Nach Hochwasser

Wupper-Talsperre: Umweltalarm gilt weiter

Das Schild am Freizeitpark Kräwinklerbrücke gilt noch immer. Foto: Joachim Rüttgen
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Das Schild am Freizeitpark Kräwinklerbrücke gilt noch immer.

Angler, Kanuten und andere Freizeitsportler müssen sich gedulden

Von Joachim Rüttgen

Radevormwald. Was da an Wassermassen am 14. und 15. Juli über das Bergische Land hereinbrachen, war heftig. Radevormwald und Hückeswagen sind im Vergleich zu den Schäden im Ahrtal und einigen Städten in Nordrhein-Westfalen zwar noch sehr glimpflich davongekommen, aber trotzdem sind die Folgen immens. Vor allem für die Wupper-Talsperre, für die seit Mitte Juli ein Umweltalarm gilt. Bei dem Hochwasser gelangten nach Angaben des Wupperverbandes mehr als 150 000 Liter Öl sowie weitere Substanzen in die Wupper und von dort auch in die Wupper-Vorsperre und die Hauptsperre der Wupper-Talsperre.

„Das ist eine enorme Menge, die für eine massive Verschmutzung sorgte, daher musste der Umweltalarm ausgerufen werden“, sagt die Pressesprecherin des Wupperverbandes, Susanne Fischer. Ein Großteil der eingeschwemmten Substanzen seien Öle, die auf der Wasseroberfläche schwimmen. Eine abschließende Aussage über langfristige Auswirkungen auf die Tierwelt an der Wupper-Talsperre und ihrer Vorsperre könne zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht getroffen werden.

„Wie lange die Arbeiten noch dauern werden, ist auch wetterabhängig.“

Susanne Fischer, Pressesprecherin des Wupperverbands

„Ein Fischsterben hat es unserer Beobachtung und Information nach nicht gegeben. Lebendige Fischschwärme sind auch nach dem Hochwasser und dem Öleintrag weiterhin zu beobachten. Die im Wasser der Talsperre lebenden Kleinstlebewesen – das sogenannte Zooplankton – sind nach unseren ersten Untersuchungen ebenfalls noch vorhanden. Sie dienen den Fischen als Nahrung“, erläutert Susanne Fischer.

Seit der Hochwasserkatastrophe hat der Wupperverband nach eigenen Angaben „umfangreiche Reinigungsmaßnahmen“ durchgeführt. Zunächst an der Wupper-Vorsperre, von der der Ölfilm von der Oberfläche abgesaugt und aufgenommen wurde. Anschließend wurden auch die Uferbereiche umfangreich gereinigt. Dies ist an der Vorsperre inzwischen abgeschlossen.

Nun geht die Reinigung im Bereich der Hauptsperre der Wupper-Talsperre weiter.

„Aktuell sind zwei schwimmende Geräte und in den Uferbereichen zwei bis drei Bagger und Kettendumper im Einsatz, also schweres Gerät. Ölbenetzte Ufervegetation muss entfernt und verschmutzter Boden aufgenommen und ebenfalls entfernt werden“, erklärt Susanne Fischer die Maßnahmen, der derzeit noch laufen. Sowohl in der Wupper-Vorsperre als auch in der Hauptsperre seien weiterhin Ölsperren als Schutzmaßnahmen gesetzt. Wie lange die Arbeiten noch dauern werden, sei auch wetterabhängig.

Da die umfangreichen Arbeiten des Havariemanagements noch laufen, bleibt weiterhin der Umweltalarm bestehen – das bedeutet, dass die Freizeitnutzung auf der gesamten Talsperre weiterhin nicht möglich ist.

Ein vom Wupperverband beauftragter Sicherheitsdienst kontrolliert regelmäßig die Talsperre – auch per Boot. Das beobachteten in den vergangenen Tagen immer wieder auch aufmerksame Bürger, die daraufhin die Redaktion informierten und nach dem aktuellen Stand der Arbeiten fragten.

Die Reinigungsarbeiten und auch das begleitende Untersuchungsprogramm (Monitoring) erfolgen nach Angaben der Pressesprecherin des Wupperverbandes in enger Abstimmung mit den beteiligten Behörden. „Wann eine Freizeitnutzung der Talsperre wieder möglich sein wird, können wir derzeit noch nicht sagen“, teilt sie mit.

Der Stauinhalt der Wupper-Talsperre liegt derweil derzeit in der Hauptsperre bei etwa 60 Prozent – das sind umgerechnet etwa 14,9 Millionen Kubikmeter. Das Fassungsvermögen der Hauptsperre beträgt insgesamt 24,78 Millionen Kubikmeter. Bereits nach dem Hochwasser habe der Wupperverband den Stauinhalt der Talsperre abgesenkt, um Freiraum zu schaffen, „dies wurde schrittweise fortgesetzt“, sagt Susanne Fischer.

Ab 1. November muss der Wupperverband dann nach Angaben der Sprecherin in der Wupper-Talsperre behördlich festgelegt einen Stauraum von 9,9 Millionen Kubikmeter frei halten – für den Hochwasserschutz, den sogenannten Hochwasserschutzraum.

14 Talsperren und elf Kläranlagen

Zuständigkeitsbereich: Der Wupperverband ist verantwortlich für die Wasserwirtschaft im Flussgebiet der Wupper.

Umfang: 14 Talsperren, elf Kläranlagen und insgesamt 2000 Kilometer Gewässer bilden für etwa 950 000 Menschen im Verbandsgebiet, zu dem auch Radevormwald und Hückeswagen gehören, einen wesentlichen Teil ihrer Lebensgrundlage.

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