Wildtier

Wolf in Radevormwald gesichtet

Am 2. Dezember ist ein Exemplar von einer Wildkamera in Hahenberg abgelichtet worden.
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Am 2. Dezember ist ein Exemplar von einer Wildkamera in Hahenberg abgelichtet worden.

Radevormwald. Am 2. Dezember ist ein Exemplar von einer Wildkamera abgelichtet worden. Auch eine Sichtung vom Mai 2022 ist bestätigt.

Von Stefan Gilsbach

Dass der Wolf in seine alten Reviere in Deutschland zurückkehrt, ist seit Jahren bekannt. Auch im Oberbergischen Kreis gab es schon mehrere Sichtungen des Raubtiers. Nun hat das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) NRW bestätigt, dass es sich bei einem Exemplar, das vor rund einem Monat auf Radevormwalder Gebiet gesichtet wurde, tatsächlich um einen Wolf handelt.

„Am 2. Dezember 2022 um 9.23 Uhr erfasste eine Wildkamera einen Wolf in einem Waldgebiet bei Radevormwald“, heißt es in einer Mitteilung des Amtes vom Mittwoch. Bestätigt wurden auch Sichtungen in den Kreisen Steinfurt und Minden-Lübbecke.

Geschlecht, Identität und Verbleib sind nicht bekannt

„Alle Beobachtungsorte wurden von den regional zuständigen Wolfsberaterinnen und Wolfsberatern vor Ort überprüft“, heißt es. Das Bildmaterial sei vom LANUV und von der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) geprüft worden. „Geschlecht, Identität und Verbleib der nachgewiesenen Wölfe sind nicht bekannt. Übergriffe auf Nutztiere oder aktive Annäherungen an Menschen sind in keinem Fall mit den aufgeführten Beobachtungen in Verbindung zu bringen“, teilt die Behörde mit.

Es ist das zweite Mal, dass die Sichtung eines Wolfs in Radevormwald von den Fachleuten bestätigt wird. Im Mai 2022 wurde ein Tier im Bereich Hahnenberg/Hönde fotografiert. Ob es sich wirklich um ein Exemplar von „Canis lupus“ oder um einen wolfsähnlichen Hund handelte, war zunächst umstritten. Mitglieder der Feuerwehr hatten die Bilder auf einem Ausflug gemacht. „Es handelte sich tatsächlich um einen Wolf“, bestätigt Dr. Matthias Kaiser, der beim Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz für das Thema Wölfe zuständig ist. Bei der genauen Nennung des Ortes der Sichtung ist man beim LANUV zurückhaltend, weil man „keinen Wolfs-Tourismus“ fördern wolle, erklärt Kaiser.

Claudia Möllney, Sprecherin der örtlichen Hegegemeinschaft, hält es dagegen für sinnvoll, dass die Menschen, vor allem die Tierhalter, wissen, wo ein Wolf gesichtet wurde. „Die Sichtung fand in der Nähe von Hahnenberg statt“, teilt die Jägerin mit. Der Jagdpächter sei es auch gewesen, der die Wildkamera aufgestellt hatte.

Im November 2022 hatte es auf dem Gebiet von Wipperfürth ebenfalls eine Wolfssichtung gegeben. Diese wurde am 8. Dezember vom LANUV bestätigt. Das Tier sei am 13. November in der Nähe der Kerspetalsperre mehrfach von einer Wildkamera fotografiert worden, der Standort wurde von dem zuständigen Wolfsberater verifiziert und untersucht, das Bildmaterial schließlich vom Lanuv und der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) geprüft und als zutreffend bezeichnet. Auch hier ist allerdings nicht klar, welches Geschlecht das Tier hatte.

„Es ist jetzt im Winter die Zeit, in der die Tiere weite Strecken zurücklegen, weil bald die Ranz beginnt“, erläutert Kaiser. Und so gebe es aktuell einige Meldungen von durchziehenden Wölfen. „Auf diese Weise wird Inzucht vermieden“, erläutert der Fachmann den Hintergrund der Wanderungen. Wölfe verlassen spätestens bis zum Ende des zweiten Lebensjahres das elterliche Rudel, ihre Wanderungen können sich manchmal über mehrere hundert Kilometer hinziehen. Abwandernde Jungwölfe sind meist bei Nacht im Schutz der Dunkelheit unterwegs und werden daher selten gesichtet. Wenn sie bei Tage im offenen Gelände beobachtet werden, sind sie auf der Suche nach einer geeigneten Deckung und daher oft im hohen Tempo unterwegs.

Hegegemeinschaft geht bei fünf Rehen von Wolfsriss aus

Viele Menschen begrüßen es, dass der einst in Deutschland ausgerottete Wolf wieder zurückkehrt und sehen darin einen Erfolg des Naturschutzes. Weniger gut zu sprechen auf die Tiere dürften Schafbesitzer im Märkischen Kreis sein: Fünf Tiere waren Anfang November 2022 in Nähe der Ortschaft Büchermühle bei Halver von einer Wölfin gerissen worden. Das Tier konnte identifiziert werden, es hat die Kennung GW2856f, wie das Zeitungsportal „come-on.de“ berichtet. Es handelt sich um die gleiche Wölfin, die Mitte September auf einer Wiese bei Stillebeul nahe Lüdenscheid fünf Schafe getötet hatte.

Claudia Möllney ist davon überzeugt, dass auch in Rade Wölfe Tiere gerissen haben; „Wir gehen im Fall von fünf Rehen von einem Wolfsriss aus“, sagt die Sprecherin der Hegegemeinschaft. Eine offizielle Bestätigung dafür gebe es allerdings nicht.

Hintergrund

Verhaltensregeln: Falls der Mensch doch auf einen Wolf treffen sollte, sollte er sich an folgende Regeln halten: Nicht versuchen, Wölfe anzufassen oder gar zu füttern. Nicht weglaufen, sondern stehen bleiben. Langsam zurückziehen, wenn man den Abstand vergrößern will. Man kann einen Wolf vertreiben, indem man ihn laut anspricht, in die Hände klatscht und mit den Armen winkt.

Landesamt: Wer einen Wolf sieht, sollte ihn beim Wolfsmanagement des jeweiligen Bundeslandes melden. Ansprechpartner für Nordrhein-Westfalen ist Dr. Matthias Kaiser vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz in Recklinghausen, telefonisch erreichbar unter Tel. (02361) 3053311 oder per E-Mail an: matthias.kaiser@lanuv.nrw.de

www.lanuv.nrw.de

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