Stadtteiltreffen

Wupperorte planen ihre Zukunft vernetzt

Quartiersmanager David Truszczynski begrüßte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Café des Wülfingmuseums in Dahlerau. Die Resonanz auf die Einladung war ausgesprochen gut.
+
Quartiersmanager David Truszczynski begrüßte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Café des Wülfingmuseums in Dahlerau. Die Resonanz auf die Einladung war ausgesprochen gut.

Zum ersten Stadtteiltreffen im Wülfingmuseum erschienen zahlreiche Akteure.

Von Stefan Gilsbach

Schon bevor die Veranstaltung überhaupt begonnen hatte, konnten sich die Organisatoren über den ersten Erfolg freuen: Fast alle wichtigen Akteure der Wupperorte waren mit einem oder mehreren Vertretern am Dienstagabend im Wülfingmuseum zum ersten Stadtteiltreffen der „Wupperkonferenz“ erschienen. Der Bereitschaft, gemeinsam die Wupperorte nach vorne zu bringen, ist nicht zu übersehen. Wie dies genau in den kommenden Jahren geschafft werden soll, darüber wurde an diesem Abend, zu dem Stadt und Quartiermanagement eingeladen hatten, gesprochen.

Der Ort war passend gewählt: Das Wülfingmuseum mit seinem Café ist eines der Vorzeigeprojekte in den Wupperortschaften, deren Bewohner sich lange Jahre von der oben auf dem Berg residierenden Verwaltung vernachlässigt wähnten. Bürgermeister Johannes Mans betonte in seiner Ansprache zur Begrüßung, dass seit seinem Amtsantritt im Jahr 2015 die Entwicklung der Wupperorte sein besonderes Anliegen gewesen sei. Die Erfolge seien nicht zu übersehen, das bewiesen auch die steigenden Zahlen bei den Anmeldungen für Kitas und Schulen – die Wupperorte seien wieder für junge Familien attraktiv. „Wir schaffen als Stadt die Rahmenbedingungen“, erklärte Mans. Auf dieser Grundlage könnten die Menschen in den Wupperorten dann die Lebensqualität vor Ort sichern.

„Es soll nicht jeder sein eigenes Süppchen kochen.“

Guido Musial, Vorsitzender TuSpo Dahlhausen

Quartiermanager David Truszczynski umriss die wichtigsten Ziele des Abends: Es solle darüber diskutiert werden, wie es mit der Quartiersarbeit weitergehe, wie die Zusammenarbeit der Akteure in den Ortschaften gestärkt werden und das Bürgerzentrum mit Leben gefüllt werden könne. Manche Besucher dürften sich an ihre Schulzeit erinnert fühlen, als der Quartiermanager die Teilnehmer bat, nun zur Gruppenarbeit überzugehen. An einzelnen Tischen machten sich die Wupperaner Gedanken über die fünf Frageworte mit W: Warum? Wann? Wo? Was? Wie? Nach einem Imbiss wurden die Ergebnisse dann von Vertretern der einzelnen Gruppen anhand von Flipcharts vorgestellt.

Der wohl meistverwendete Begriff an diesem Abend war „Netzwerk“. Die Vereine, Schulen, Kitas, Einzelhändler, Kirchen und andere Institutionen, sie sollten sich verstärkt unter einander abstimmen oder, wie Guido Musial, der Vorsitzende des TuSpo Dahlhausen, es formulierte: „Es soll nicht jeder sein eigenes Süppchen kochen.“

Sylvia Krunke, Inhaberin des gleichnamigen Reisebüros in Vogelsmühle, betonte bei der Präsentation der „Wer?“-Gruppe, dass „niemand ausgeschlossen werden“ solle, darum sollte berücksichtigt werden, dass nicht jeder Einwohner im Internet oder den sozialen Medien aktiv sei. Alle Generationen, ob Jugend oder Senioren, sollten einbezogen werden. Es spreche auch nichts dagegen, benachbarte Ortschaften jenseits der Radevormwalder Stadtgrenzen einzubinden, etwa Spiekern oder Frielinghausen. „Es sollte ein Leitbild für die Wupperorte geschaffen werden“, regte Krunke zudem an.

Was das „Wo?“ betrifft, sind die Wupperorte gut aufgestellt. Stadtmitarbeiter Jochen Pries, Leiter des Jugendtreffs „Life“, nannte neben diesem Gebäude und dem Wülfingmuseum auch das Bürgerzentrum, das gerade umgebaut wird.

Am Ende zeigte sich bei einer Abstimmung, dass die erste „Wupperkonferenz“ bei den Anwesenden gut angekommen war. „Auf 25 von 28 abgegebenen Stimmzetteln signalisierten Teilnehmer, dass sie weiter mitmachen möchten“, berichtete David Truszczynski am Mittwoch. Ein Folgetermin sei ebenfalls schon geplant – für den 10. November. „Dann sollen die ersten konkreten Maßnahmen besprochen werden“, kündigt der Quartiermanager an.

Hintergrund

Das Quartiermanagement ist ein zeitlich begrenztes Förderprojekt und wird im Auftrag der Stadt im Rahmen des Integrierten Handlungskonzeptes Wupperorte (InHK) durch das Bochumer Forschungs- und Beratungsinstitut InWIS durchgeführt. Das Projekt wird nach dem jetzigen Stand jedoch mit dem 31. Dezember 2022 auslaufen. Immerhin: Anträge für eine Verlängerung des Quartiermanagements um ein weiteres Jahr liegen bei der Bezirksregierung Köln bereits vor. CDU-Politiker Rolf Schäfer meldete sich am Dienstagabend zu Wort und erklärte: „Es ist unumgänglich, dass es einen Quartiermanager vor Ort gibt, der sich um die administrativen Dinger kümmert.“ Auf diese Weise könnten die Vorstände der Vereine sich auf ihre Kernaufgaben konzentrieren, argumentierte Schäfer. Das ehemalige Kreistagsmitglied forderte eine feste Koordinatorenstelle für die Wupperorte – und bekam dafür Applaus von vielen Anwesenden.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Ihre Liebe zur Musik erfüllt sich in Rade
Ihre Liebe zur Musik erfüllt sich in Rade
Ihre Liebe zur Musik erfüllt sich in Rade

Kommentare