Schuhe Kämpgen kommt
Gute Nachricht für das Allee-Center: Schuhe Kämpgen kommt
Gute Nachricht für das Allee-Center: Schuhe Kämpgen kommt
Führerscheine aus Papier werden schrittweise umgetauscht
Führerscheine aus Papier werden schrittweise umgetauscht
Führerscheine aus Papier werden schrittweise umgetauscht
Corona: Inzidenz steigt auf 71,7 - Temporäres Impfzentrum erhält Nachschub aus Wuppertal
Corona: Inzidenz steigt auf 71,7 - Temporäres Impfzentrum erhält Nachschub aus Wuppertal
Corona: Inzidenz steigt auf 71,7 - Temporäres Impfzentrum erhält Nachschub aus Wuppertal
Ohne Maske? Lehrer haben ungutes Gefühl
Ohne Maske? Lehrer haben ungutes Gefühl
Ohne Maske? Lehrer haben ungutes Gefühl

Kommentare