Grün

Zwei vertikale Gärten für ein besseres Klima

So sehen die vertikalen Gärten in Landau/Pfalz aus.Elisabeth Pech-Büttner entdeckte sie bei einem Bummel.
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So sehen die vertikalen Gärten in Landau/Pfalz aus.Elisabeth Pech-Büttner entdeckte sie bei einem Bummel.

Grüne stellen Antrag, 30.000 Euro bereitzustellen.

Von Joachim Rüttgen

Radevormwald. Ein Urlaub in der Pfalz brachte Elisabeth Pech-Büttner auf die Idee: In Lindau sah die Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen beim Bummel durch die Fußgängerzone einen sogenannten vertikalen Garten, bei dem die Pflanzen in mehreren Ebenen angeordnet sind – mit integriertem Bewässerungssystem und Solaranlage. „Ich war sofort begeistert, habe mich auf der Homepage des Herstellers erkundigt, telefonischen Kontakt aufgenommen und mir erzählen lassen, wie diese Gärten funktionieren und aufgestellt werden“, berichtet sie. Mit diesem Wissen informierte sie zunächst ihre Fraktion und stellte die Idee der Gärten vor. Große Zustimmung.

Die Sitzbänke seien bei der Entwicklung der Gärten entstanden, weil unter ihnen der Wasserbehälter angebracht werde. Die Blumen befinden sich auf mehreren Ebenen, oben sitzt eine Solaranlage, die mit jeder Pflanze verdrahtet ist. „Über einen Sensor wird der Wasserstand jeder einzelnen Pflanze überprüft, über die Solaranlage läuft eine Pumpe. Der Wasserbehälter müsste alle zwei bis drei Monate aufgefüllt werden“, erläutert Pech-Büttner. Das könnte eventuell der Bauhof übernehmen.

Die Pflanzenarten könnten dem Klima in Rade angepasst, ausgewählt werden. Transportiert werden die Gärten mit einem Gabelstapler. Pech-Büttner könnte sich vorstellen, dass die vertikalen Gärten auf dem Marktplatz ein Hingucker sind. Da sie mobil versetzbar sind, gebe es bei Wochenmarkt, Kirmes oder anderen Veranstaltungen keine Probleme. Die Kosten für einen vertikalen Garten mit Sitzbank auf beiden Seiten belaufen sich auf etwa 11.000 Euro. Im Zuge der Beratungen für das Haushaltsjahr 2023 stellen die Grünen einen Antrag an den Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt sowie den Rat, 30.000 Euro für zwei mobile vertikale Gärten bereitzustellen. Zur Begründung heißt es, dass von 2018 bis 2021 mit der Technischen Hochschule Bingen Prototypen entwickelt und erprobt wurden. Diese wurden auf ihre Funktionsfähigkeit, Robustheit, Schallschutz, Biodiversität, Nachhaltigkeit und ihre Klimaanpassungswirkung wissenschaftlich untersucht. „Die mehrjährigen Anwendungstests zeigten, dass die mobilen vertikalen Gärten signifikant die Aufenthaltsqualität und Biodiversität im innerstädtischen Raum verbessern“, heißt es in dem Antrag der Grünen. Die Schaffung einer grünen Infrastruktur stelle daher eine zentrale Anpassungsmaßnahme an den Klimawandel dar.

Pech-Büttner könnte sich auch vorstellen, dass auf die Gärten noch Bienenhäuschen gestellt werden oder Folien auf die Sitzbänke geklebt werden als Werbung. „Vielleicht finden sich ja auch Sponsoren für solche Gärten“, hofft die Fraktionsvorsitzende der Grünen.

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